Beschreibung
<p><strong>Bayerische Staatsbibliothek</strong> Erste Überlegungen für Errichtung einer Hofbibliothek (im Zusammenhang mit Zugängen aus Säkularisationsgut) bereits 1803; das 1827 von Hofbibliothekar Martin Schrettinger erstellte Bauschema mit Bedarfsberechnung sollte Klenze als Planungsgrundlage dienen (Auftrag aber anscheinend nicht ausgeführt); gleichzeitig Aufträge durch Ludwig I. an Ziebland (wieder zurückgezogen) und an F. v. Gärtner; Standort (vielleicht an Ludwigstraße?) noch unbestimmt. Erstes greifbares Projekt Gärtners für Neubau von >Reichsarchiv< und Bibliothek als Pendant zur Glyptothek an —> Königsplatz und Luisenstraße 1827, 1828 aufgegeben; weitere Entwürfe für den 1828 durch Ludwig endgültig bestimmten Bauplatz an Ostseite der Ludwigstraße: drei unterschiedliche Entwürfe, bei denen ursprünglich vorgesehene Gliederungen (Risalite, Nischen, Säulen) auf Anordnung Ludwigs zugunsten einer nahezu ungegliederten Straßenfassade nach und nach wegfielen. Genehmigung zur Ausführung 1831, jedoch aus Geldmangel Grundsteinlegungerst am 8.7.1832; Westtrakt des rechteckigen Baublocks 1833 unter Dach, nach Errichtung der Nord- und Südflügel (bis 1837) und des Ostflügels 1842 vollendet. Anschließend (1844/45) Einbau des mittleren Querflügels mit der monumentalen Haupttreppe* (Vorbild: Scala dei Giganti im Dogenpalast in Venedig), die jedoch bis Ludwigs Abdankung vom Publikum nicht betreten werden durfte. —Vorschlag zu Einbau eines runden Kuppelbaus (15 m Durchmesser) als Lesesaal im nördlichen Innenhof (1897 von Grünewald), nicht ausgeführt; dafür 1900-02 Vergrößerung des bisherigen Lesesaals im Osttrakt. Zwischen März 1943 und Januar 1945 durch Bomben 85 `)/0 des Gebäudes schwer beschädigt, ab 1945/46 in sechs Bauabschnitten wieder in alter Form hergestellt, als letzter Neubau 1966-70 der abgerissene Südflügel. An Ostseite Anfügung eines eigenen Gebäudes aus Glas und Stahl für Hauptkatalog und Lesesäle (1962-66 nach Plänen von S. Ruf, Döllgast, Kirsten, G. Werner). Sanierung und Renovierung des Gesamtbaus 1994-2001.</p>
<p><strong>Äußeres:</strong> Freistehender, von rustizierten Ecklisenen gefasster Baublock (155 zu 77 m) auf hohem Rustikageschoss und zwei Obergeschossen in unverputzter Ziegelmauerung, durch ausladendes Konsolengesims und PI inthenfries abgeschlossen. Während die Seitenflügel durch beidseitige dreiachsige Risalite und sieben Fensterachsen gegliedert sind, besitzen die beiden Längsfassaden 25 fortlaufende Achsen, die Fenster der Obergeschosse auf schmalen Gesimsen aufsitzend, ihre Rundbogen durch dunklere, leicht spitzbogige Schutzbögen überhöht. Einziger Akzent der Straßenfront drei große, gekuppelte Mittelpprtale mit vorgelegter Rampentreppe; auf Postamenten ihrer Balustrade im Krieg beschädigte vier Sitzfiguren (nach Modellen von L. v. Schwanthaler 1837), die wissenschaftlichen Grunddisziplinen symbolisierend (von links): Homer und Thukydides (für Dichtung und Geschichtsschreibung, von J. E. Mayer), Hippokrates und Aristoteles (für Heilkunde und Philosophie, von Sanguinetti), aufgestellt 1843 (heute im Hof der Schule von Bernau am Chiemsee); jetzige Figuren Neuschöpfungen 1966 von H. Vogel (Thukydides), Dietz (Homer), Bohr (Aristoteles) und Kroher (Hippokrates). — Der dreigeschossige Anbau an Ostseite ist ein Stahlbetonskelettbau, durch Doppel-T-Träger gegliedert.</p>
<p><strong>Inneres:</strong> Nur noch im Westflügel einige Räume erhalten: im Erdgeschoss die dreijochige fensterlose Vorhal le (idealistisch interpretiert als dämmrige Übergangszone des Alltags über die anschließende Haupttreppe zur Helligkeit der Wissenschaft); das monumentale Treppenhaus rekonstruiert: im Obergeschoss dreischiffig, das Gewölbe von beidseitig je acht Granitmarmorsäu len getragen, ursprünglich nach Schemaentwurf von Gärtner (1841/43) durch Nilson bis 1845 bemalt (heute übertüncht). Über den neun Seitenfenstern ehemals 18 Relieftondi mit Portraits von Dichtern und Gelehrten sowie von Wittelsbachern, die die Wissenschaften gefördert haben; einer ähnlichen huldigenden Intention entsprechen die beiden Herrscherfiguren am oberen Treppenpodest: Herzog Albrecht V. (Gründer der Bibliothek) und König Ludwig I. (ihr Bauherr); beide Skulpturen nach L. v. Schwanthaler (Modelle 1843 und 1846, nach diesen ausgeführt von F. X. Schwanthaler bzw. Lossow), aufgestellt 1851.</p>
<p><strong>Bedeutung:</strong> Erster Bau Gärtners an der Ludwigstraße und Ablösung Klenzes; der damit eingeführte Maßstabsprung und der von Gärtner bevorzugte >Rundbogenstil< sollten die weitere Bebauung der Straße prägen. Der Bibliotheksbau formal beeinflusst durch sienesische, genuesische und florentinische Palastarchitektur der späten Frührenaissance, möglicherweise auch durch Palazzo Ruspoli in Rom. Bemerkenswertdie konsequent angewendete Horizontale, die den Tiefenzug der Straße steigert — am deutlichsten sichtbar in der ununterbrochenen Reihung der 25 Fenster in der flächigen Straßenfront dieses größten Blankziegelbau Deutschlands, der in seiner architektonischen Unbedingtheit an eine frühe Form >Neuer Sachlichkeit( denken lässt. — Die Präpotenz der Architektur und Gärtners Rasterschema beim Grundriss führten schon bald zu Kritik (z. B. von Schmeller), weil ihnen die bibliothekstechnische Funktionalität untergeordnet wurde.</p>
<p><strong>Bibliothek</strong> mit rund 7,8 Millionen Bänden (neben Berlin) größte Universalbibliothek Deutschlands; Kriegsverluste etwa 500 000 Bände.</p>
<p><strong>Geschichte:</strong> Hervorgegangen aus der 1558 gegründeten Bibliothek Albrechts V., die sich ursprünglich über dem Antiquarium in der Residenz, möglicherweise (und z. T. ?) auch in der Kunstkammer über dem 1563-67 neu erbauten Marstall (--* Hofgraben 4) befand; durch Wilhelm V. umsichtig gefördert, wurde die »Librei« um 1599 in den umgebauten Pfisterstock beim —> Alten Hof verlegt, wo ein wesentlicher Bestand bis zur Überführung (um 1780) der gesamten Hofbibliothek (mit >Reichsarchiv() in die AlteAkadennie (--+ Neuhauser Straße 8) verblieb. Während des Dreißigjährigen Kriegs Stillstand; kaum nennenswerte Weiterentwicklung in der (wenig erforschten) Zeit zwischen 1650 und 1740, trotz der von Ferdinand Maria 1661 erlassenen Verordnung, Belegexemplare der im Kurfürstentum gedruckten Schriften abzuliefern. Neuer Aufschwung unter Max III. Joseph und seinem Bibliothekar F. v. Oefele (1780). 1772 Übernahme der Bibliothek des (aufgelösten) Jesuitenordens und 1801 der umfangreichen Büchersammlung der Theatiner. Zuerst durch Auflösung der Mendikantenklöster (1802), dann durch Säkularisation (1803) gelangt bedeutender Zuwachs an die Münchener >Zentral-Bibliothek(; nach Erhebung Bayerns zum Königreich (1806) Zugänge aus Franken und Schwaben. Nach Tod Karl Theodors war 1803/04 pfälzische Bibliothek nach München gekommen. Nach enger Verbindung mit der (1759 gegründeten) Bayerischen Akademie der Wissenschaften wurde die Bibliothek 1832 eigene Staatsbehörde. Systematischer Ausbau der Bestände im 19. Jh. und v. a. im 20. Jh. — Nach ersten Kriegszerstörungen und Bücherverlusten (1943) Auslagerung der Bestände in über 25 Bergungsorte im weiteren Umkreis Münchens und Schließung der Bibliothek.Von 1947-52 notdürftige Unterkunft von Teilen in den NS-Bauten an Meiser- und Arcisstraße (10 und 12), seit 1948 allmählicher Ausgleich.der Kriegsverluste.</p>
<p><strong>Bestände:</strong> Wiegendrucke, Handschriften, Einblattdrucke u. A. (etwa 150 000), Musikbibliothek (mit Notendrucken und Musikhandschriften etwa 368 000), Osteuropa, Orientalistik und Ostasiatika (rund 1 100 000); Kartensammlung (mit rund 370 000 Karten sowie ca. 11 000 Atlanten und Topographien), ferner ca. 44 000 laufende Zeitungen und Zeitschriften.</p>
<p><strong>Schwerpunkte:</strong> Geisteswissenschaften (v. a. Philosophie, Geschichte, Theologie), Bavarica, Genealogie, Karten und Reisewerke; Rechtswissenschaft, Medizin, Naturwissenschaft, Kunst und Architektur.</p>
<p><strong>Nachtrag 2009</strong><br />
<span style="font-size: 13px; line-height: 1.6em;">Treppenhaus 1953-58 von Döllgast wiederhergestellt (ohne Ornamentik) und dabei die Schildwand zum Lesesaaleingang um 2 Achsen nach Osten versetzt. 2007 leicht vereinfachte Rekonstruktion der Bemalung und Relieftondi mit Porträts antiker und neuerer Literaten und Gelehrter in den je 9 alten Fensterachsen; auf der N-Seite (von 0 nach W): Platon, Herodot,Vergil,Tacitus, Dante, Kopernikus, Tycho Brahe, Camöes und Newton; auf der S-Seite: Schiller, Goethe, Joh. v. Müller, Linnd, Corneille, Calderön, Kepler, Galilei und Shakespeare. In den je 2 neuen Fensterachsen im selben Stil neue Tondi mit Motiven der Bestandsvielfalt der BSB: Schriftrolle </span>und Buch sowie Notenblatt und »BSB« als Binärcode. In der neuen Stirnwand anstelle der 2 früheren Seitentüren nun Nischen und in der Mitte Portal mit Rekonstruktion der lateinischen Widmungsinschrift.<br />
<span style="font-size: 13px; line-height: 1.6em;">Generalsanierung des Hauptgebäudes mit Umbau und Modernisierung des Lesesaals 1998 bis 2007; 1986 bis 1988 (1. Bauabschnittfür 2,6 Mio Bände) und 2003 bis 2005 (2. Bauabschnitt für 3 Mio Bände) Errichtung einer viergeschossigen Speicherbibliothek in Garching (im Endausbau für insgesamt 8 Mio Bücher) durch das Bauamt der Technischen Universität.</span></p>
Quellen
Staatsbibliothek
Zauner - München in Kunst und Geschichte (1914)
Staatsbibliothek, Kgl.Hof- und, Ludwigsstr. 23. „Das großartigste Gebäude Gärtners [B 93]“, errichtet 1832—42.
Zur Geschichte: 1558 wurde vom Herzog Albrecht V. die Büchersammlung des Staatsmannes und Humanisten Joh. Widmannsteter angekauft, dessen Bibliothek nunmehr den eigentlichen Grundstock der herzoglichen und spätem kurfürstlichen Hofbibliothek (daher der Name) bildete. Anfänglich in der Herzogsresidenz zu Landshut aufgestellt, wurde die Bibliothek noch 1558 in die Münchner Residenz überführt — in der ausgesprochenen Absicht, in München eine „Hofbibliothek“ zu errichten, wie sie bereits in den Residenzorten andrer Fürsten vorhanden war. Im Jahre 1561 wurde ein eigener Bibliothekar aufgestellt in Aegidius Oertel, und mit dieser Ernennung war die Bibliothek gewissermaßen offiziell geworden (nach Dr. Otto Hartig, Kustos)].
Der Plan Gärtners mußte eine Reihe von allen möglichen Entwicklungsphasen durchmachen, bevor er die Genehmigung des Königs erhielt. Insbesondere bestand Ludwig I. darauf, daß die Straßenfront keine weitere Gliederung durch einen Vorsprung oder Mittel- und Seitenerhöhung erhalte. Und so macht das im romanisch-florentinischen Stil erbaute, 151 m lange und über 24 m hohe Gebäude, das im Erdgeschoß in mächtiger Quaderkonstruktion aufgeführt ist, mit seinem weitschattenden, höchst wirkungsvollem Konsolengesims und Dachziegelvorsätzen gekrönte Gebäude durch seine ungebrochene Mächtigkeit und Kolossalität einen ungemein großartigen, die ganze Umgebung der Ludwigsstraße beherrschenden Eindruck. Dem Backstein ist hier eine Monumentalität abgewonnen, die sonst wohl nur bei Steinfassaden auszudrücken gelungen ist. „Man wird vergeblich in Deutschland solche monumentale Wucht suchen in den Bauten des 19. Jahrh. Ganz wie der Meister der Frauenkirche nicht aus Mangel an Einfällen, sondern nur aus rassiger Lust an großer Linie, die ihm die Heimat — in der machtvollen Silhouette der Bergketten — in ewiger Klarheit gezeichnet — zur schlichten Massenwirkung der Kirche kam, so hier Gärtner und der königliche Bauherr. Hier hat unbedingt die Kritik der kleinen Zier zu schweigen — wie der Betrachter der Ludwigsstraße nie die hier gewollte Wucht der Horizontale als Wichtigstes außer acht lassen sollte. Gewaltige Führer müssen das Ziel stark betonen; nur Folger haben sich durch ausgleichende Kunst auszuzeichnen [Br 110]“.
Eine eindrucksvolle Freitreppe mit den 4 sitzenden Kolossalstatuen von E. Mayer und Sanguinetti in Kelheimer Kalkstein: Thukydides (Geschichte), Homer (Kunst), Aristoteles (Philosophie) und Hippokrates (Heilkunde) geleitet ins geräumige Vestibül. Von da aus gelangt man parterre rechts ins Kgl. Allgemeine Reichsarchiv und, geradeaus, zwischen glatten Marmorwänden auf einer mächtigen, in ungebrochener Flucht aufsteigenden Marmortreppe — die sich mit ihren reichgeschmückten Säulenarkaden den prächtigsten Leistungen monumentaler Prachtstiegen würdig anschließt — in die Reihe der Lesesäle. Den monumentalen Abschluß der Treppe bilden die von Schwanthaler modellierten Kolossalstatuen Herzog Albrechts V., des Gründers der Bibliothek, und König Ludwigs I., des Erbauers des Gebäudes. Die Auswahl der Medaillonbildnisse von berühmten Gelehrten aller Zeiten, die die Lünetten des Treppenhauses als sinnige Dekoration schmücken, sowie die Büsten von den um die Bibliothek besonders verdienten Wittelsbacher Fürsten im sogen. Fürstensaal ihre Aufstellung fanden, ging vom König selbst aus [HR 316].
Die Hof- und Staatsbibliothek
Reber - Bautechnischer Führer durch München (1876)
Dieser in den grossartigsten Verhältnissen angelegte Bau wurde in den Jahren 1832—42 nach den Plänen von Gärtner im italienisch-mittelalterlichen Style ausgeführt. In seinen ausgedehnten Räumlichkeiten umschliesst das Gebäude die bekanntlich ausserordentlich reiche, gegenwärtig 1,300,000 Bände zählende Staatsbibliothek, sowie auch das Staatsarchiv. Im Innern ist der bedeutendste Raum das imposante, den ganzen Mitteltrakt einnehmende Stiegenhaus. Dasselbe ist mit den Standbildern Albrechts V., des Gründers, und Ludwigs I. des Erbauers der Bibliothek, beide von Schwanthaler, geziert. Die Fladen sind theils in Haustein, theils in Cement, theils in Backsteinen ausgeführt. Auf der Brüstung der Freitreppe an der Ludwigsstrasse sind die Standbilder des Aristoteles, Hippokrates, Homer und Thucydides (von Sanguinetti und Mayer) aufgestellt. Das Aoussere ist zweifellos von sehr grossartiger, aber für die Umgebung erdrückender Wirkung.
Das k. Hof- und Staatsbibliothek-Gebände
Nagler - Acht Tage in München (1863)
Das k. Hof- und Staatsbibliothek-Gebände wurde nach dem Plane des Oberbaurathes Fr. v. Gärtner im altflorentinischen Style errichtet, und den 8. Juli 1832 legte König Ludwig den ersten Stein. Die Vollendung erfolgte 1843. Die Front hat eine Länge von 520 Fuß, und zum Eingänge gelangt man über eine Freitreppe, deren Balustrade mit den Statuen des Homer, Hippokrates, Aristoteles und Thucidides (von Sanguinetti und Mayer) geziert ist. Die unteren Räume nimmt das königl. Reichsarchiv ein, und zur Bibliothek gelangt man über die Treppe des prachtvollen Stiegenhauses, welches fast den ganzen Mittelbau einnimmt. An dem von je acht Marmorsäulen getragenen Gewölbe der Halle sind Gemälde von Nilson, unter denen liuks oben das Bildniß des damaligen Direktors Hofrath von Lichtenthaler, rechts jenes des Architekten Fr. v. Gärtner angebracht ist. Die beiden Säulengänge im oberen Geschosse verbinden den Bau, und führen mit der Treppe zum Eingänge in die Räumlichkeiten der Bibliothek. Links von der Thüre bemerkt man die Statue des Gründers der Bibliothek, des Herzogs Albert V., und gegenüber jene des Königs Ludwig, des Bauherrn, beide von Schwanthaler in Marmor ausgeführt. Den Grund zu dieser jetzt in 77 Sälen aufgestellten Bibliothek legte Herzog Albert V. von 1550-1579, und gegenwärtig zählt man fast 1,000,000 Bände. Die Sammlung von Handschriften in deutscher, griechischer, lateinischer, hebräischer, persischer, arabischer Sprache u.s.w. gehört zu den reichsten und wichtigsten Europa's, und darunter sind viele mit künstlerischer Ausstattung von hohem Alterthume. Die Literatur ist in allen Fächern auf das reichste vertreten, jetzt auch an orientalischen Werken, da auf Veranlassung des Direktors Dr. Halm die berühmte Quatemvre'sche Bibliothek angekauft wurde. Nirgends findet man einen solchen Vorrath von Holztafeldrucken und Incunabeln. Auch an alten musikalischen Werken ist die Bibliothek reich. Sehr interessant ist die Sammlung von Autographen, auf deren Vermehrung der gegenwärtige Direktor und Universitäts-Professor Or. Halm ein besonderes Augenmerk richtet. Durch den in vielen Foliobänden vorhandenen handschriftlichen Catalog der Bibliothek ist es möglich geworden, die Schätze derselben ohne laugen Verzug genießen zu können. In neuester Zeit wurde der Handschrifteukatalog dem Drucke übergeben.
Zur weiteren Orientirung liegt eine von dem verstorbenen Bibliothekar A. Schmeller verfaßte kurze Beschreibung der Bibliothek und ihrer vornehmsten Schätze vor. Dem Besucher werden auf Verlangen dieselben mit größter Loyalität vorgezeigt. Einer besonderen Erlaubniß bedarf es zum Eintritt in das k. Reichsarchiv. (Die Ansicht des Gebäudes in Stahlstich ist bei G. Franz um 12 kr. zu haben, 8.)