Name Börse München
Architekt Schmidt Albert  Lehner Jac  
Stadtbezirk 3. Maxvorstadt
Stadtbezirksteil Königsplatz
Straße Lenbachplatz 2
Jahr Baubeginn 1896
Jahr Fertigstellung 1896
Baustil neubarock
Kategorie Keine Kategorie
Baustil Historismus
neubarock
Suchbegriffe Börse München 
Börse München
Börse München Lenbachplatz
Bildrechte: © Gerhard Willhalm, <a href='https://fotoagentur-muenchen.de/bilder/d_bilder.php?id=11735'>Ehem. Bayerische Bank</a>, <a href='https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/legalcode'>CC BY-NC 4.0</a>

Bemerkung

Lenbachplatz 2/2a; Bankgebäude, auch Börse München, freistehender, viergeschossiger Block mit gerundeten Eckrisaliten, reich gegliederte Sandsteinfassade und plastischer Dekor in neubarocken Formen, von Albert Schmidt, 1896-98, Wiederaufbau nach Kriegszerstörung durch Jac Lehner, 1948/49.

Beschreibung

<p> Deutsche Bank und Bayerische Börse An der Stelle des seinerzeit spektakulären und vielfach angefeindeten ersten neuzeitlichen Miethauses in München (errichtet 1816-18 durch Himbsel: sog. &gt;Himbsel-Haus&lt;) nach Plänen von A. Schmidt ursprünglich für Deutsche Bank 1896-98 errichteter beherrschender Baublock am Übergang vom Karlsplatz zum Lenbachplatz, zugleich städtebauliches Pendant zu dem kurz vorher erbauten ebenfal Is neubarocken Justizpalast (-&gt; Elisenstraße 1 a). Seit 1935 auch Sitz der Bayerischen Börse, die nach Behebung von Kriegsschäden bereits im August 1945 als erste deutsche Börse wieder eröffnet wurde.</p> <p> <strong>Beschreibung:</strong> Auf nahezu quadratischem Grundriss über hohem rustizierten Sockelgeschoss durch Kolossalordnung kräftig gegliedertes zweistöckiges Obergeschoss; darüber schweres Gebälk; die Dachzone erst 1945 ausgebaut. Die vier Fassaden jeweils dreiachsig zwischen markanten Eckrisaliten, durch abgeschrägte Ecken Steigerung der Plastizität des Baukörpers, durch heute nicht wiederhergestellte Eckkuppeln ursprünglich noch besonders betont. Reicher plastischer Schmuck: Über den Portalen Reliefs von Wadere (südöstlich »Handel und Industrie^ nordöstlich »Fleiß und Zeit&lt;), Schlusssteinköpfe jeweils über den drei Rundbogenfenstern des ersten Obergeschosses symbolisieren Europa (Frauenkopf), Asien und Afrika (Moslem) und Amerika (Indianer); auf der Attika über den abgeschrägten Ecken allegorische Plastiken: über Südostsisalit »Landwirtschaft und Gewerbe« (von Wadere), über Südwest »Verkehr, Eisenbahn und Schifffahrt&lt; (von Dennerlein), über Nordost »Industrie und Handel&lt; und über Nordwest »Länder- und Völkerkunde&lt; (beide Gruppen von Gehr).</p> <p> <strong>Bedeutung:</strong> An städtebaulich exponierter Lage des Übergangs vom Karlsplatz zum amorphen Lenbachplatz verfestigender Baublock des klassischen Historismus, in seiner urbanistischen Qualität Wiener »Ringstraßenarchitektun vergleichbar; in den Ecklösungen (ursprünglich mit Kuppeln) Anklänge an &gt;Michaelertrakt&lt; der Wiener Hofburg (1889-93).</p>

Quellen

Deutsche Bank
Zauner - München in Kunst und Geschichte (1914)

Deutsche Bank, Lenbachplatz 2. 1898/99 erbaut von Prof. Albert Schmidt. Wir geben die für jene Zeit der Münchner Baugeschichte interessante Baubeschreibung mit den eigenen Worten des Architekten wieder [aus SB 99, 13]: Da die Reliefierung des Gebäudewürfels nur durch das Gerüst einer über die zivilen Verhältnisse hinausgehende Architektur erreicht werden konnte, erschien kein Stil monumentaler und doch wieder zweckdienlicher als die italienische Spätrenaissance; daher Reliefierung der Seiten mit Halbsäulen, der EckpaviUons mit Vollsäulen. Die Lichteinführung zum Banklokal im Hauptgeschoß (dessen leichtgewölbte, reichstuckierte Decke ruht auf 12 dunkelschwarzen und grauen Syenitmonolithen) machte ein horizontal abgedecktes Fenstersystem mit möglichst schmalen Pfeilern notwendig, und hiezu eignete sich die Halbsäule am besten. Von großer Bedeutung wie für das Innere so für das Aeußere ist die Anlage des Sockelgeschosses: im Gegensatz zum bisher üblichen Schema wurde es nicht versenkt, sondern über Bodenhöhe angebracht; dadurch konnten die zwei Säulenordnungen, toskanische und korinthische, in richtigem Verhältnis angelegt werden. Zur Charakteristik des Gebäudes dient hauptsächlich der plastische Schmuck: über dem Südostpavillon die Gruppe der Landwirtschaft und des Gewerbes (von Wadere), über dem Südwestpavillon der Verkehr, Eisenbahn und Schiffahrt (von Dennerlein), über dem Nordostpavillon Industrie und Handel, über dem Nordwestpavillon Länder- und Völkerkunde (von Gehr)-, die internationale Banktätigkeit ist symbolisiert durch die Schlußsteinköpfe im 1. Stock: Frauenkopf für Europa, Moslem für Asien und Afrika, Indianer für Amerika. Als Portalschmuck Reliefs- von Wadere-, südöstlich Handel und Industrie, nordöstlich Fleiß und Zeit. Fassadenmaterial: Burgreppacher und (teilweise) Königsbacher Sandstein.

Deutsche Bank
München und seine Bauten (1912)

Die Deutsche Bank am Lenbachplatz wurde 1896—98 nach den Plänen des Professors Albert Schmidt erbaut. Die Gesamtbaukosten betrugen M. 1113500, pro cbm M. 42.90. Das Gebäude gliedert sich vertikal lediglich in zwei Ordnungen, die nach drei Fronten als Halb- und Vollsäulen, festere an den Risaliten an der Nordfront an der schmalen Straße gegenüber dem Bernheimerschen Hause als Pilaster erscheinen. Zur Gestaltung des Aeußeren wurden Burgpreppacher und Königsbacher Sandstein, im Schalterhos Koseiner polierte Granitmonolithe verwendet.