Name Ehem. Hofkirche St. Michael
Architekt Fischer Johann Michael  
Straße Johann-Michael-Fischer-Platz 2
Jahr Baubeginn 1738
Jahr Fertigstellung 1738
Sakral 0
Kategorie Religiöse Bauwerke
Kirche
Baustil Keine Kategorie
Unterkategorie Kirche  
Suchbegriffe Hofkirche St. Michael 
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Bemerkung

Ehem. Hofkirche St. Michael, jetzt Kath. Pfarrkirche, beherrschender Bau von Johann Michael Fischer, mit Zweiturmfassade, innen Folge von drei Kuppelräumen, 1738 begonnen, Weihe 1751; mit Ausstattung.

Beschreibung

<p> <strong>St. Michael in Berg am Laim</strong>* Die Hofmark Berg am Laim im Besitz des Konrad von Lerchenfeld fällt 1650 an den wittelsbachischen Kölner Kurfürsten und Erzbischof Maximilian Heinrich, 1677 vom Freisinger Fürstbischof Albrecht Sigismund erworben. 1688 erlangt der Kölner Kurfürst und Erzbischofjoseph Clemens (Bruder von Max Ema-nuel) das Nießrecht und lässt zwischen 1690/91 und 1693 durch Zuccalli das Schlößchen ]osephsburg(e lang gestreckter Erdgeschossbau zwischen doppelstöckigen Seitenpavillons) errichten. 1693 Gründung der &gt;St.-Michaels-Bruderschaft&lt; sowie (für Adelige) des &gt;Ritterordens zu Ehren des Hl. Michaeli; die 1692 eingerichtete Hofmarkskapelle wird Kirche der Bruderschaft, betreut von Franziskanern. (Kapelle bei Einrichtung einer Schule 1840 abgebrochen, von ihrer Ausstattung nur noch Holzfigur des Erzengels Raphael, von Faistenberger 1693, im ehemaligen Institut der Englischen Fräulein, heute von Diözese übernommen, erhalten.) Großer Zulauf zur Bruderschaft führt-da Joseph Clemens 1721 die Vergrößerung der Kapelle verweigert - zu Überlegungen für Kirchenneubau: In »aigen mechtiger« Initiative des Bruderschaftssekretärs Franz de Paula Würnzl Erstellung eines Kupferstichs (von S.Th.Sondermayr) mit Idealdarstellung von £/nfurmfassade und Grundriss, verbunden mit Spendenaufruf (l 735); Kritik an diesem &gt;Entwurf&lt; und Einwand von). M. Fischer, er habe für den Kirchenneubau »alle bisherige Riss« verfertigt, führt zu deren (wahrscheinlich 1736) Ausarbeitung; Zustimmung Clemens Augusts 1739. Unbekannt, weshalb Würnzl 1738 mit Ausführung den Hofmaurerpolier Kögelsberger beauftragt; im selben Jahr Grundsteinlegung. Fischer übernimmt 1739 erneut Bauleitung der Kirche, deren doppeltürmige Fassade (auf Kögelsberger zurückgehend) bereits ca. 8 m hochgemauert war; durch Cuvillies »In-spection« verschiedentlich Eingriffe in den Neubau. 1742 Aufsetzen des Dachs, doch Abschluss der Maurerarbeiten erst 1743/44; Vollendung der Türme 1749/50, Außenputz von Kirche undTürmen aber erst 1758.- Benediktion bereits am 1.5.1744, ein Jahr später durch Clemens August zur Hof-, Ritterschafts-und Bruderschaftskirche erhoben; Weihe am 19.9.1751. (Zum zeitlichen Ablauf der Innenausstattung -&gt; Legende beim Grundriss.) - Zur Pfarrei Baumkirchen gehörig, wird 1806 St. Michael Pfarrkirche. Ihr Altarraum 30.4.1945 durch Artillerietreffer schwer beschädigt, 1946/47 wiederhergestellt und Fresken (von Hutterer) restauriert; umfassende Außen- und Innenrenovierung 1977-82,2004-07.</p> <div> <div> <strong>Beschreibung der Fassade: </strong>Beiderseits des Kirchenbaus zurückgesetzte, niedrige dreigeschossige Bauten (der südliche für Franziskanerhospiz, 1751/52, von Fischer). Die Doppelturmfassade Abschluss einer geplanten Straße von Ramersdorf (nicht ausgeführt): sparsam gegliederte, dreigeschossige Türme mit aufgesetzten Laternen und helmartigen Hauben (1749/50), Ecken mit übereckgestellten, vorgezogenen Pilastern besetzt; zwischen den Türmen leicht konvexer Mittelteil; in jedem seiner zwei Geschosse von Doppelsäulen flankierte, gekehlte Flachnischen (Hauptportal; darüber ursprünglich Hl. Michael von Sträub 1742/43, gefasst 1758 (nicht erhalten), ersetzt durch Plastik von Muxel 1793; an ihrer Stelle seit 1911 zu kleine Figur, Kupfertreibarbeit von Ragaller); sonstiger Außenbau ungegliedert. <strong>Grundriss</strong>: Abfolge dreier abgestufter, in Wandstruktur und Tektonik variierter Zentralräume: der größte, Gemeinderaum, der Bruderschaft zugeteilt, der kleinere Chorraum dem Ritterorden, der Altarraum den fürstbischöflichen Personen. <strong>Inneres</strong>: Bestimmend die bis zum Altarraum hintereinander gestaffelten Bogen, akzentuiert durch sphärische Gewölbefelder, der Tiefenzug gesteigert durch Gebälk; der helle Raum farblich geprägt durch rot und grün marmorierte Dreiviertelsäulen und Pilaster vor weißer Wand, farbig abgesetztes Gebälk, Brokatmalereien in den Wölbungsflächen, Deckengemälde in den runden (hölzernen Schein-) Kuppeln. Wandaufbau: Über mäßig hohem Sockel tragen Dreiviertelsäulen und Pilaster (im Hauptraum) und Halbsäulen (im Chorraum) klar gegliedertes Gebälk; darüber, durch Attika gestelzt, die Wölbung, durchbrochen von Stichkappen in den Hauptachsen und, über den schmäleren Schrägseiten, durch Fenster-&gt;Stichkappen&lt; im Hauptraum bzw. Nischen im Chorraum; Stuckdekoration von Zimmermann auf diese Zone beschränkt. Im Hauptraum Altäre der Architektur eingefügt; Seitenwände des Chorraums mit Oratorien.</div> <div> <strong>Bedeutung:</strong> »Die italienischen Züge, die Einbindung klassischer Elemente in das barocke Gesamtgefüge vereinen sich mit der Selbstständigkeit später deutscher Barockkunst zu einem geistreich originellen, künstlerisch hochgebildeten Werk...« (N. Lieb) und P. Volk: »Der Raumeindruck, beziehungsweise die unterschiedlichen Eindrücke, die man aus unterschiedlichen Blickwinkeln und Standpunkten bekommt, werden primär von der Architektur bestimmt. Die Ausstattung tritt unterstützend hinzu. Fresken, Stuck und Altäre verbinden sich mit der Architektur und respektieren dabei deren Gliederung und Ordnung... Dennoch sind sie-und darin liegt ein besonderes Verdienst der beteiligten Künstler-weit mehr als nur schmückende Zutat.« Abgesehen von künstlerischer Bedeutung stellt dieser aufwändige Kirchenbau - an dessen Beginn die Aktivität eines einzelnen Privatmannes steht-eine politische Machtdemonstration des Kölner Kurfürsten und Erzbischofs Clemens August gegenüber seinen Brüdern Kurfürst Karl Albrecht von Bayern und Kardinal Johann Theodor, Bischof von Freising und Regensburg, dar.-Wirkung auf der Ostseite empfindlich beeinträchtigt durch den dem Kirchenbau U-förmig angefügten Neubau eines Altenwohnheims, 1977-80 (Architekt: Kiessling).</div> <hr /> <p> <strong>A Altarraum</strong> mit Kuppelfresko Weihe des St.-Michael-Heiligtums am Monte Gargano&lt; (]. B. Zimmermann 1744).</p> <p> <strong>1 Hochaltar</strong>* Entwürfe vonj. M. Feichtmayr und 1. B. Straub 1751 sowie I. Günther 7760; von Straub ausgeführt bis 1767, gefasst 1771 (Fassmaler unbekannt): beiderseits des von Doppelsäulen flankierten Altargemäldes die Erzengel &gt;Gabriel&lt; (mit Mädchenputto=Maria) und &gt;Raphael&lt; (mit Knabenputto = Tobias), im Auszug &gt;Gottvater&lt;; Altargemälde &gt; Triumph des Erzengels Michael über Satan&lt; (J. A. Wolff 1694, aus abgebrochener Josephsburg-Kapelle), von F.J. Oefele 1767 durch Anstückung vergrößert; 1945 schwer beschädigt, durch Kröninger rekonstruiert.</p> <p> <strong>B Chorraum </strong>mit Kuppelfresko: &gt;St. Michael hilft den Sipontern im Kampf gegen Odoaker 492&lt; (von J. B. Zimmermann, datiert MDCCXLIIII). In den Diagonalnischen Plastiken</p> <p> <strong>2 </strong>&gt;Maria Magnifikat&lt; (Sträub/Werkstatt 1768),</p> <p> <strong>3</strong> &gt;Christus Salvator&lt; (möglicherweise von Günther, ca. 1768). In den Stichkappen der Diagonalen Stuckfiguren der vier abendländischen Kirchenväter (J. B. Zimmermann 1743 ff.):</p> <p> <strong>a</strong> Augustinus, <strong>b </strong>Gregor, <strong>c</strong> Hieronymus, <strong>d</strong> Ambrosius.</p> <p> <strong>C Gemeinderaum</strong> mit Kuppelfresko »Erste Erscheinung des Erzengels Michael und Wallfahrt zum Monte Gargano&lt; (/. B. Zimmermann 1743/44).</p> </div> <p> <strong>4 Kanzel:</strong> Auf Schalldeckel Erzengel Michael mit Rautenfahne (!) (Hassler 1745, Fassung:].]. Feichtmayer).</p> <div> <strong>Altäre:</strong> Aufbau und figuraler Schmuck von}. B. Sträub 1743 ff. bzw. 1758/59.</div> <div> &nbsp;</div> <div> <strong>5 &nbsp;Johann-Nepomuk-Altar: </strong>Aufbau und Apostelfiguren Johannes Evangelistundjakobus d. Ä. (1743/44, Fassung:]. M. Kaufmann); Altargemälde &gt;Tod des Johann Nepomuk in der Moldau&lt; (J. B. Zimmermann 1744).</div> <div> &nbsp;</div> <div> <strong>6 Altar der Heiligen Familie: </strong>Aufbau und Apostelfiguren Philippus und Bartholornäus, Figuren auf Gebälk Johannes vom Kreuz und Johannes Capistranus (1758/59), Altargemälde Heilige Familie mitjoachim und Anna sowie Zacharias, Elisabeth und ]ohannes-Knaben&lt; (Winter 1758/59).</div> <div> &nbsp;</div> <div> <strong>7 Franz-von-Paula-Altar: </strong>Aufbau und Apostelfiguren Thaddäus und Matthias (1743 ff.), Altargemälde &gt;Franz von Paula heilt blindes Kind&lt; (J. B. Zimmermann 1744/45); der gebückte Mann im Hintergrund vermutlich Bildnis des Bruderschaftssekretärs Franz von Paula Würnzl.</div> <div> &nbsp;</div> <div> <strong>8 Norbert-Altar: </strong>Altar und Apostelfiguren Matthäus und Simon (1743 ff., Fassung von }. . Feichtmayer); Altargemälde &gt;Norbert besiegt durch Eucharistie die Häresie&lt; (J. B. Zimmermann um 1744/45).</div> <div> &nbsp;</div> <div> <strong>9 Portiunkula-Altar:</strong> Aufbau und Apostelfiguren Jakobus</div> <div> d.J. undThomas, Figuren auf GebälkAnto-nius von Padua undBonaventura (1758/59); Altargemälde &gt;Franz von-Assisi empfängt aus der Hand Mähens die Stiftungsurkunde des Portiunkula-Ablasses&lt; (J. B. Zimmermann 1758/59).</div> <div> &nbsp;</div> <div> <strong>10 Immaculata-Altar:</strong> Aufbau und Apostelfiguren Petrus und Andreas (1744, Fassung Gartenschmidt 1749/50; Altargemälde: &gt;Unbefleckte Empfängnis Mariens&lt; (J. B. Zimmermann 1744). 11 Kruzifix (PassauerSchule des 15. Jh. zugeschrieben), darunter Mater dolorosa (wohl 18. Jh.).</div> <div> &nbsp;</div> <div> <strong>D Emporengewölbe </strong>mit Fresko &gt;Psallieren-der David&lt; (j. B. Zimmermann 1743/44).</div> <div> &nbsp;</div> <div> <strong>Vorhalle: </strong>Seit 1881 farbig gefasste Nischenfiguren (von Faistenberger 1696/97):</div> <div> e Sebastian,</div> <div> <strong>f </strong>Rochus (wahrscheinlich vom ehemaligen Choraltar der zerstörten Herzogspitalkirche St. Elisabeth (-&gt; Herzogspitalstraße 9). -Gitter 1779 (Geiger). Im Vorraum zur Sakristei</div> <div> <strong>g </strong>Gedenktafel (1752) für den 1759 verstorbenen Bruderschaftssekretär Würnzl. In <strong>Emauskapelle </strong>(seit 1949) vor östlicher Schmalwand Emaus-Szene (I. Günther, vermutlich 1760er Jahre).</div>