Beschreibung
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<p><strong>Maximilianeum</strong> Unter dieser Bezeichnung sind heute drei Institutionen zu verstehen: 1. die Studienstiftung Maximilianeum; 2. das Bauwerk Maximilianeum auf den jenseitigen Isarhöhen in der Achse der Maximilianstraße; 3. der Sitz des Bayerischen Parlaments.</p>
<p><strong>1. Studienstiftung </strong>Bereits als Kronprinz fasste Maximilian den Plan zu einer Anstalt, in der »talentvolle bayerische Jünglinge« ohne Rücksicht auf Herkunft wissenschaftlich und geistig erzogen werden sol Iten, um zur»Lösung der höheren Aufgaben des Staatsdienstes« in der Lage zu sein. 1837 legte W. v. Würtzburg das Konzept eines Erziehungsinstituts (noch für Adelige!) vor, nach Vorbild des Königlichen Kadettencorps Berlin, der Ritterakademie Dresden und der Theresianischen Akademie Wien; der Standort für München jedoch noch unbestimmt. 1840 entwarf der Gräzist F. v. Thiersch ein neuhumanistisches Bildungsprogramm und eine entsprechende Ausbildungsstätte (»Plan zu einem Athenäum oder einer vollständigen wissenschaftlichen Erziehungsanstalt«), wofür 1842 bei der Standortsuche neben Isarhöhe auch Regensburg und Feldafing erwogen wurde. (Einwand 1850 gegen Bezeichnung >Athenäum<, weil das heidnische Athen politisch und vor allem moralisch ein schlechtes Beispiel gebe.) 1852 die Anstalt für sechs Stipendiaten provisorisch in einem Mietshaus an Amalienstraße (nahe Universität) untergebracht. Nach Entscheidung für Standort Isarhöhen 1851 erhielt der aus der Privatschatulle des Königs finanzierte Bau kurz vor Grundsteinlegung 1857 die Bezeichnung Maximilianeum; die Studienstiftung selbst aber erst am 20.8.1876 durch Ludwig II. für 26 Stipendiaten errichtet. Seit Ende der Monarchie 1918 unter dem Protektorat der Ludwig-Maximilians-Universität. Durch >WittelsbacherJu-biläums-Stiftung< 1980 neben 26 Studenten auch zehn Studentinnen, im Jahr 2000 auf 28 männliche und 17 weibliche Stipendiaten erhöht.</p>
<p><strong>2. Das Bauwerk</strong> Im Zusammenhang mit Maximilians >Stadtverschönerungsplan< (1832) Absicht zur Errichtung eines »großen Nationalbaus, dazu einen Park« (-> Maximiliansanlagen) auf östlicher Isarhöhe. Das als >Akropole< gedeutete Bauwerk seit 1839 Zielpunkt einer geplanten Straße (-> Maximilianstraße) unter besonderer Berücksichtigung urbanistischer und militärischer Überlegungen. Im selben Jahr bei Schinkel Gutachten über »Möglichkeiten eines neuen Baustils« eingeholt, in dem der Berliner Architekt anregt, eine Konkurrenz für eine bestimmte Bauaufgabe auszuschreiben. 1840 fiel Entscheidung, den Nationalbau auf der Isarhöhe als Erziehungsinstitut für künftige Staatsbeamte zu errichten; greifbare Formen durch Thierschs Lehrplan und Raumprogramm für Athenäum. Für dieses noch im gleichen Jahr erster Entwurf von Metzger in Spitzbogenstil, dem 1842 der Plan für ein Kronprinzenpalais statt Institut folgt (1850 nochmals aufgegriffen, aber dann doch nicht ausgeführt); ebenfalls von Metzger 1845 ein Athenäumentwurf im Rundbogenstil, ferner Entwürfe von Lange und Ziebland 1847/48, von G. Neureuther um 1850 und Klenze 1850-52. - Schließlich 1850 Ausschreibung eines der größten internationalen Architekturwettbewerbe des ganzen 19. Jh. zur Erlangung eines »Bauplans zu einer höheren Bildungs- und Unterrichtsanstalt«, wobei sowohl auf Grundlage der Neugotik die besten Elemente historischer Stile ebenso vereint sein müssten wie die Fortschritte der Bautechnik und die Verwendung neuer Materialien. Auf die 100 verschickten Einladungen nur 17 Einsendungen (1852), u. a. von Bürklein, Klenze, Voit, Ziebland (München), Hittorf (Paris), van der Null (Wien), Stü-ler, Stier (Berlin), Zwirner (Köln). Bekanntgabe des Ergebnisses 1854: obwohl 1. Preis an Stier, fiel Entscheidung zugunsten des für Maximilianstraße gewählten Baustils und damit an Bürklein, der bereits 1851 eine stadtbeherrschende >Akropole< auf dem jenseitigen Isarhochufer entworfen hatte: Ausführungspläne für Straße und Athenäum ab 1852, Grundsteinlegung des aus der Privatschatulle des Königs finanzierten >Maximi-lianeums< in Spitzbogenstil am 6.10.1857; Erdarbeitenwegen schwierigen Baugrunds erst 1861 abgeschlossen, Sockelzone des Mittelbaus 1864 fertig, als König Max Änderung der vorgesehenen Spitzbogen in Rundbogen befiehlt (also nicht, wie immer behauptet, durch Semper); nach seinemTod Stockung des Baus: Wohnbau erst 1872, Gesamtanlage und Innenausbau erst unter Ludwig II. 1874 vollendet. Bereits in den 1890er Jahren Erneuerung der großen Umfassungsmauer, 1902 Ersatz der verwitterten Fresken an den Risaliten der Westfassade durch Mosaikkopien, 1933-35 Erneuerung der Terrakottaverkleidung an dieser Fassade; bis kurz vor Kriegsende in den Galerieräumen (heute: Senats- und Plenarsaal) Ausstellungen der Münchener Künstler, gleichzeitig Notunterkunft der Akademie derTonkunstundTeile des Statistischen Landesamtes sowie Einquartierung von Luftabwehreinheiten. - Nach verhältnismäßig geringen Kriegsschäden 1946-48 Neuausbau und Umwandlung der beidseitigen Galerie-Säle zu Senats- und Plenarsaal für den 1949 eingezogenen Bayerischen Landtag. Niedrige Saalanbauten im Norden (1958/59) und im Süden (1964/65), gegen Osten höhere Erweiterungsbauten 1989, die 1995/96 (nach Plänen von Staab und Pleuser) hakenförmig verlängert wurden. 1962/63 Erneuerung derTerrakottaverkleidung, umfassende Sanierung 1978 ff., Außenrestaurierung und Säuberung 1984/85.</p>
<p><strong>Äußeres:</strong> Das aus mehreren verschiedenen Gebäuden zusammengewachsene Maximilianeum einem kreisrunden Areal eingefügt, dessen hohe Futtermauern durch Geländestufe des Isarhoch-ufers bedingt. In der Ansicht von der Maximilianstraße ein terrassenartiger Sockel für die rund 150 m breite stadtseitige zweigeschossige Schaufassade: an ihren Enden zwei dreistöckigeTürme; durch siebenjochige, im Obergeschoss offene Arkadenflügel Überleitung zum fünfteiligen Hauptbau mit seinen dreiachsigen Eckrisaliten, den konvex eingezogenen vierachsigen Rücklagen und dem dreiachsigen überhöhten Mittelrisalit, zusammengefasst durch mächtige Attika. Auf dieser Zinkgussfiguren: in der Mitte >Nike< (I; nach Modell von Widnmann) und beidseitig je sieben Viktorien (II und III); in den jeweils drei halbrunden Feldern der Attikazone ursprünglich Fresken (wegen Verwitterung 1902 durch Mosaikkopien ersetzt; die Ölskizzen zu den Fresken im Maximilianeum erhalten): am Mittelrisalit die Förderung von Religion, Kunst und Wissenschaft durch die Wittelsbacher (A, a, aa; von K. Th. v. Piloty), am nördlichen Eckrisalit die staatsmännische Leistung der Dynastie und die Hilfsmittel der Wissenschaften (B, b, b; von Echter), am südlichen Eckrisalitdle Bewährung im Krieg sowieTrophäen (C, c, c; von F. Dietz). Über den 22 Rundbogenarkaden des Erdgeschosses in lorbeerumkränztenTondi Büsten von Wohltätern der Menschheit: Weisen und Erfindern im nördlichen Abschnitt (1 -11), im südlichen von Staatsmännern, Feldherrn und Philosophen (12-22); Marmorbüsten von Schöpf und Halbig. Die ursprünglich in den Wandelgängen aufgestellten 24 Büsten heute im Haupttreppenhaus und im Foyer der Stiftung. Früher in den 19 Jochen der Erdgeschossarkaden auf rotem Grund Fresken von H. und A. Spieß. - Hinter der kulissenhaften Schaufront schlicht gestaltete Zweckbauten: das fünfstöckige Gebäude der Studienstiftung und der ehemaligen königlichen Pagerie, die Saalanbauten und die Erweiterungsbauten, Letztere nach Osten verlängert und durch zwei Flügelbauten zu moderner >Schaufassade< gestaltet (Plan von Staab und Pleuser, 1995/96); im Auffahrtsbereich Doppelstahlskulptur von A. Lechner (1995). - Unterschiedliche Vorschläge für Umbauten bzw. für neuen Plenarsaal: Abgelehnt derVorschlag für gläsernen Sitzungssaal au/dem historischen Mitteltrakt (von Behnisch und Sabatke 2000); bei folgendem Wettbewerb (2001) zwar fünf Preise (bei insgesamt 38 Einsendungen) vergeben (1. Preis anValentyn für Glasanbau hinter nördlichem Arkadenflügel), jedoch weiteres Procedere ungewiss; auch Modernisierung des alten Plenarsaals erwogen.</p>
<p><strong>Inneres:</strong> Von der Stadtseite Eingang zum Vestibül: rechts Zugang zur Ständigen Ausstellung über das Bayerische Parlament (s. u.) und zur Postfiliale, links zur Landtagsgaststätte (Landschaftsgemälde von Hauser); in der Achse dreiarmige gegenläufige Treppe zum Obergeschoss, an der Stirnwand seit 1955 spätgotisches Kruzifix (aus Chieming, um 1520), in den Bogenfeldern der Blendarkaden Grisaille-Zyklus mit Tugenddarstel-lungen (von Seibertz 1872, teilweise fragmentarisch). Offene Arkaden zum Steinernen Saal; an seinen Seitenwänden Ölgemälde: südlich >Kaiserkrönung Karls des Großen 800< (von F. A. Kaulbach, 1861), nördlich >Kaiserkrönung Ludwigs des Bayern 1328< (von Kreling, 1859). Beide Bilder ehedem Bestandteil der Historischen Galerie von 30 Historiengemälden, in denen Maximilian wesentliche Ereignisse der Weltgeschichte-vom Sündenfall bis zur Völkerschlacht bei Leipzig darstellen ließ (Themenauswahl vom Historiker Doenniges). Bilder (von den Malern A. Adam, Echter, E. Hess, H. Hess, Köckert, Kotzebue, Pauwels, F. Piloty d. J., K. Th. v. Piloty, Schnorr von Carolsfeld, Schwoiser) heute in den Gängen und Räumen der Studienstiftung, ein Gemälde (von Ramberg) als Leihgabe in Neuer Pinakothek; restliche 13 Bilder im Krieg verbrannt. Vom Steinernen Saal Zugänge zum Flügel mit ehemaligem Vollversammlungssaal des 1998 abgeschafften Bayerischen Senats (Saal für Sonderveranstaltungen) sowie zum sog. Präsidentengang(mti Portraits der Landtagspräsidenten seit 1946); an seinem nördlichen Ende das dreiteilige Konferenzzimmer: an rechter Wand in den Lünetten Allegorien (Chemie, Wahrheit, Architektur), darunter Fresko (von Seibertz), das die imaginäre Einführung Alexander von Humboldts in die (portraitgetreue) »Versammlung von [19] Mobilitäten der Wissenschaft und Kunst, welche der Regierungszeit König Maximilians II. ... angehört haben« zeigt; beachtenswert die Darstellung des Maximilia-neums im Hintergrund (noch mit Spitzbogenarkaden und gotischen Stabwerkfenstern); an den Wänden der beiden Anräume Freskogemälde (von Hiltensperger) mit Standbildern von sechs »Wohltätern« der Menschheit sowie sechs Erfindern und Entdeckern. Die Mitteltüre in der südlichen Wand des Steinernen Saals führt zum Plenarsaal des Bayerischen Landtags mit den Besucher- und Pressetribünen an den Schmalseiten; an rechter Längswand hinter Präsidentensitz Gobelin mit >Großem Bayerischen Staatswappen und den Wappen der (bis 1945) acht bayerischen Regierungsstädte (Entwurf von Kaspar); an der Wand gegenüber (durch Brandschutzvorhang verdeckt) ein Gemälde aus der Historischen Galerie: »Seeschlacht von Salamis 480 v. Chr.< (W. v. Kaulbach). Anschließend sowie durch südlichen Wandelgang - mit Gemälde »Demütigung Barbarossas durch Heinrich den Löwen 1176< (Foltz) - erreichbar der ebenfalls dreiteilige Lesesaal: an östlicher Wand (anstelle der zerstörten Fresken von Seibertz) Öl-skizzePilotys zu seinem Fresko >Sängerkrieg< an Westfassade (a); auch hieran den Wänden der beiden Anräume Fresken (von Pecht): sechs Feldherrn und sechs Staatsmänner.</p>
<p><strong>Bedeutung: </strong>In einem ersten Plan von Kronprinz Max bereits 1832 von »großem Nationalbau auf der Isarhöhe« die Rede. Im anfänglich vorgesehenen Spitzbogenstil formal konsequenter Abschluss der -> Maximilianstraße; die von Max II. selbst befohlene Abänderung zu Rundbogen beweist die Einsicht, dass das bei der Stilerfindung geforderte »altdeutsche Formenelement« des Spitzbogens sich in der Anwendung auf Arka-denreihung nicht bewährte. - Im Ganzen betrachtet ist dieser romantische >Kulissen-bau< durch offene Arkaden in die umgebende Natur eingebunden, in der Fernsicht zu phantomhaftiger Großartigkeit gesteigert; in seiner auf die Stadt bezogenen Schaufront allerdings einseitig nach Westen orientiert und als Ausgangspunkt für die Neugestaltung des östlich gelegenen Stadtteils Haidhausen (1854 eingemeindet) nicht genutzt bzw. nicht geeignet.</p>
<p><strong>3. Das Bayerische Parlament </strong>Vorläufer die Landstände (auch >Landschaft< genannt), allerdings keine gewählten Volksvertreter, sondern Interessenvertreter von Adel, Geistlichkeit, Städten als führende gesellschaftliche Gruppen; Sitz derVersammlung ab 1574 das Landschaftshaus am Schrannenplatz (-> Marienplatz). Erst nach Verkündung der bayerischen Verfassung 1818 Umbau des königlichen Redoutenhauses (ehedem Palais des Grafen Seeau) an Prannerstraße durch Klenze. Eröffnungder 1. Ständeversammlung (aus Abgeordnetenkammer und >Kammer der Reichsräte<, später Senat) am 4.2.1819; notwendige Erweiterungen 1821/22 und 1829; schließlich 1884/85 völliger Neubau in Formen deutscher Renaissance (nach Plänen von Siebert). Auflösungdes Parlaments im 3. Reich durch Reichsgesetz vom 30.1.1934. - Die Totalzerstörung des Gebäudes im Weltkrieg führte zu Notunterkünften: Nach ersten Wahlen (30.6.1946) Verfassungsge-bende Versammlung in Großer Aula der Universität; Wahlen am 1.12.1946 zur Annahme der Verfassung und Zusammensetzung des neuen Landtags (mit zwei Kammern: Abgeordnetenhaus und Senat); anfangs abermals in Aula, dann im Theater am Brunnenhof der Residenz und im Sophiensaal der Oberfinanzdirektion; Senat zeitweise im Rathaus. Ab 1946 Um- und Ausbau der 1943 z. T. zerstörten bzw. beschädigten ehemaligen Galeriesäle im Maximilianeum für den Bayerischen Landtag: Einzug der Abgeordneten im Januar 1949, des Senats im Februar. Seither gilt das Maximilianeum als das imposanteste Parlamentsgebäude der Bundesrepublik. (Weiterreichende Informationen in >Ständige Ausstellung über das Bayerische Parlament<)</p>
<p><strong>Bedeutung:</strong> Die am 3.12.1946 proklamierte, durch Alois Hundhammer, Wilhelm Hoegner und Hans Nawiasky erarbeitete BayerischeVerfassung-noch vor dem Bonner Grundgesetz 23.5.1949 - bedeutet die Manifestation einer nach und nach organisch gewachsenen Eigenstaatlichkeit Bayerns.</p>
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<p><strong>Freifiguren </strong>(Zinkguss nach Modellen von Widnmann)</p>
<p>I Nike</p>
<p>II Viktorien, mit Palmzweigen</p>
<p>III Viktorien, mit Girlanden. Mosaiken (Kopien 1902 der ursprünglichen Fresken) Themenkreis: Förderung von Religion, Kunst und Wissenschaft durch die Wittelsbacher (A, a, aa), im einzelnen:</p>
<p>A >Gründung des Klosters Ettal 1330< a »Sängerkrieg auf der Wartburg< aa Stiftung der Universität Ingolstadt 1472 < (Fresken von K. 77). v. Piloty). Die staatsmännischen Leistungen der Dynastie und die Hilfsmittel der Wissenschaften: B >Hausvertrag von Pavia 1329< b Symbole der Wissenschaften (Fresken von Echter).</p>
<p>Bewährung im Krieg sowie Trophäen: C >Befreiung Wiens< 1683 c Kriegstrophäen (Fresken von F. Dietz).</p>
<p><strong>Büsten</strong> (Schöpf und Halbig) über Erdgeschossarkaden Nördlicher Flügel, Wohltäter der Menschheit, Weise, Erfinder: 1 Franz von Assisi, 2 Papst Gregor d. Gr., 3 Vinzenz von Paul, 4 Sokrates, 5 Konfuzius, 6 Cicero, 7 Leibniz, 8 Archimedes, 9 Brutus (neu von Scheer-baum 1962/63), 10 Demosthenes, 11 Homer.</p>
<p>Südlicher Flügel, Staatsmänner, Feldherrn, Philosophen: 12 Gustav Adolf, 13 Cäsar, 14 Hannibal, 15 Alexander d. Gr., 16 Sappho (neu von Scheerbaum 1962/63), 17 Platon, 18 So/on, 19 Lykurg, 20 Aristoteles, 21 PeriWes, 22 Pythagoras.</p>
<p><strong>Fresken </strong>(A. und H. Spieß) an Rückwand der Erdgeschossarkaden des Hauptgebäudes (nicht mehr sichtbar): Im nördlichen Gang sieben Genien mit Attributen von Lehrfächern: Archäologie, Geschichte, Ästhetik, Poesie, Chemie, Mathematik, Physik; in den Arkaden des Mittelrisalits drei Genien mit Blumengewinden; im südlichen Gang sieben Genien mit Attributen von Lehrfächern: Zoologie, Geografie, Botanik, Kultus, Agrikultur, Justiz, Bergbau.</p>
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Quellen
Maximilianeum
Zauner - München in Kunst und Geschichte (1914)
Maximilianeum, auf den „Maximiliansanlagen“. Schon des König Ludwigs I. Aufmerksamkeit bezüglich der Ausschmückung der Stadtteile richtete sich auf das rechte Isarufer; aber man erzählt (A. Heilmayer „Die neuen Isarbrücken Münchens“ in KH 06J, daß der Arch. Leo Kieme den König davon abgehalten habe; Kieme soll dem dortigen Baugrund nicht getraut haben. Als dann König Max II. doch daran ging, hier 1857—61 von Bürklein das „Maximilianeum“ als monumentalen Abschluß der Maximiliansstraße (und zugleich als Kgl. Pagerie und Konvikt für Aspiranten des höheren Staatsdienstes) zu errichten, erlitt die Herstellung tatsächlich durch Fundamentierungsschwierigkeiten bedeutende Verzögerungen. Freilich ist die Situierung eine äußerst glückliche: der Bau ist schon vom Residenzplatz aus sichtbar, und bei Sonnenuntergang ergeben sich an der Hauptfront, die mit großen Mosaikbildwerken auf Goldgrund geschmückt ist, oft die prächtigsten Beleuchtungseffekte.
Dieser Schloßbau scheint aus Baugedanken des 18. Jahrh. hervorgegangen zu sein; er ruft uns in Erinnerung die Bilder der „Gloriette“, Architektureindrücke, wie sie sich am Ende der weiten Parkwege eröffneten. Bürklein hatte den Vorderbau mit Arkaden und Gemäldegalerie in einem spätgotischen Stil komponiert, „der zwar seine Bestimmung als großartige Dekoration sehr entschieden aussprach, aber allerdings mit dem Rückgebäude (Pagerie und Konvikt) nicht organisch verbunden war; schon während des Bauens war des Aenderns kein Ende; und als der König 1864 starb, wo erst nur der Rohbau vollendet war, hatte er (auf Sempers, des Berliners, Drängen) kurz vorher dem Baumeister mündlich aufgetragen, die Spitzbogen mit Rundbogen zu vertauschen und die Form des Ganzen überhaupt mehr der Renaissance anzunähern. Nach langem Stillstand erst ward der Bau vollendet, und nachdem der unglückliche Architekt Bürklein, dem inzwischen auch noch ein Sohn bei Sedan gefallen war, über den aufreibenden Hindernissen geisteskrank geworden und gestorben war[P 193]“.
Schließlich „kam durch diese fremden Renaissancemotive im Verein mit den vielfachen Vertikaleinteilungen nach den ursprünglich gotischen Motiven und durch die nunmehr überschlanken Verhältnisse eine ziemlich sonderbare Gesamterscheinung zustande [Rb 141]“, wenngleich die Aufgabe des Ganzen als „Abschlußbau“ im wesentlichen nicht zerstört werden konnte. Die offenen Arkaden (die — weil ihre leeren Oeffnungen nur das graue Firmament zeigen — namentlich von ferne auf den Unbefangenen fast den Eindruck einer Brandruine machen) vermitteln in Wirklichkeit eine prächtige Aussicht auf Stadt und Gebirge flußauf- und flußabwärts. Der Mittelbau enthält in 2 Sälen eine Galerie von historischen Gemälden der hervorragendsten Meister jener Zeit (namentlich von Karl Piloty und dem Franzosen Cabanel), die der ,.Weltgeschichte“ im weitesten Umfang; gewidmet war. Ueber der untern Arkadenreihe 22 Marmorbüsten von berühmten Männern; darüber Gemälde von Ptloty, die — der klimatischen Einflüsse wegen — 1902 in Glasmosaik erneuert wurden; auf den innern Wänden Fresken auf rotem Grund von Spieß. Am Hauptbau (der Stadt zu) Fassaden Verkleidung aus Terrakotta [Br, Rb, Ro].
Das Maximilianeum
Reber - Bautechnischer Führer durch München (1876)
Dieses in der Mittellinie der Maximiliansstrasse und zwar in seiner Längenausdehnung senkrecht zur Strassenaxe auf dem Isarhochufer (dem sogen. Gasteig) angelegte Bauwerk gibt jener Strasse einen wirksamen Abschluss. Die Situirung ist eine äussert glückliche; der Bau ist schon vom Residenzplatz aus sichtbar und man behält denselben in der ganzen Maximiliansstrasse vor Augen. Die Hauptfronte ist ziemlich nach Westen gerichtet, so dass dieselbe noch von der Abendsonne beleuchtet wird, wenn die vorliegende Strasse schon ganz ohne Licht ist; daraus ergeben sich bei Sonnenuntergang oft die prächtigsten Beleuchtungseffekte. Die Entwürfe für das Gebäude, ausgeführt 1857—61, rühren von
Bürklein her, welchen entsprechend der Bau ursprünglich im sogen. Maximiliansstyl, mit vorwiegender Anwendung des Spitzbogens hergestellt ward. Nach dem Tode des königlichen Gründers aber wurden die Spitzbogen in Rundbogen verwandelt und auch die übrigen Architekturformen nach Renaissancemotiven umgestaltet, was dann im Verein mit den vielfachen Vertikaltheilungen und den überschlanken Verhältnissen eine ziemlich sonderbare Gesammterscheinung zur Folge hatte. — Der die westliche Fronte bildende Hauptbau enthält im Innern zwei mächtige Säle, die mit grossen, 30 hervorragende Begebenheiten der Weltgeschichte darstellenden Gemälden ausgestattet sind. Aus den auf beiden Hügeln angeordneten offenen Hallen geniesst man eine prachtvolle Aussicht einerseits auf die Stadt und andererseits auf das Hochgebirg. Der rückwärtige Anbau umfasst die Räumlichkeiten für ein von König Maximilian H. gegründetes Institut, in welchem junge Leute, welche in ihrer Gymnasialzeit besondere Befähigung an den Tag gelegt haben, kostenfreie Aufnahme und Verpflegung für die Zeit ihrer Universitätsstudien finden. — Der der Maximiliansstrasse zugekehrte Hauptbau ist ganz mit Terrakotten verkleidet.
Das Maximilianeum
Nagler - Acht Tage in München (1863)
Das Maximilianeum ans der Isaranhöhe ist eine großartige Schöpfung des Königs Maximilian II., und die nach demselben benannte Straße dahin führt in eine neue Bauwelt. Der König gab im Jahre 1854 durch Preis-Ansschreiben nach Rissen für den Bau eines Athenäums Anregung und Gelegenheit für einen neuen Baustyl. Den Preis gewann der Architekt und Prof. G. W. Stier in Berlin, und sein Plan ist ein Meisterstück bis in das Kleinste. Die Ausführung hätte aber 100 Millionen erfordert, und somit müssen wir uns mit dem in der Sammlung der k. Akademie der Künste vorhandenen phantasiereichen Plane begnügen. Zum neuen Maximilianeum wurde am 6. Okt. 1837 der Grundstein gelegt, und sofort nach dem Plane des Oberbaurathes Bürklein der Bau begonnen in welchen den 28. November 1861 der letzte Balken des Dachstuhles in feierlicher Weise eingefügt wurde. Der Hintere Theil ist bereits bewohnt. Es ist dieß ein Institut für eine Anzahl von 15 der fähigsten Jünglinge aus ganz Bayern, welche darin eine für den höheren Staatsdienst geeignete Ausbildung erhalten, doch hat das Institut für den Prachtbau nur eine untergeordnete Bedeutung. Die beigegebene Vignette gibt den Bau in seiner Vollendung, welche er aber noch nicht erreicht hat. In den Sälen und Corridoren werden große Gemälde in Oel aufgestellt, welche eine Galerie von Darstellungen aus der Weltgeschichte bilden. Die berühmtesten Künstler wurden mit Aufträgen beehrt. Das Maximilianeum bildet von der Stadt aus gesehen den scheinbaren Abschluß der Maximiliansstraße, s. d.