Name Spätmittelalterliches Bürgerhaus
Architekt Müelich Hans  
Stadtbezirk 1. Altstadt-Lehel
Stadtbezirksteil Graggenau
Straße Burgstraße 5
Jahr Baubeginn 1500
Jahr Fertigstellung 1500
Baustil spätgotisch
Kategorie Keine Kategorie
Bürgerhaus
Baustil Gotik
spätgotisch
Unterkategorie Bürgerhaus  
Suchbegriffe Bürgerhaus 
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Bemerkung

Spätmittelalterliches Bürgerhaus, 15./16. Jahrhundert, als Stadtschreiberhaus und Weinstadl 1550-52 umgebaut, mit reicher Fassadenmalerei von Hans Müelich und mit Rest des Arkadenhofes.

Beschreibung

<p><strong>Ehemalige Stadtschreiberei</strong> 1550 erwirbt die Stadt von Patrizierfamilie Barth Anwesen an Burgstraße, das mit dem an Dienerstraße 20 errichteten Neubau (1542/43) eines städtischen &gt; Weinstadls&lt; (Bezeichnung noch Ende 18. Jh.) zu einem Komplex ausgebaut wird: Erdgeschoss und Kellerräume beider Häuser als Weinniederlage auswärtiger Händler genutzt (daneben auch Kleinverkauf). Das Haus Burgstraße 5 durch Stadtmaurermeister Arnhofer und Maurermeister Custor 1551/52 umgebaut, im ersten Obergeschoss <strong>Stadtschreiberei </strong>eingerichtet 1554, bereits 1595 an (spätere) Sparkassenstraße/Tal verlegt. Beide Anwesen 1622 privatisiert (bis auf Erdgeschoss und Kellerräume, die bis 1809 bei der Stadt verblieben); Weinwirtschaften ab spätem 18. Jh. in beiden verbürgt. Trotz wechselnder Besitzer von Nr. 5-u. a.J. G. v. Liprun (Mitbegründer der Akademie der Wissenschaften), der hier 1789 starb (Gedenktafel an Fassade) - im Zustand des 16. Jh. erhalten bis zur schweren Beschädigung 1944. Durch Schmeicher 1951 instand gesetzt, Einrichtung eines Weinkellers und Eröffnung als Gaststätte &gt;<strong>Weinstadl</strong>&laquo;. 1962/63 Umbauten im Innern (Erdgeschoss und v. a. erstes Obergeschoss) sowie Freilegung der 1961 entdeckten Reste der Fassadenmalerei*(von Mielich 1552) und ihre Ergänzung und Restaurierung; abermalige Renovierung 1985/86 und Innenumbau 1990-91; nach Beseitigung modischer Wanddekoration seit 2001 wieder als Weinlokal geführt.</p> <p><strong>Beschreibung:</strong> Durch Zusammenfassung zweier kleinerer Anwesen (in München meist nur drei Fensterachsen) breit gelagerte Front entstanden; rechteckige Fenster mit kräftiger Sprossenteilung, profilierte Horizontalgesimse trennen die drei Stockwerke; im hohen Satteldach drei Giebel: die beiden an den Außenseiten (Halb-giebelgauben, sog. &gt;Ohrwaschl&lt;) mit Aufzugsvorrichtungen, der mittlere 1890, darunter erneuerter zweigeschossiger Flacherker. Wie meist bei Altmünchener Häusern in der Mitte Einfahrtstor, rechts kleinerer Eingang mit gerader, alle Stockwerke in einer Richtung durchlaufender Treppe (&gt;Himmelsleiter&lt;). Schön gestalteter, original erhaltener Innenhof mit spätgotischem Treppenturm. - Die Fassade durch Malerei gestaltet: im Erdgeschoss gemalte Rustika, die Fenster im ersten Obergeschoss von gemalten Pfeilern mit Konsolen gerahmt und flachen Giebeln bekrönt; die Fenster im 2. Obergeschossdurchbeiderseitigeebenfallsgemalte Karyatiden unter ionischen Kapitellen, der Erker durch Athene und Merkur besonders hervorgehoben. Inneres: Ursprüngliche Raumdisposition weitgehend erhalten, die Ausmalung von Mielich aber verloren. Bedeutung: Ältestes, nahezu noch originales Münchener Bürgerhaus des 16. Jh. mit prächtigen Gewölben, Laubenhof und letztem profanen gotischen Treppenturm mit Schnecke. - Die durch Renaissance geforderte &gt;Architektonisierung&lt; der Fassade entsprechend der lokalen Tradition mit Mitteln der Malerei erreicht: einziges erhaltenes Beispiel derart gestalteter Schaufront in München.</p>