Name Ehem. Technische Hochschule
Architekt Neureuthers Gottfried von  Thiersch Friedrich von  
Straße Arcisstraße 21
Jahr Baubeginn 1865
Jahr Fertigstellung 1865
Baustil Neurenaissance
Kategorie Bildung & Wissenschaft
Universität
Baustil Keine Kategorie
Neurenaissance
Unterkategorie Universität  
Suchbegriffe Technische Universität Technische Hochschule 
Ehem. Technische Hochschule
Ehem. Technische Hochschule Arcisstraße
Urheber: Reber - Bautechnischer Führer durch München (1876)

Bemerkung

Ehem. Technische Hochschule, jetzt Technische Universität; ein großes Geviert ausfüllender Komplex aus verschiedenen Bauzeiten. Vom ursprünglichen Bau Gottfried von Neureuthers (1865-68, Neurenaissance) nur das Rustika-Erdgeschoss an zwei Seiten des Südblocks (südlich an der Gabelsbergerstraße, östlich zum Hof) erhalten; der restliche Südtrakt an der Gabelsbergerstraße (mit Ausnahme des Ostendes) samt dem plastisch reich ausgestalteten Mittelbau mit Turm, 1910-16 von Friedrich von Thiersch, in frei historisierenden Formen; Fortsetzung westlich an der Luisenstraße (Südhälfte); Maschinenhalle im Hof, 1912; die palastartigen Blöcke im Nordosten und Südosten nebst westlich anschließenden Fortsetzungen 1923-28 von German Bestelmeyer; Mitte des Nordtraktes an der Theresienstraße Neurenaissance (1898/99); übrige Teile modern; im Vorhof des Neubaus nördlich der Theresienstraße Ohm-Denkmal, siehe Theresienstraße.

Beschreibung

<p>Technische Universität München</p> <p>Für die 1827 gegründete Polytechnische Realschule&lt; (von 1839-68 im ehemaligen St.-Annastift, -&gt; Damenstiftstraße 3 untergebracht) Neubau in spätklassizistischen Neorenaissanceformen nach Plänen von G. Neureuther errichtet, bezogen auf Ost-West-Achse der gegenüberliegenden Alten Pinakothek; Baubeginn 1866, Aufnahme der Lehrtätigkeit 1868. Umbenannt in technische Hochschule Müncherx 1877/78, in &raquo;Technische Universität München&lt; (TU) 1970. Einzelne Zubauten bereits zwischen 1873 und 1899 notwendig (wie Landwirtschaftliche Abteilung an Luisenstraße, 1874-1908) mit gleichzeitiger Erweiterung des Areals zum &gt;Stammgelände&lt; auf dem Karree zwischen ArcisVLuisen- und Gabelsberger/Theresienstraße. - Entstehungsdaten für den Gesamtkomplex der TU (wobei die im Folgenden verwendeten Gebäudebezeichnungen die Zweckbestimmung des jeweiligen Neubaus wiedergeben): erste groß angelegte Erweiterung nach Plänen von F. v. Thiersch an Gabelsberger- und Luisenstraße 1903-10: Turm und Institutsbauten sowie Neubau für Landwirtschaftliche Abteilung. Durch Bestelmeyer 1923-26 zwei symmetrische blockhafte Eckbauten (Girlandenfriese im Attikageschoss nach Entwurf von Ed. Pfeifer) entlang der Arcisstraße dem Neureuther-Bau angefügt: gegen Theresienstraße Gebäude mit Lehr- und Forschungsräumen nebst Maschinenhalle, gegen Gabelsbergerstraße Gebäude mit Auditorium Maximum. (Die im 3. Reich erwogene Verlegung der TH nach Nymphenburg - Planungen von Bestelmeyer 1937 - blieb Projekt.) Im 2. Weltkrieg 85 % der Gebäude auf Stammgelände zerbombt oder unbrauchbar. Wiederaufbau: 1948-54 Ersatz des Neureutherschen Gründungsbaus durch fünfgeschossiges Institutsgebäudeund vorgelagerten Ve/wa/fungsbau(Architekt:Vorhoelzer), Letzterer 1968 um zwei Geschosse aufgestockt (Architekt: Ludwig). Schließung des Gevierts an Luisen- und Theresienstraße durch Neubau für technische Labors und Hallen für Maschinenwesen (Architekt: Werner und Hart, 1959-66). Zusätzliche Neubauten außerhalb des Stammgeländes zwischen Theresien- und Heßstraße: 1954-59 Institut für Nachrichtentechnik an Heßstraße (Architekt: Eichberg); 1955-57 und 1966-69 Materialprüfungsamt an Arcisstraße (Architekt: Eichberg und Hart); 1957-63 Hochvolthaus des Instituts für Hochspannungstechnik an Luisenstraße (Architekt: Eichberg und Hart); 1959-64 Institut für Elektrotechnik an Luisen-/Heßstraße (Architekt: Hassenpflug); 1964-69 der so genannte &gt;U-Trakt&lt; mit Hörsälen, Seminarräumen und Büros (Architekt: Eichberg). - Neubauten südlich der Gabelsbergerstraße: 1957 Mensa (Architekt: Hart, Bogenberger, Eckert), erweitert 1975; an Luisenstraße so genanntes &gt;Westsüdgelände&lt;: 1963 Naturwissenschaftliche Institute (Laboratorien und Experimentierhalle für&nbsp;technische Physik; Architekt: Wiedemann und Hart); zwischen Arcis-und Barer Straße: 1965-72 Naturwissenschaftliche Institute (Hörsäle, Rechenzentrum; Architekt: Hart, Ludwig, Hlawaczek) auf so genanntem &gt;Bunkergelände&lt;, z. T. auf Fundamenten des 1938 von Gall entworfenen &gt;Verwaltungsbau des Braunen Hauses&lt; errichtet. - Im Innenhof der Bauten auf Stammgelände: 1990-94 Neubau langgestrecktes Institutsgebäude, viertelrundes Auditorium Maximum und halbrundes CAD-Gebäude (Architekt: Wienands); auf dem Dach des Hauptgebäudes 1999-2000 Architekturtechnisches Zentrum für Gebäudetechnologie (Architekt: Herzog). - Südlich des Verwaltungsbau Kopie des &gt;Rosseführers&lt; (ohne Pferd), der (von Bleeker 1930/31 geschaffen) mildem &gt;Rosselenken (von Hahn, 1928-31) zwischen den Bestelmeyerschen Neubauten aufgestellt war; Ersterer heute gegenüber vor Alter Pinakothek aufgestellt, der &gt;Lenker&lt; vor Goethestraße 31 in veränderter Zusammenstellung.</p>

Quellen

Technische Hochschule
Zauner - München in Kunst und Geschichte (1914)

Technische Hochschule, Arcisstr. 21; früher „Polytechnikum“ genannt. Von Gottfried Neureuther 1865—68 in den Formen der italienischen Hochrenaissance errichtet, wodurch dieser Architekt (vgl. unter Kunstgewerbeverein) „der Einführer der deutschen Renaissance in München wie der einer ganz neuen Bauperiode überhaupt wurde“. Und was ihn ganz von seinen Vorgängern unterschied, ist die Feinheit und Liebe, mit der er das Detail behandelt und ausbildet und dadurch seinen Bauten jenen malerischen Reiz und jene Wärme verleiht, die der Renaissance so eigen ist — während sich weder Klenze noch Gärtner irgend viel um das Detail kümmerten, sondern nur nach Größe der Komposition und nach einfachen Silhouetten strebten. Hier wollte der Meister zeigen, wie man Skulptur und Malerei zur Belebung und feiner Charakteristik eines Baues zu verwenden hat; und wenn ihm auch Sparsamkeit an Fassade und in der Aula alles gestrichen hat, was er in dieser Art beabsichtigte, so zeigte er seine Kunst doch im Vestibül und Treppenhaus; diese aber hat er mit den geringsten Mitteln durch sinnvolle Verwendung dieser Künste zu so reizender Wirkung gebracht, wie es noch bis lange später in München nur wenigen gelungen ist. Wenn dabei allerdings manches der Schmuckglieder allzu zierlich geworden, so ist dies auf Rechnung der Epoche des Königs Max II. zu setzen. Auch zeigte der Architekt hier zuerst sein Geschick in lebendiger Gruppierung von Baumassen, die gegen alles Aeltere, Schlichte des 19. Jahrh. eine große künstlerische Bereicherung bedeutete, und diese Gruppierung ist hier um so lobenswerter, als sie aus den gegebenen Grundrißforderungen herausentwickelt wurde. Die 233 m lange Fassade ist im Erdgeschoß mit Granitquadern verkleidet; in den 2 Obergeschossen sind alle Gesimse, Brüstungen, Lisenen und Fenstereinfassungen aus gelbem Sandstein; das Backsteinmauerwerk dazwischen aber ist mit Zement verputzt. Ein Teil der Ornamente an den Straßenseiten, namentlich der polychrome Fries des Hauptgesimses wurde aus Terrakotta, und zwar teils aus der Nymphenburger teils aus der Mettlacher Porzellanmanufaktur hergestellt; am Fries selbst sind 72 Porträtköpfe der berühmtesten Gelehrten aller Zeiten, Naturforscher, Architekten, Ingenieure u. s. w., angebracht. Die Flügelbauten sind an der Hauptfront mit Sgrafittomalereien belebt (am Nordflügel von Eug. Neureuther, am Südflügel von Mövemeyer). Das prächtige Treppenhaus ist von Eugen Neureuther, dem Bruder des Architekten und dem von Goethe mit Recht gefeierten Arabeskenkünstler, mit sehr fern erdachten und oft amüsanten Malereien ausgestattet; die 2 Landschaften sind von B. Fries. Ueber dem jonischen Säulenportal des Mittelbaues steht die Inschrift: „Ludovico II. Bav. rege aere publico exstructum. Artibus — Seientiis“. Schon 1870 wurde eine Erweiterung nötig. Infolge der stets wachsenden Zuhörerschar — sie beträgt derzeit 3000 und iiber- trifft somit alle deutschen Schwesteranstalten — wurden weitere Bauten nötig, so die Landwirtschaftliche Zentralversuchstation, das elektrotechnische, geodätische, physikalische und chemische Institut, sodann (an der Gabelsberger-Luisenstraße, von Fr. Thiersch) ein umfangreicher Neubau für Laboratorien und für die Architektenabteilung, endlich die durch einen Umbau des Südflügels gewonnenen Bibliotheksräume [BAJ, Bb, P].