Name Akademie der bildenden Künste
Architekt Neureuther Gottfried von  Thiersch Friedrich von  
Stadtbezirk 3. Maxvorstadt
Stadtbezirksteil Universität
Straße Akademiestraße 2
Jahr Baubeginn 1874
Jahr Fertigstellung 1874
Kategorie Keine Kategorie
Baustil Keine Kategorie
Suchbegriffe Akademie der bildenden Künste 
Akademie der bildenden Künste
Akademie der bildenden Künste Akademiestraße
Bildrechte:

Beschreibung

<p>Akademie der Bildenden Künste</p> <p>Die 1766 von Boos, Feichtmayr d.}., A. Seidl und Wink gegründete private Kunstschule 1770 verstaatlicht und 1774 als >Zeichnungsakademie< betitelt, war in einigen Räumen des Wilhelminum im ehemaligen Jesuitenkolleg an der Neuhauser Straße untergebracht; 1808 Gründung der Königlichen Akademie der Bildenden Künste (Konstitutionsurkunde von Schelling). Trotz einiger Um-und Erweiterungsbauten (1841 -47,1862,1866) undVerlegung einzelner Ateliers in den Glaspalast wird Neubau eines des »Staates und der Kunst« würdigen Akademiegebäudes immer dringlicher. 1873 regt Erzgießer F. v. Miller d. Ä. einen Bau an Ecke Luisen-/Gabelsbergerstraße an, für den er Hauberrisser mit Entwurf beauftragt (nicht ausgeführt). Nach weiteren sieben abgelehnten Standortvorschlägen und Sicherstellung der Teilfinanzierung aus französischem Kriegsentschädigungsfonds Einigung auf jetzigen Standort in der Achse Amalienstraße: ausschlaggebend Nähe von Universität und Staatsbibliothek sowie zu Schwabing (preiswerte Unterkünfte für Studierende). Errichtung des Neubaus nach Plänen von G. Neureuther zwischen 1876 und 1884 (mit Unterbrechung 1880/81 aus Geldmangel und damit auch auf Verzicht der Wandgemälde in den Gängen); bezugsfertig 1886.</p> <p>In der Mittelachse von Treppenhaus und Vorsaal gegen Norden Anbau der querrechteckigen Aula mit Oberlicht (auch Ausstellungssaal), nach mehreren Entwürfen von F. v.Thiersch (unter Mitwirkung von Hoepfel 1909/10-12). Schwerste Kriegsschäden Juli 1944, Einstellung des Lehrbetriebs Okt. 1944; Zerstörungen erst ab 1947 sukzessive behoben, Abschluss des vereinfachten Wiederaufbaus 1957. Geplante Erweiterung durch drei kubische Pavillons an Westseite (Entwurf S. Ruf) Ende der 1960er Jahre aufgegeben. Wettbewerb für Anbau (gegen Westen) führt 1992 zur Entscheidung für Projekt von Coop Himmelb(l)au, Baubeginn aufgeschoben; Grundstein 2003, Fertigstellung 2005. Umfangreiche Außen- und Innenrenovierung seit 1999: Fassaden 2003 abgeschlossen und Dächer erneuert; Innenrestauration des Westtrakts bis 2004, des Osttrakts bis 2006. Schwer geschädigt durch jahrelange Verwahrlosung die zehn kostbaren Gobelins (von Ludwig XIV. nach Raffaels Fresken in den >Stanzen< des Vatikans 1685 in Auftrag gegeben, als Geschenk von König Max l. Joseph seit 1808 im Besitz der Akademie).</p> <p><strong>Beschreibung: </strong>Lang gestreckter Baukörper mit repräsentativer Südfassade auf hohem Sockelgeschoss, die beiden weit vorspringenden dreigeschossigen Seitenrisalite durch ein Stockwerk niedrigere Flügel (mit Rundbogenfenstern) mildem überhöhten Mittelrisalit verbunden. (Auf seiner Attika-Minerva-Statue von Dennerlein; zerstört.) Die ursprünglich gewölbten sog. französischen Dächer durch Walmdächer ersetzt, die Raumaufteilung nach heutigen Erfordernissen verändert und versachlicht. Zweiarmige Auffahrtsrampe und hohe Freitreppe flankiert von Treppenwangen mit bronzenen Reiterstatuen >Castor< und >Pollux< (von Widnmann 1886), gestaltet nach Vorbild von Schinkels Altem Museum (1824-30) in Berlin. - Die den Bau umgebenden Grünflächen an Nordseite parkähnlich ausgeweitet: ehedem als >Freiluft-Atelier< für Naturstudien genutzt.</p> <p><strong>Bedeutung: </strong>In Anlehnung an Motive italienischer Hochrenaissance und an Fassadengestaltung der Südfront der Alten Pinakothek (-»• Barer Straße 27) sowie in Anwendung heute weitgehend verlorener Bauplastik verriet die für den Historismus bezeichnende Architektur den Anspruch, den die Akademiekunst in der Gesellschaft der Gründerzeit geltend machte. Dagegen ist bei der schmucklos nüchternen Nordfassade eine >modern funktionale< Gestaltung unverkennbar.</p> <p>Wirkungsstätte u. a. von W. v. Kaulbach, K. v. Piloty, Cornelius, L. v. Schwanthaler, R. v. Seitz, Stuck, Bleeker, Fuhr, Seewald, Hensel-mann, H. Kirchner.</p>

Quellen

Akademie der bildenden Künste. Kgl.
Zauner - München in Kunst und Geschichte (1914)

Erbaut 1874-1884 von G. Neureuther; „ein Musterbau der Hochrenaissance“ [Rb 87); imposant namentlich bei Seitenbeleuchtung. Korridore besonders charakteristisch für den damaligen Renaissancegeschmack in München. Fassadenbau ausgezeichnet durch Verwendung von Haustein (Trientiner Marmor), was bis dahin in München nicht sehr häufig war. In allen Ateliers und Unterrichtsräumen reflexfreies Nordlicht. Grundriß: Hufeisenform mit langem Mittelbau und 2 kurzen, südwärts 32 m weit vortretenden Flügeln (Gesamtlänge 185 m, Tiefe 16 m ), die beiderseits in überhöhten Pavillons endigen. Mitte des Hauptbaues aus­gezeichnet durch einen überhöhten 30 m langen Gebäudeteil, der aus der Fassade stark hervortritt und plastisch reich ausgestattet ist. Davor breite, granitne Freitreppe zur Säulenhalle, Vestibül und zum Haupttreppenhaus; an den Flügeln geschwungene Auffahrten. Hauptportal flankiert von Kastor und Pollux, 2 Bronzefiguren. Am Mittelbau die Minerva, Sphinxen und die Allegorien der Wissenschaft und Poesie. Die Baukosten wurden aus dem bayerischen Anteil an der Kriegsentschädigung aus dem deutsch-französischen Krieg gedeckt. [Rb, Br].

Akademie
Reber - Bautechnischer Führer durch München (1876)

Gegenwäertig sind die Räume für die Akademie der bildenden Künste, für die Akademie der Wissenschaften und für naturhistorische u. Sammlungen in dem ehemaligen Jesuitencollegium, Neuhauserstraße No. 51, untergebracht, das als solches nicht viel Bemerkenswerthes bietet. — Die Akademie der bildenden Künste, welche für München eine so hervorragende Bedeutung hat, wird sich glücklicherweise nicht lange mehr mit den jetzigen ungenügenden und meist unzweckmässigen Räumlichkeiten behelfen müssen. Es sind bereits beträchtliche Mittel (2,000,000 fl.) für Herstellung eines Neubaues genehmigt und es ist dieser Neubau auch schon in der Ausführung begriffen. Mit dem Entwurf der Pläne und der Ausführung ist Herr Oberbaurath von Neureuther beauftragt. Der Bau kommt auf einen geräumigen freien Platz am Ende der Ludwigsstrasse zu stehen, der durch eine neu anzulegende, unmittelbar beim Siegesthor links abzweigende Strasse — Akademiestrasse — erreicht wird. Maassgebend für die Wahl dieses Platzes war die dort gegebene Möglichkeit für den grössten Theil der Unterrichtsräume und Ateliers das absolut nothwendige, von störenden Reflexen freie Nordlicht zu gewinnen. Die Rücksicht hierauf musste auch maassgebend für die Hauptgestaltung des Grundrisses sein. Derselbe bildet im Ganzen ein Hufeisen mit einem langen Mittelbau und zwei kurzen, südlich vortretenden Flügeln. Nach der Südfronte sind die Hauptkorridore verlegt, während die Hauptunterrichtsräume und die Ateliers nach Norden gerichtet sind. Die auf diese Weise nach der Hauptfronte liegenden Corridore sind loggienartig gebildet und geben so das Hauptmotiv für die  ussere Gestaltung. Der Mittelbau des Hauptgebäudes und die beiden Flügel erhalten ausser einem ziemlich hohen Unterbau ein Erdgeschoss und zwei Stockwerke, während im Uebrigen auf dem Erdgeschoss nur noch eine Etage aufgesetzt ist.

Das Gebäude soll in monumentaler Weise auf den Hauptfrouten in Hausteinen, mit reicher plastischer Ausstattung zur Ausführung kommen, und verspricht eines der bedeutendsten und imposantesten Bauwerke Münchens zu werden.

Die k. Akademie der Künste
Nagler - Acht Tage in München (1863)

Die k. Akademie der Künste in dem ehemaligen Jesuitenkloster. Neuhausergasse Nr. 81, ging aus der im Jahre 1770 von Maximilian Joseph III. errichteten Zeichnungs-, Maler- und Bildhauerschule hervor. 1802 wurde eine Maler-Akademie gegründet, in welcher für Jedermann unentgeldlicher Unterricht ertheilt wurde. Der 13. Mai 1808 ist der Gründungstag der gegenwärtigen Akademie der Künste. Sie nimmt den untern Stock des Gebäudes ein, und theilt sich in vier Hauptschulen, welche von Professoren geleitet werden. Direktor ist gegenwärtig Wilhelm v. Kaulbach. Im Hofe des Gebäudes ist das Atelier des Prof. Widemann neu erbaut.

In dem damit verbundenen Antikensaal sind Gypsabgüsse, darunter die mediceische Venus, der vatikanische Apollo, der farnesische Herkules, der sterbende Fechter, der Coloß auf Monte Cavallo, die Elgin'schen Statuen und Reliefs vom Parthenon, der neapolitanische Merkur rc., ferner die Nachbildung von Ghiberti's Bronzethüren des Battisterio in Florenz, Peter Vischers Apostel vom St. Sebaldnsgrabe in Nürnberg u. s. w. An den Wänden hängen die kostbaren Teppiche nach den Cartons von Raphael, in Arras gewirkt.

Alte Ansichten

Kunstakademie
Kunstakademie
Akademie der bildenden Künste um 1910
Akademie der bildenden Künste um 1910