| Name | St. Maria Thalkirchen |
| Architekt | Seidl Gabriel von |
|---|---|
| Stadtbezirk | 19. Thalkirchen-Obersendling-Forstenried-Fürstenried-Solln |
| Stadtbezirksteil | Thalkirchen |
| Straße | Fraunbergplatz 1 |
| Jahr Baubeginn | 1400 |
| Jahr Fertigstellung | 1400 |
| Baustil | neubarock |
| Sakral | katholisch |
| Kategorie |
Religiöse Bauwerke Kirche |
| Baustil |
Historismus neubarock |
| Unterkategorie | Kirche |
| Suchbegriffe | St. Maria Thalkirchen Wallfahrtskirche |

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Bemerkung
Kath. Pfarr- und Wallfahrtskirche St. Maria Thalkirchen, im Kern um 1400 mit romanischen Resten, 1692 umgebaut, 1907-08 von Gabriel von Seidl neubarock erweitert; mit Ausstattung; ringsum der ehem. Friedhof mit alter Mauer und alten Schmiedeeisenkreuzen.
Beschreibung
<p><strong>St. Maria Thalkirchen* </strong>Wallfahrts- und Pfarrkirche. Spätromanische Teile (2. Hälfte 13. Jh.) in Turm und westlicher Chorwand erhalten; Chor (gegen 1400) und ehemaliges Langhaus (wohl S.Viertel 15. Jh.); unter Leitung von J. A. Wolff (Initialen JAW und sprechendes Wappen im Gewölbe über Hochaltar) zwischen 1695 und 1698 barockisiert; schlanker Turm mit barocker Haube; 1907/08 durch G. v. Seidl erweitert. Umfassende Außen- und Innenrenovierung von 1978 bis 1981.</p>
<p><strong>Beschreibung:</strong> dreijochiger, tonnengewölbter Altarraum, dreiseitig geschlossen. Hauptraum quadratisch mit kräftigen Wandpfeilern, in gotischer Zeit mit Mittelsäule; diese bei Barockisierung entfernt (Reste im Bayerischen Nationalmuseum), dafür Flachkuppel mit (je Seite) drei Stichkappen. Die damals ebenfalls eingebaute Musikempore bei Erweiterung abgetragen: drei Bogen vermitteln zum Anbau (irreguläres Sechseck) mit radialen, volutenbelegten Strebepfeilern, von Zeltdach mit Laterne bedeckt.</p>
<p><strong>Inneres: </strong>Der geräumige Neubau (mit Empore auf drei Seiten, darunter Abschlussgitter, 1692) in jugendstilartigem Neubarock verhalten dekoriert; Scheitelgemälde von Schleibner 1912; über einige Stufen abwärts zum Altbau: Langhaus und Chor durch kräftige Wandpfeiler gegliedert; an Gewölbe schwerer Stuck um 1700, in Flachkuppel Fresko von Wolff (1696), >Marienkrönung<. Beiderseits des Chorbogens Seitenaltäre 1696 mit Gemälden von Hauber 1798. Hochaltar* Aus dem gotischen Flügelaltar (1482 bestellt) das Gnadenbild und die beiden Hll. Ulrich und Korbinian von M. Erhart (Ulm); rückwärtiger Altaraufbau bei Barockisierung entstanden; zweiter Umbau 1759 durch l. Günther (Büsten Hll. Anna und Joachim sowie Engel); 1959 abermals verändert. (Die Flügel des einstigen gotischen Hochaltars mit vier Reliefs Marienszenen (frühe 1490er Jahre) im 19. Jh. entfernt, heute als Leihgaben im Diözesanmuseum Freising (-> S. 46). Die Barockorgel von 1630, eine der ältesten erhaltenen Bayerns, jetzt im Deutschen Museum.</p>
<p><strong>Bedeutung: </strong>Thalkirchen bis 1520 wohl Urpfarrei für Umgebung Münchens links der Isar; viel besuchte Wallfahrt. Der Hochaltar eine meisterliche Verbindung von Gotik und Rokoko. Deckenfresto bisher einzige nachgewiesene Arbeit Wolffs in dieser Technik (sonst nur Leinwandgemälde für Decken). Sehr geschickte Erweiterung einer für den Münchener Raum typischen mittelalterlichen barockisierten Dorfkirche.</p>