Name Kath. Pfarrkirche St. Johann Baptist
Architekt Gebrüder Rank  
Stadtbezirk 19. Thalkirchen-Obersendling-Forstenried-Fürstenried-Solln
Stadtbezirksteil Solln
Straße Fellererplatz 8
Jahr Baubeginn 1904
Jahr Fertigstellung 1906
Baustil barockisierend
Sakral katholisch
Kategorie Religiöse Bauwerke
Kirche
Baustil Keine Kategorie
barockisierend
Unterkategorie Kirche  
Suchbegriffe Kath. Pfarrkirche St. Johann Baptist 
Kath. Pfarrkirche St. Johann Baptist
Kath. Pfarrkirche St. Johann Baptist Fellererplatz
Bildrechte:

Bemerkung

Kath. Pfarrkirche St. Johann Baptist, barockisierender Bau mit hohem Zwiebelturm, 1904-06 von den Gebrüdern Rank; mit Ausstattung; von Mauern umgeben, an der Südseite Neurenaissance-Prunktor.

Die katholische Pfarrkirche St. Johann Baptist im Münchner Stadtteil Solln entstand zwischen 1904 und 1905 nach Plänen des Architekten Franz Rank. Sie wurde gebaut, weil die alte Sollner Dorfkirche für die rasch wachsende Bevölkerung zu klein geworden war. Besonders durch die Entwicklung der Villenkolonie Solln und die Anbindung an die Isartalbahn nahm die Einwohnerzahl Ende des 19. Jahrhunderts stark zu. Bereits 1893 gründete sich deshalb ein Kirchbauverein mit dem Ziel, eine neue größere Kirche zu errichten.

Die Kirche befindet sich am Fellererplatz und prägt mit ihrem mächtigen Dach, der barocken Zwiebelhaube und den zahlreichen Anbauten das Ortsbild Sollns. Stilistisch verbindet sie traditionelle bayerische Kirchenarchitektur mit Elementen des Jugendstils und des Neobarock. Rank reichte seinen Wettbewerbsentwurf unter dem Motto „Bodenständig“ ein, was die Verbindung von Heimatstil und moderner Architektur verdeutlicht. Besonders auffällig ist das monumentale Südportal, das eine Kopie eines manieristischen Kirchenportals des Klosters Tückelhausen darstellt.

Im Inneren wurde die Kirche 1966 grundlegend umgestaltet. Die ursprüngliche Jugendstil-Ausstattung wich einem moderneren Raumkonzept mit deutlich mehr Sitzplätzen. Dennoch blieben bedeutende Kunstwerke erhalten oder wurden später wieder integriert. Dazu zählen das große Jugendstil-Altarbild von Carl Johann Becker-Gundahl mit der Taufe Jesu sowie spätgotische Figuren aus der alten Sollner Kirche, darunter eine Rosenkranzmadonna und ein Gnadenstuhl aus dem frühen 16. Jahrhundert. Auch Werke von Balthasar Schmitt und Gebhard Fugel prägen die Ausstattung.

Heute bildet die Kirche gemeinsam mit dem benachbarten Pfarrhaus und der Schule ein denkmalgeschütztes Ensemble und ist Mittelpunkt des katholischen Gemeindelebens in Solln.

Beschreibung

<p><strong>St. Johann Baptist</strong> 1902 Ausschreibung eines Wettbewerbs durch den 1893 gegründeten &raquo;Kirchenbau-Verein Solln&laquo; zur Errichtung einer neuen Filialkirche für die zu klein gewordene alte Sollner Kirche (-&gt; Herterichstraße 54), den Franz Rank (nicht Josef R.!) gewann. Bau in vereinfachter Form 1904/05 (Benediktion); neubarocke Ausstattung des 1920 zur Pfarrkirche erhobenen und geweihten Gotteshauses jedoch erst mit Aufstellung der Orgel 1941 vollendet, aber seit Renovierung, Purifizierung und Neuordnung 1966 weitgehend entfernt.</p> <p><strong>Äußeres:</strong> Rechteckiger Baublock, aufgelockert durch West-Vorhalle und östlich angefügten, dreiseitig geschlossenen Chorraum sowie (an beiden Längsseiten) durch flache Ausbuchtungen des ovalen Innenraums; vielfältig&nbsp;gestaltete hohe Dächer. An Nordseite des Chors Turm mit doppelter Zwiebel, an Südseite Sakristei-Anbau. Auffallendstes Element an Südseite das aufwändige Portal: Kopie des zwischen 1613 und 1616 entstandenen Westportals der ehemaligen Kartäuserklosterkirche St. Georg in Tückelhausen/Ufr. (nicht wie meist zu lesen von der Plas-senburg!), deren Einbindung Wettbewerbsbedingung war; geschaffen von Kirschner 1898 vielleicht ursprünglich für eine andere Verwendung und gestiftet von dem nach Solin zugezogenen Steinbruchbesitzer Georg Michl aus Marktbreit. Von historischer <strong>Ausstattung</strong> unterhalte n: Über dem neuen Tabernakel der spätgotische Gnadenstuhl* (nach Vorbild von Dürers Holzschnitt von 1511) wohl aus dem Schrein eines ehemaligen Flügelaltars, 1511/15 viel leicht vom Meister voedn Rabenden; an nördlicher Seite des Chorbogens die spätgotische Rosenkranzmadonna, um 1515 (Kind jünger) aus dem Umkreis Grassers; beide Skulpturen 1966 aus der alten Kirche überführt. Von der neubarocken Ausstattung u. a. gerettet: Hochaltarblatt Taufe Christi von Becker-Gundahl 1914/15, 14 Kreuzwegstationen von Fugel, um 1920, sowie dessen zwei Seitenaltar-blätterfum 1930: Muttergottes mit Kind und Heilige Familie) beiderseits der Orgel. An Emporenbrüstung fünf Reliefmedaillons &gt; Freudenreicher Rosenkranz&lt; sowie beiderseits davon überlebensgroße Plastiken Hll. Petrus und Paulus (von B. Schmitt); die Glasfenster (Szenen aus dem Leben Johannes desTäufers) von Pütz, 1946/47; Triumphkreuz von Reidel, 1966.</p> <p><strong>Bedeutung:</strong> Die Kirche anschauliches Beispiel für die damaligen Bemühungen um einen volksnahen, landschaftsverbundenen und malerischen Baustil in Abkehr vom Historismus, das Südportal ein für München einmaliges Lehrstück fränkischer Bauplastik der Echter-Zeit; die beiden spätgotischen Figuren hervorragende Werke bayerischer Skulptur, die Gemälde Becker-Gundahls und Fugels gute Arbeiten aus der Erneuerungsbewegung christlicher Kunst nach 1900.</p>