Beschreibung
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<strong>St. Joseph </strong>Als Klosterkirche der Kapuziner, aber in Hinblick auf spätere Errichtung einer Pfarrei (1913) mit stattlichem Turm in der Blickachse der Augustenstraße (anstatt bei Kapuzinerkirchen nur erlaubtem Dachreiter), daneben auch Militär- und Garnisonskirche, 1898-1902 nach Plänen von Schurr erbaut. Langhaus 13.6.1944 durch Sprengbomben bis auf Außenmauern zerstört (ausgenommen Turm), neubarocke Ausstattung nahezu vollständig vernichtet. Errichtung einer hölzernen Notkirche (1946) auf Josephsplatz, 1950-52 vereinfachter Wiederaufbau durch O. E. Bieber, zwischen 1984 und 1990 Stabilisierung der Nachkriegsbausubstanz. Umfassende Außenrenovierung 2001-02 anlässlich der 100-Jahr-Feier.</p>
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B<strong>eschreibung: </strong>Auf drei Seiten freistehender Baukörper, an Nordseite Pfarrhaus (bzw. Kapuzinerkloster) angefügt. Die Haupf-(West-) Front mit eingezogenem, dreibogigen Portikus zeigt Anklänge an frühbarocke Fassade des Salzburger Doms; Rechteckfenster und Dreieckgiebel anstelle der ursprünglichen Rundbogenfenster und des kurvierten Giebels nach Vorbildern italienischer Frühbarockfassaden; im Untergeschossdes nördlich abgerückten Turms Denkmal (von Nep-pel) für die königlich bayerische Nachrichtentruppe, das 4. Obergeschoss als oktogonaler >Tambour< mit Haube und Spitztürmchen (Salzburg), von diagonal angeordneten gesockelten Voluten flankiert. Süd-und Nordseite mit hoch liegenden gestelzten Halbkreisfenstern, aus Osfse/tevorspringender5/8-Chor mit Rundfenstern. Innenraum: tonnengewölbte Wandpfeilerkirche mit eingezogenem, dreiseitig geschlossenem Chor. In Seitenkapellen anstelle der nicht rekonstruierten Altäre an Ostwänden nur noch Plastiken. (Zu Ausstattung -> Legende beim Grundriss.) Gliederung der ursprünglich reich stuckierten Gewölbe 1984 ff. durch einfache Stuckfelderung und sparsamen Rosettendekor. Bedeutung: Erster großer Neu-(Früh)Barockbau unter den mittelalterlich-historischen Kirchen Münchens, nach Form und Geist von St. Michael (-> Neuhauser Straße 6) inspiriert und beispielgebend für Neu-St.-Margaret in Sendung (-> Margaretenplatz 1). Städtebaulicher Schwerpunkt in dem Neubauviertel mit dem auf Fernwirkung in den Sichtachsen von Augusten-, Adalbert- und Adelheidstraße gestellten 63 m hohen Turm.</p>
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<strong>Altäre und Kapellen </strong></p>
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<strong>1</strong> Hochaltar: Anstelle des ursprünglichen Altars (von Fugel) auf hohem Sockel gotisierend stilisiertes Tafelbild >Hl. Joseph zwischen Theresia von Avila und Bernhardin von Siena< über predellaartigem Bildfeld Weihe des Kurfürstentums Bayern an Joseph durch Ferdinand Maria und Henriet-fe Adelaide< 1664, vor Stadtvedute Münchens (Braunmiller).<br />
<strong>2</strong> Messaltar undAmbo (Brosig 1990).<br />
<strong>3</strong> Sakramentsaltar, darüber >Herz Jesu< (>Lanzenstich<; O. Straub).<br />
<strong>4</strong> Antonius von Padua: aus zerstörter Kirche geborgen, z. T. ergänzt.<br />
<strong>5</strong> Bruder Konrad (Werkstatt 0. Straub).<br />
<strong>6</strong> Marienaltar, darüber >Schutzmantelmadonna< (Beckmann 1902).<br />
<strong>7 </strong>Elisabeth von Thüringen: von Kaiser Franz Joseph von Österreich zum Gedenken an seine 1898 von einem Anarchisten ermordete Gemahlin Elisabeth gestiftet.<br />
<strong>8</strong> Franz von Assisi (Schauer).<br />
<strong>9</strong> Gedenkkapelle für die Gefallenen der Weltkriege, v. a. aber Gedenkstätte für 21 Mitglieder des Katholischen Gesellenvereins von St. Joseph, die am 6.5.1919 von den > Weißen < als angebliche Kommunisten im Keller des Prinz-Georg-Palais (Karolinenplatz 5) gefoltert und grundlos ermordet wurden.</p>
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<strong>Ausstattung</strong></p>
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<strong>a</strong> Ölskizze des ursprünglichen Hochaltarbildes Verehrung des Hl. Joseph* (Fugel 1905, kompositioneil Anklänge an Bellini); gegenüber an Nordwand Oratorium,<br />
<strong>b </strong>Kanzel mit Relief >Predigt Jesu am See Genezareth< (O. Sträub).<br />
<strong>c </strong>Kreuzwegstationen: je drei und vier in den beiden Seitenkapellen (Schauer 1960-70 als Ersatz für die von Fugel 1903-08 geschaffenen Gemälde),<br />
<strong>d</strong> Bilderzyklus in den Seitenkapellen und an westlicher Rückwand hoch angebracht: 14 Gemälde Lebensstationen des Hl.Josepht (Braunmiller).</p>
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Quellen
Josephskirche
Zauner - München in Kunst und Geschichte (1914)
Josephskirche, Josephsplatz 1. Erbaut 1898—1902 für die Kapuziner von Architekt Hans Schurr im Spätrenaissancestil. Grundriß: einschiffig mit sehr großem gemauertem Tonnengewölbe (Durchmesser 20 m, Länge 62 m); eingezogenes Strebesystem zur Bildung von 12 Kapellen ; westliche Vorhalle mit Orgelchor. Chor halbkreisförmig abgeschlossen, wobei unter Verkröpfung der Gesims- und Mauerteile die Nische für den Hochaltar gewonnen wird. Giebelform in feingeschwungenen Linien. Turm mit barocker Kuppelhaube, freistehend, 65 m hoch. [Gütige Mitteilung des Architekten.] St. Elisabeth-Seitenaltar (von gleichem Aufbau wie der gegenüberliegende Altöttinger-Seitenaltar) gestiftet von Kaiser Kranz Joseph im Todesjahr seiner ermeuchelten Gemahlin Elisabeth. Hochaltarbild (vom Typ der italienischen Spätrenaissancegemälde) und die 2 Wandfresken im Chor (Flucht nach Aegypten und Tod des hl. Josephs) von Gebhard Fugei. Vom gleichen Meister der Hauptschmuck der Kirche, die 14 Kreuzwegstationen mit lebensgroßen Freskofiguren in mächtigen Stuckrahmen; „die Gemälde fügen sich ausgezeichnet ins Gesamtkirchenbild ein, beleben es und verleihen ihm günstige Farbigkeit; alle Figuren tragen einen großen, erhabenen Zug und monumentale Ruhe bei allem Reichtum der Empfindung, ergreifende Andacht und eine ernste, aber nicht schwere farbige Stimmung; jede einzelne Komposition ist selbständig und weist eine Fülle von Schönheiten in der Form und in der malerischen Behandlung auf [Dr. Hoering „Gebhard Fugei“ in CK 04/08]“.