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Bauwerk nicht mehr vorhanden

Name Alter Botanischer Garten
Architekt Sckell Friedrich Ludwig von  
Stadtbezirk 3. Maxvorstadt
Stadtbezirksteil Königsplatz
Straße Alter Botanischer Garten
Jahr Baubeginn 1808
Jahr Fertigstellung 1808
Kategorie Keine Kategorie
Park, Garten
Baustil Keine Kategorie
Unterkategorie Park  Garten  
Suchbegriffe Alter Botanischer Garten 
Alter Botanischer Garten
Alter Botanischer Garten Alter Botanischer Garten
Urheber: Nagler - Acht Tage in München

Bemerkung

Alter Botanischer Garten, angelegt 1808-14 von Friedrich Ludwig von Sckell, 1935-37 Umgestaltung zu städtischem Park. Im Nordteil stand 1854-1931 der Glaspalast, an der Stelle jetzt Park-Café und Ausstellungspavillon; siehe Sophienstraße 7 und 7 a.

Beschreibung

<p>Als Grünfläche im Rastersystem der -* Maxvorstadt vorgesehen, angeregt durch Apothekergarten in Ingolstadt, 1804-14 durch Sckell angelegt und von Franz Schrank eingerichtet. Von ursprünglicher Anlage erhalten <strong>Eingangsportal</strong>, von Herigoyen 1811/12 (dem Entwürfe von Schedel von Greifelstein und C. v. Fischer, 1809/10, vorausgingen); das Tor proportionssicheres Werk des Münchener Frühklassizismus und frühes Beispiel für polychrome Fassung klassizistischer Architektur.</p> <p>Inschrift im Auftrag der Bayerischen Akademie der Wissenschaften von Goethe verfasst: FLORVM DAEDALAE TELLVRIS GENTES DISSITAE / MAXIMILIANI IOS.[ephi] R.[egis] NVMINE CON-SOCIATAE MDCCCXIl. (Der Blumen zerstreute Gattungen der Bildnerin Erde/auf Geheiß des Königs Maximilian Joseph vereinigt 1812).</p> <p>An Nordseite des nahezu halbkreisförmigen, knapp 8 ha großen Gartens von Sckell ein rund 135 m langes Gewächshaus 1812-13 errichtet (in Anlehnung an sein 1807 erbautes >Eisernes Hausi im Nymphenburger Park, -> S. 397). Das jüngere Gebäude 1853 abgebrochen wegen Errichtung des Glaspalastes für die »1. allgemeine deutsche Industrie Ausstellung im Jahre 1854«; Entwurf von Voit, angeregt von Crystal Palaceder Londoner Weltausstellung 1851, ausgeführt von Maschinenfabrik Cramer-Klett/Nürnberg. Die verbliebene Restfläche entlang der Elisenstraße (knapp 2 ha) durch Anlage zwischen Sophien-, Luisen-und Karlstraße erweitert und 1859-65 mit >Palmenhaus< (in Glas-Eisen-Konstruktion, ausgeführt wiederum von Cramer-Klett nach Entwurf von Voit in Zusammenarbeit mit Ingenieur Werder), Ökonomiegebäuden, Botanischem Museum, Aquarium. Raumbedarf und wachsende Luftverschmutzung erforderten 1900 Neuanlage; Wahl fiel auf Gelände nördlich des Nymphenburger Parks (-> Menzinger Straße 65).</p> <p>Bereits vor Zerstörung des Glaspalastes durch Brand (vom 5. auf 6.6.1931) Pläne für Bebauung des Areals, hauptsächlich für Museen, von Sattler (1914), Scherer (1918), Birkenholz, Rieh. Riemerschmid und O. E. Bieber (1922); nach Brand Projekte von Reisinger, Hocheder, Sörgel, P. L. Troost, Abel - alle nicht ausgeführt; dagegen Ersatzbau für Glaspalast auf Befehl Hitlers >Haus der Deutschen Kunst< (-> Prinzregentenstraße 1).</p> <p>Neugestaltung des Parks 1935-37 nach Konzeption von Troost: Errichtung des Ausstellungspavillons und des Restaurants 1936 durch Bieber sowie des Neptunbrunnens von Wackerle (1937) in Anlehnung an Michelangelos >David< in Florenz; Kriegsschäden 1951 behoben.-Nordwestlich des Pavillons Gedenkstein (errichtet 1951) zur Erinnerung an die erste Stromübertragung der Welt von Miesbach nach München anlässlich der internationalen Elektrizitätsausstellung< (1882) im Glaspalast. - Im Park wechselnde Aufstellung von Skulpturen zeitgenössischer Bildhauer.</p>

Quellen

Botanischer Garten, Alter
Zauner - München in Kunst und Geschichte (1914)

Botanischer Garten, Alter; Lenbachplatz. Angelegt 1813. Am Eingangsportal — in strengem Klassizismus dorischen Stils errichtet vom Portugiesen E. dHerigoyen — die Inschrift: „Florum Daedalae Teiluris Gente Dissitae Maximiliani Jos. R. Consoliatae MDCCC XII“. {Die auf dädalischer Erde zerstreut lebenden Blumen hat hier zusammengestellt Maximilian Joseph 1812). Als Vorbild diente der sog Apothekergarten der Ingolstädter Universität (die um jene Zeit nach Landshut und später von da nach München verlegt wurde); derselbe, wohl der älteste seiner Art, war vom Jesuitenkollegium angelegt worden und enthielt alle damals bekannten Arzneipflanzen. Der Botanische Garten verdankt sein wissenschaftliches Ansehen namentlich dem Wirken des Prof. .Martins, dessen Monument darin aufgestellt und nach dem die Martins - Straße benannt wurde. Sehr geschädigt indes wurde er in seinem Bestände durch den inmitten seines Terrains für die 1854 stattgehabte Kunstausstellung1) errichteten riesengroßen Glaspalast, dem er andererseits wieder seine Popularität und europäische Berühmtheit verdankte. Er ist für das Festland das, was für London der Crystal-Palace und wurde auch auf Wunsch König Max II., der überhaupt ein Verehrer englischer Baukunst war (vgl. den „Maximiliansstil“ in der Maximiliansstraße), von Baurat Voit — in 8 Monaten — erbaut. Bei einem Flächeninhalt von 11384 qm und einer Höhe von 23 m ist er ganz aus Gußeisen (1 500 000 kg) und Glas (73 000 Tafeln). Seit 1889 dient er der „Münchener Künstlergenossenschaft“ als Ausstellungsgebäude. 

Vom Portal am Lenbach- platz aus genießt man ein hochinteressantes architektonisches Strafsen- bild: Das Portal selbt ist klassisch-dorisch, gegenüber liegt das barocke Künstlerhaus, daneben der rote Ziegelbau der romanischen Synagoge, dahinter die welschen Kuppelhauben der gotischen Frauenkirche, und links im Vordergrund der ernste Renaissancebau der Herzog Maxburg [Rb; Max Kolb in der bayer. Staatszeitung 1913/72].

1) Die übrigens ein schlimmes finanzielles Fiasko zu beklagen hatte, da gerade im Ausstellungsjahr die Cholera in München ausbrach.

Der botanische Garten
Reber - Bautechnischer Führer durch München (1876)

Der botanische Garten (1812 angelegt) nimmt eine zwischen der Sophien-, Elisen-, Louisen- und Karlsstrasse liegende Fläche ein. Das Gebäude für Sammlungen etc., so wie das grosse Gewächshaus grenzt an die Karlsstrasse an. Diese Baulichkeiten sind nach Entwürfen von Oberbaurath Voit hergestellt und ist namentlich das grosse theilweise in Eisen und Glas hergestellte Palmenhaus sehenswerth.

Der botanische Garten
Nagler - Acht Tage in München (1863)

Alter Botanischer GartenDer botanische Garten, am Karlsplatz Nr. 27, wurde 1812 auf den Wiesen des Herzogs Clement angelegt. Den Plan fertigte Fr. v. Skell, und die Gewächshäuser und das massive Portal zum Garten baute E. d'Herigoyen. Aus der Stelle der ersteren erhebt sich seit 1854 der Glaspalast, und der Garten wurde nördlich von diesem Gebäude gegen die Karlsstraße hin hergerichtet. Der St. Bonifaciuskirche gegenüber bildet das neue botanische Museum eine Zierde der Straße. In demselben findet das dermal noch in dem Akademie-Gebäude befindliche Herbarium Aufnahme. An dessen Rückseite gegen Süden erhebt sich das aus Eisen- und Glas construirte Palmenhaus.