Name Alte Kath. Kirche St. Johann Baptist
Stadtbezirk 19. Thalkirchen-Obersendling-Forstenried-Fürstenried-Solln
Stadtbezirksteil Solln
Straße Herterichstraße 54
Jahr Baubeginn 1450
Jahr Fertigstellung 1480
Baustil spätgotisch
Sakral katholisch
Kategorie Religiöse Bauwerke
Kirche
Baustil Gotik
spätgotisch
Unterkategorie Kirche  
Suchbegriffe Kath. Kirche St. Johann Baptist 
Alte Kath. Kirche St. Johann Baptist
Alte Kath. Kirche St. Johann Baptist Herterichstraße
Bildrechte:

Bemerkung

Alte Kath. Kirche St. Johann Baptist, 15./17. Jh., Spitzhelmturm; mit Ausstattung; ringsum ehem. Friedhof. Im Ortskern von Solln.

Die alte Kirche Alte Sollner Kirche St. Johann Baptist im Münchner Stadtteil Solln zählt zu den ältesten erhaltenen Kirchengebäuden der Region. Ihre Ursprünge reichen vermutlich bis ins 12. Jahrhundert zurück, urkundlich belegt ist eine Kirche an dieser Stelle seit 1315. Das heutige Bauwerk entstand überwiegend in den letzten Jahrzehnten des 15. Jahrhunderts und prägt bis heute den historischen Dorfkern von Solln an der Herterichstraße.

Besonders bemerkenswert ist die Mischung verschiedener Baustile. Der spätgotische Chorraum und der massive Turmunterbau stammen noch aus der Entstehungszeit. Nach den Zerstörungen des Dreißigjährigen Krieges wurde die Kirche erweitert und teilweise barock umgestaltet. Der achteckige Turmaufsatz mit Spitzhelm sowie das Langhaus erhielten damals ihr heutiges Erscheinungsbild.

Im Inneren befindet sich ein bedeutender Rokoko-Hochaltar aus dem Jahr 1760. Das Altarblatt zeigt Johannes den Täufer sowie mehrere Heilige und stammt von Balthasar Augustin Albrecht. Die kunstvollen Schnitzarbeiten schuf Johann Baptist Straub. Früher besaß die Kirche eine umfangreiche barocke Ausstattung, von der jedoch seit den 1950er Jahren vieles entfernt oder in die neue Pfarrkirche übertragen wurde. Erhalten blieben unter anderem eine Schwarze Madonna, eine Figur des heiligen Sebastian und historische Glocken aus den Jahren 1654 und 1925.

Mit dem starken Bevölkerungswachstum Sollns Ende des 19. Jahrhunderts wurde die kleine Dorfkirche zu eng. Deshalb entstand 1905 die neue Pfarrkirche St. Johann Baptist am Fellererplatz, die fortan die Hauptfunktion übernahm. Die alte Kirche blieb jedoch erhalten, wurde restauriert und dient heute vor allem in den Sommermonaten weiterhin als Gotteshaus und kulturelles Wahrzeichen des alten Solln.

Beschreibung

<p> <strong>Alt-St.-Johann-Baptist</strong> In der um 530 von Bajuwaren besiedelten Gegend entstand an der Stelle einer ca. 530 errichteten Taufkirche um 1480 (als Filiale der Pfarrei Thalkir-chen-Sendlingabetwa 1315) die jetzige spätgotische Kirche mit zwei jochigem, kreuz-rippengewölbtem Chor in 3/8-Schluss und zweijochigem Schiff mit wohl flacher Holzdecke sowie Turm, kurz nach 1640 um das Achteckgeschoss bereichert und im 19. Jh. mit jetzigem Spitzhelm versehen. Zwischen 1640 und 1648 Neubau des nach Westen verlängerten, wiederum zweijochigen Langhauses vielleicht durch V. Schmidt, dem auch die Gestaltung der Tonnendecke mit Modelstuck in Felderrahmung im Schiff sowie im Chor (anstelle der abgeschlagenen Kreuzrippen) zugeschrieben wird. Das Jesuitenmonogramm erinnert dabei an den Orden, der 1597-1773 das Patronat innehatte und die Barockisierung durchführte. Restauriert 1709-11 durch Zwerger d. J., ferner 1886,1966 und 1994-96; seit 1920 Nutzung der Kirche fürTaufen, Hochzeiten, Maiandachten.</p> <p> <strong>Ausstattung: </strong>Rokokoaltar*1760 von J. B. Straub (Schildchen auf Rückseite) mit Seitenfiguren der Erzengel Michael und Raphael sowie Auszugsgruppe der Dreifaltigkeit; ursprünglich in der Hauskapelle des Kaufmannspaares Georg Konrad und Maria Anna Sauer (Kaufingerstraße 6), deren Namenspatrone im Altarbild von B. A. Albrecht 1760 dargestellt sind: im unteren Bildfeld Verehrung der Muttergottes auf Erden durch die Hll. Johannes Baptist, Georg und den Bischof Konradvon Konstanz, im Himmel durch die Hll. Anna und Joachim sowie Barbara und Elisabeth von Thüringen; um 1830/40 bei Abbruch der Sauerschen Hauskapelle erworben. Am Chorbogen links spätgotische Skulptur Hl. Sebastian (Umkreis Meister von Rabenden, um 1510), rechts eine schwäbisch-nordschweizerische Kopie der Schwarzen Madonna von Einsiedeln, von C. D. Asam aus Einsiedeln mitgebracht und in seiner 1730 errichteten Maria-Einsiedel-Kapelle (-&gt; Maria-Einsiedel-Straße 45) bis zu deren Abbruch kurz vor 1807 aufgestellt. An Nordwand frühbarocker Johannes Evangelist, um 1685. Die wertvollsten Figuren (spätgotischer Gnadenstuhl und barocke Rosenkranzmadonna) seit 1966 in der neuen Pfarrkirche (-&gt;• Fellererplatz 8).</p> <p> <strong>Bedeutung: </strong>Intime Dorfkirche mit qualitätvollem Straub-Altar, der vermutlich das einzige noch erhaltene, für bürgerliche Auftraggeber geschaffene Werk darstellt und dessen Gemälde zu den letzten reifen Spätwerken des damals 72-jährigen Malers Albrecht gehört.</p>

Wikipedia

Wikipedia: Alte_Sollner_Kirche_St._Johann_Baptist

Weitere Bilder
 - Kreuz - Alte Kath. Kirche St. Johann Baptist

Kreuz - Alte Kath. Kirche St. Johann Baptist