Name Ehem. Führerbau der NSDAP
Architekt Troost Paul Ludwig  
Stadtbezirk 3. Maxvorstadt
Stadtbezirksteil Königsplatz
Straße Arcisstraße 12
Jahr Baubeginn 1933
Jahr Fertigstellung 1933
Kategorie Keine Kategorie
Baustil Keine Kategorie
Suchbegriffe Führerbau der NSDAP Staatliche Hochschule für Musik Ehrentempel 
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Bemerkung

Ehem. Führerbau der NSDAP, jetzt Staatliche Hochschule für Musik, repräsentativer, neuklassizistischer Bau, 1933-37 nach Plänen von Paul Ludwig Troost; mit Sockel (Torso) des ehem. nördlichen Ehrentempels, erbaut 1935, gesprengt 1947; Pendant zu Katharina-von-Bora-Straße 10.

Beschreibung

<p>Hochschule für Musik undTheater München, der so genannte &gt;Führerbau&lt;. Durch Hitlers 1933 angeordnete Umfunktionierung des Königsplatzes zu einem &gt;Forum der Par-tei&lt;Auftrag an P. L.Troostzurarchitektonischen Gestaltung der Ostseite des Platzes entlang der Arcisstraße: Beiderseits der Symmetrieachse Brienner Straße die so genannten Ehrentempel (-&gt; Königsplatz S. 193), gefolgt von den gleichartig gestalteten repräsentativen Staatsbauten Verwaltungsbau der NSDAP (-&gt;&bull; Meiserstraße 10) im Süden, im Norden Führerbau als Amtssitz Hitlers in München. Hier, am 30.9.1938, Abschlussdes verhängnisvollen &gt;MünchenerAbkommens&lt; über das Sudetenland (zwischen Deutschem Reich, Italien, Frankreich und Großbritannien). Nach Zusammenbruch der Naziherrschaft Verwüstung und Plünderung des kaum kriegszerstörten Baus sowie Diebstahl von über 650 eingelagerten Gemälden für das von Hitler in Linz/Donau geplante &gt;Museum des Deutschen Reichest Ab Mai 1945 Hauptquartier der US-Army, 1948 Einzug des seit 1946 in der Medizinischen Lesehalle (-&gt;&bull; Beethovenplatz 1) untergebrachten Amerika-Hauses, das sich zum größten in Europa entwickeln sollte (seit 1957 im eigenen Gebäude am Karolinenplatz, -&raquo;&bull; S. 188). Ab 1947 (bis 1978) behelfsmäßige Unterkunft eines Teils des Bayerischen Staatsarchivs. Bereits 1954 Umbau des halbrunden Mittelsaals zu Theater- und Konzertsaal, der nun der 1951 eingezogenen Musikhochschule dient.</p> <p><strong>Beschreibung: </strong>Nach Plänen von Troost 1933-37 errichteter, nach dessen Tod 1934 von Gall vollendeter dreigeschossiger, symmetrisch gegliederter Baublock von 21 : 11 Achsen mit vorgeblendetem Kalksteinmauerwerk; allseitig umlaufende Gurtgesimse, scharf eingeschnittene Fensterumrahmungen, das spröde Kranzgesims und das zurückgesetzte Attikageschoss verleihen dem Bau eine horizontal lastende Schwere. Unter zwei pfeilergetragenen Baikonen die Eingänge in eine ursprünglich 60 m lange Wandelhalle; von ihr Zugänge zu zwei glasüberdachten, von Säulen getragenen zweistöckigen Galerien umstandenen Lichbhöfent mit repräsentativen Treppenaufgängen zum ersten Obergeschoss; zwischen beiden Höfen in der Mitte des Gebäudes die später zum Kongresssaal umgestaltete Wohnhalle, auf Anordnung Hitlers mit neun Wandteppichen des Herkules-Mythos von Bös, 1565-77, geschmückt (von 1953-92 im&nbsp;Neuen Herkulessaal, ~&gt; Hofgartenstraße 2 aufgehängt). Von der ursprünglichen Raumausstattung (durch Troosts Witwe Gerdy) - außer den erwähnten Repräsentationsräumen und der im südlichen Lichthof aufgestellten Statue der so genannten &gt;Knidi-schen Venus&lt; (ergänzte Kopie nach Praxiteles-Skulptur in der Glyptothek) - infolge der Umbauten nichts mehr erhalten. - Der ausgedehnte zweistöckige Keller (mit Luftschutzräumen) Bestandteil eines unterirdischen Gangsystems, das die wichtigsten Parteigebäude im Bereich Max-Joseph-, Barer-, Arcis- und Karlstraße miteinander verband.</p> <p><strong>Bedeutung:</strong> Der &gt;Führerbau&lt;, zusammen mit dem &gt;Verwaltungsbau&lt; und dem 1947 gesprengten so genannten &gt;Ehrentempel&lt; (-&gt; Königsplatz), das repräsentative Machtzentrum der NSDAP und ideologische Selbstdarstellung des 3. Reichs. Dazu kamen im nächsten Umkreis knapp 50 Gebäude mit Dienststellen der Parteigliederungen (seit2001 Informationstafel an Ecke Arcis-/Brienner Straße). In ihrer Architektur waren die Bauten Troosts, als &raquo;erste Großbauten des Neuen Deutschland&laquo; bezeichnet, gemeinsam mit dem &gt;Haus der Deutschen Kunst&lt; (-&gt;&bull; Prinzregentenstraße 1) gleichsam Musterbauten für alle repräsentativen Staats- und Parteigebäude im gesamten Reichsgebiet-propagandistisch als Beispiel für &raquo;germanischeTektronik&laquo; gepriesen.- Für das seit längerer Zeit diskutierte NS-Dokumentationszentrum zeichnet sich parteiübergreifende Einigung ab, die bis Mitte 2003 erste Realisierungskonzepte erbringen wird.</p>

Ehemalige Bewohner
NameBerufvonbis
Führerbau19331945
Pringsheim AlfredMathematiker, Kunstmäzen1933
Maffei Carl Friedrich von