Name Staatliche Antikensammlung
Architekt Ziebland Georg Friedrich  
Stadtbezirk 3. Maxvorstadt
Stadtbezirksteil Königsplatz
Straße Königsplatz 1
Jahr Baubeginn 1838
Jahr Fertigstellung 1838
Baustil Klassizismus
Kategorie Keine Kategorie
Baustil Klassizismus
Klassizismus
Suchbegriffe Staatliche Antikensammlung Kunst- und Industrie-Ausstellungsgebäude 
Staatliche Antikensammlung
Staatliche Antikensammlung Königsplatz
Bildrechte: © Gerhard Willhalm, <a href='https://fotoagentur-muenchen.de/bilder/d_bilder.php?id=10726'>Antikensammlung</a>, <a href='https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/legalcode'>CC BY-NC 4.0</a>
Staatliche Antikensammlung
Staatliche Antikensammlung Königsplatz
Urheber: Reber - Bautechnischer Führer durch München (1876)
Staatliche Antikensammlung
Staatliche Antikensammlung Königsplatz
Urheber: Reber - Bautechnischer Führer durch München (1876)

Bemerkung

Königsplatz 1/1a; Ehem. Kunst- und Industrie-Ausstellungsgebäude, jetzt Staatliche Antikensammlungen, Mittelrisalit mit korinthischem Säulenportikus und Freitreppe flankiert von Seitenflügeln mit Lisenengliederung, von Georg Friedrich Ziebland, 1838-45, Reliefs nach Entwurf von Ludwig Schwanthaler, 1836-1844, Wiederaufbau nach Plänen von Johannes Ludwig, 1963-67; vgl. auch Ensemble Maxvorstadt II.

Beschreibung

<p> <strong>Staatliche Antikensammlungen </strong>in dem an Südseite des Königsplatzes als Pendant zur Glyptothek ( &gt; Königsplatz 3) zwischen 1838 und 1845 errichteten ehem. Kunst- und Industrie-Ausstellungsgebäudes.Don bereits ein Institut für griechische Waisenkinder gebaut (Abbruch 1819); nicht ausgeführt das Projekt eines /Museums für Abgüsse von Thorwaldsens Werken. Dagegen (1812) Projekt C.v. Fischers für Armeedenkmal, ebenso wenig ausgeführt wie die 1816 von Klenze begonnenen Entwürfe (bis 1829) für Apostelkirche. Bereits seit 1822 (!) beauftragte Kronprinz Ludwig den damaligen Akademieschüler Ziebland ebenfalls mit Entwürfen füreineApostelkirche; darüber hinaus erhielt F. Gärtner 1827 den Auftrag, an dieser Stelle eine Staatsbibliothek zu projektieren (Plan 1828 aufgegeben). Um 1830 Entscheidung gegen Kirchenbau zugunsten eines Ausstellungsgebäudes »zur Förderung der Künste und Gewerbe in Bayern«; nachdem Klenze bereits 1830/31 Entwurfsskizzen angefertigt hatte, Ausführungsauftrag jedoch anZiebland, der von Klenze-Entwurf hohes Stufenpodest, achtsäuligen Portikus und pi-lastergegl iederte Seitenflügel übernimmt. Grundsteinlegung 1838 (gemeinsam mit südlich anschließendem Kloster und Basilika St. Bonifaz, &gt; Karlstraße 34), vollendet 1845; seit 1848 in Staatsbesitz. Fortan für Ausstellungen verwendet bis zur Einrichtungais Königliches Antiquarium 1869 (antike Kleinkunst außer Vasen, die schon 1836 im Erdge-schoss der Alten Pinakothek, &gt; Barer Straße 27, aufgestellt worden waren). Ab 1872 wieder Ausstellungen, zwischen 1898 und 1916 Haus der Münchener Secession, von 1919-39 Neue Staatsgalerie. Bereits 1927 Überlegungen zur Erweiterung des Ausstellungsgebäudes; 1929 Vorschlag von). Rank unter Einbeziehung des Klosterbaus; Aufgreifen dieses Plans durch Oberste Baubehörde (Gablonsky, unter Mitarbeit von Hager und Leypold) 1938-41 mit gleichzeitiger Planung für Klosterneubau: Einrichtung eines Museums »Schack-Galerie der deutschen Meister des 19. Jahrhunderts« (laut Hitler-Er-lass 1.2.1939) durch Krieg verhindert. 1943 und 1944 bis auf Außenbau und Säulenportikus zerstört. - Bei Wiederaufbau (ab 1959) nach Plänen von Ludwig als Museum für die Antikensammlungen eingerichtet und 1967 eröffnet..</p> <p> <strong>Beschreibung: </strong>Eingeschossiger, durch flache Pilaster klar gegliederter, breit gelagerter Baukörper auf hohem rus-tizierten Sockel; Fassadenmitte betont durch achtsäuligen korinthischen Portikus über hoher Freitreppe; im Giebelfeld original erhaltene Marmorfiguren &gt;Bavaria als Schützerin der Künstler unter Ludwig l.&lt; (von L. Schwanthaler 1838-41, aufgestellt 1844). -Vor schweren Zerstörungen im 2. Weltkrieg mit südlich anschließendem Klosterbau und Kirche St. Bonifaz verbunden.</p> <p> <strong>Bedeutung:</strong> Spätklassizistisch vornehmer Bau, der aber durch Treppenanlage und die damit erreichte Höhe die Harmonie des Platzes dominiert und in seinerVertikalgebärde die Glyptothek überragt. Deren ionischer Stil und die korinthische Ordnung des Zieblandbaus bilden mit den 1862 vollendeten Propyläen ein ideelles Abbild der »Geschichte der hellenistischen Stilentwicklung«.</p> <p> <strong>Staatliche Antikensammlungen </strong>* Hervorragende Beispiele griechischer, großgriechischer und etruskischer Vasenkunst, Kleinbronzen, antiken Silbers sowie griechischen und etruskischen Coldschmucks, hervorgegangen aus der 1920 zum Staatlichen Museum antiker Kleinkunst vereinigten &gt;Sammlung griechischer Töpferkunst&lt; Ludwigs I. (seit 1836 in der Alten Pinakothek), »Vereinigten Sammlungen Ludwigs l.&lt; und Beständen aus der ehem. Kunstkammer Albrechts V. Neben Erwerbungen haben vor allem Stiftungen die Bestände bereichert wie die von F. W. von Bissing, die Sammlung Paul Arndt (1908), das Vermächtnis James Loeb(1933), die Sammlung Hans von Schoen (1964).</p> <p> <strong>Bedeutung: </strong>Antikensammlungen und die zugehörige Glyptothek (neben Berlin) reichstes Museum antiker Skulptur und Vasenkunst in der Bundesrepublik; die Münchener Vasensammlung nach der des Britischen Museums und des Louvre wichtigste ihrer Art.</p> <hr /> <p> <strong>Hauptgeschoss:</strong> Griechische Töpfer-kunst aller Epochen, im Einzelnen im Saal derVor- und Frühgeschichte, in II des8.-6.1h., m des6. und5.1h., in IV des 5. ]h. und in V des 5.-2. Jh. sowie griechische Terrakotten, Tongefäße und Bronzen der Schenkung Hans v. Schoen in Saal l und ]ames Loeb in Saal V. Im Obergeschoss des Mittelsaals VI Griechische Gefäße aus Unteritalien, etruskische Tongefäße und Bronzen. Untergeschoss: im Korridor Tongefäße des 8.-6. )h. aus Böotien und des 7 0. -6. Jh. aus Zypern, m Raum VII Etruskischer Goldschmuck und antikes Silber, VIII Antikes Glas und griechische Bronzen, IX Griechische und andere Terrakotten und Bronzen, X Griechischer Goldschmuck. (Archaische und klassische griechische, hellenistische und römische Großplastik in &gt;C/yp-tothek&lt; &gt; Königsplatz 3.)</p> <p> &nbsp;</p>

Quellen

Kunstausstellungsgebäude, Kgl.
Zauner - München in Kunst und Geschichte (1914)

Kunstausstellungsgebände, Kgl., Königsplatz 1, mit einer Galerie des Vereins bildender Künstler Münchens (,,Sezession“). 1838—48 von Ziebland in korinthischem Stil (gegenüber den dorischen Propyläen und der römisch-jonischen Glyptothek) erbaut. Ein prächtiger Monumentalbau mit feierlicher Tempelfassade; gegenüber der etwas eingesunken erscheinenden Glyptothek begünstigt durch die erhöhte Lage auf einer großartigen Freitreppe. In den Seitenflügeln ringsum geschlossene Quadersteinfassade (die ursprünglich geplanten Fensteröffnungen kamen auf Betreiben Klenzes nicht zur Ausführung [B 06]); Gliederung nur durch Pilaster mit glatten Schäften und schlicht profilierten Kapitellen sowie oben durch dreiteiliges, wenig hervortretendes Gebälk. Im Giebelfeld (in Gegenüberstellung zur Glyptothek, an der die griechischen plastischen Künste dargestellt sind) eine Darstellung der unter dem Schutz und der Aufmunterung der „Bavaria“ blühenden bayerischen Künste (von Schwanthaler): In der Mitte die Bavaria, Kränze austeilend und stehend vor einem mit Löwen flankierten Thronsessel; ihr zur Hechten der Architekt mit dem Modell einer Kirche, der Historienmaler mit einer Tafel, der Genremaler mit einer Zeichenmappe, der Porzellanmaler mit einer Vase, der Glasmaler, ein Gemälde behutsam aufhebend; zur Linken ein Bildhauer, dem sein Gehilfe einen Wagen mit der Kolossalbüste König Luduigs nachfährt, der Bronzegießer, eine Erzstatue aufrichend und der Münzer, der ein großes Medaillon in die Münzschüssel legt. In der Giebelblume ein aus seiner Asche emporsteigender Phönix, als Symbol der wiederauflebenden Künste [B 06, HR, Rb].

Das Kunstausstellungsgebäude
Reber - Bautechnischer Führer durch München (1876)

Dieser monumentale nach den Plänen von Ziebland 1838— 1848 errichtete Bau nimmt die Südseite des Königsplatzes, vis-a-vis der Glyptothek ein. Derselbe enthält eine Anzahl zumeist mit Oberlicht versehener Räume, wie sie zu Kunstaustellungszwecken geeignet sind. Das Erdgeschoss erhebt sich über einem hohen Unterbau; zu der korinthischen Säulenhalle vor dem Haupteingange führt eine grossartige Freitreppe hinauf. Alle Architekturformen von Aussen sind in Hausteinen (Kalksteinen) und zwar in der sorgfältigsten Weise ausgeführt. Im Inneren hat nur das Vestibül (Fig. 32 a) eine reichere Ausbildung und Ausstattung erhalten, während die Ausstellungsr ume (b—h) ihrem Zweck entsprechend einfach dekorirt sind. Die Skulpturen des Giebelfeldes — Bavaria den Vertretern der verschiedenen Künste Kränze darreichend — sind von Schwanthaler. Rückwärts ist das zur Basilika gehörige Benediktiner-Kloster angebaut; da auf den Seitenfronten die Architektur des Kunstausstellungs-Gebäudes fortgesetzt ist, so erscheint dieses dadurch grösser, als es wirklich ist. 

Kunstausstellungs-Gebäude
Nagler - Acht Tage in München (1863)

Das Kunstausstellungs-Gebäude, am Königsplatze Nr. 1, der Glyptothek gegenüber, ist ein Werk im reinsten korinthischen Style, und wurde von 1838—1848 nach dem Plane des Oberbauraths F. Ziebland erbaut. Die Statuengruppe des Giebelfeldes aus Schlanders - Marmor, von L. v. Schwanthaler, stellt das neue Kunstleben in Bayern vor. In der Mitte steht Bavaria vor dem Throne, Kränze austheilend. Rechts von ihr kommt der Architekt, der Historienmaler, der Genremaler, der Porzellainmaler und der Glasmaler herbei. Links nähert sich der Bildhauer, dem der Gehilfe die  Büste des Königs Ludwig nachfährt, dann der Erzgießer und der Münzgraveur. Im Jahre 1843 wurde das Gebäude mit einer großen Kunstausstellung eröffnet, und andere Ausstellungen folgten nach. Sieben der großen Gemächer erhalten das Licht von oben, andere haben Seitenlicht. Rückwärts schließt sich das Kloster der Benediktiner von St. Bonifaz an.

Weitere Bilder
Gerhard Willhalm - Giebelfeld - Antikensammlung

Giebelfeld - Antikensammlung

Gerhard Willhalm - Giebelfeld - Antikensammlung

Giebelfeld - Antikensammlung