Name Ehem. Bayerisches Nationalmuseum
Architekt Riedel Eduard  
Stadtbezirk 1. Altstadt-Lehel
Stadtbezirksteil Lehel
Straße Maximilianstraße 42
Jahr Baubeginn 1858
Jahr Fertigstellung 1858
Baustil Historismus (Maximilianstil)
Kategorie Keine Kategorie
Baustil Expressionismus
Historismus
Maximilianstil
Suchbegriffe Bayerisches Nationalmuseum Staatliches Museum für Völkerkunde 
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Ehem. Bayerisches Nationalmuseum
Ehem. Bayerisches Nationalmuseum Maximilianstraße
Urheber: Reber - Bautechnischer Führer durch München (1876)

Bemerkung

Ehem. Bayerisches Nationalmuseum, jetzt Staatliches Museum für Völkerkunde, Monumentalbau im Maximilianstil, 1858-65 von Eduard Riedel; innen Vestibül, Treppe, Erdgeschossräume der Osthälfte und darüber im ersten Stock ein Teil des Wandgemäldezyklus original erhalten.

Beschreibung

<p><strong>Staatliches Museum für Völkerkunde</strong> Als &gt;Museum fürVölkerkunde&lt; seit 1926 in dem für Bayerisches Nationalmuseum errichteten monumentalen Gebäude an Südseite des Forums (allegorische Architekturplastik durch ursprüngliche Verwendung erklärlich).</p> <p><strong>Baugeschichte: </strong>Vorausgegangen eine von Bürklein entworfene, durch Arkaden verbundene symmetrische Baugruppe aus drei Blöcken: westlich Maxirnilians-Gymna-sium und Taubstummen-Institut (Baubeginn 1855), in der Mitte Künstlerhaus, östlich Polytechnische Schule. Die im Rohbau vollendete westliche Gruppe jedoch als zu kleinteil ig empfunden, wieder abgerissen und das gesamte Projekt aufgegeben zugunsten des Museumsbaus als adäquates architektonisches Gegengewicht zur gleichzeitig entstehenden repräsentativen &gt;Regierung von Oberbayern&lt; (-&gt; Maximilianstraße 39). Grundsteinlegung25.5A859 nach Plänen von Riedel (ein 1860 von Dollmann vorgelegter Entwurf nicht berücksichtigt); 1865 Fassade, Ende 1866 Innenausbau vollendet, Eröffnung 28.10.1867. An Südseite (bis Hildegardstraße) durch Arkaden im Erdgeschosszugänglich Garten in verschiedenen Stilen angelegt (vollendet Ende 1870er Jahre), dazu Aufstellung von Sepulkralkunst und großformatiger Freiplastik. Bereits zu dieser Zeit Museumsbau zu klein geworden; führte zu Neubau 1894-1900 an -*&bull; Prinzregentenstraße 3. Der Altbau von 1906-1925 interimistische Heimstätte des Deutschen Museums (-&gt; Museumsinsel), danach Einzug des Völkerkundemuseums. - Nach Beheben schwerer Kriegszerstörungen (Westtrakt und Südflügel, Übriges beschädigt) 1954 im Osttrakt teilweise Wiedereröffnung als Staatliches Museum für Völkerkunde im Obergeschoss mit wechselnden Ausstellungen aus eigenen reichen Beständen. 1965-74 rekonstruierende Instandsetzung des Westtrakts und, am Thomas-Wimmer-Ring, Erweiterungsbau unter Weiterführung der Architekturgliederung des Hauptgebäudes (Pläne von Kubizek und Pammesberger 1985-87); Sanierung der gesamten Innenräume 1992-98. (Im Erdgeschoss des Osttrakts seit 1901 Ausstellungsräume des Berufsverbands Bildender Künstler.)</p> <p><strong>Beschreibung: </strong>Lang gestreckter neunteiliger Baublock zu insgesamt 25 Achsen (-&gt;&bull; Fassadenaufriss). Zwischen zweigeschossigen Flügelbauten (je sechs Achsen mit einachsigem Eckrisalit) dreigeschossiger Haupttrakt zu elf Achsen (dreiachsiger Mittelrisalit, flankiert von dreiachsigen Rücklagen und einachsigen Seitenrisaliten). Auf Attika allegorische weibliche Statuen in hellgrau/gelblich gefass-tem, gesandeltem Zinkguss (der Münchener &raquo;Kunst-Zink-Gießerei&laquo;, 1877 und 1934 repariert): die Mittelachse akzentuiert durch die zwischen zwei Löwen stehende Bavaria (A) von Kirchmayer nach Zell, darunter Wappen des Königreichs (a) von Bumüller und Widmungsinschrift. Über den seitlichen vier Risaliten weisen Wappen und symbolische weibliche Liegefiguren auf die vier Volksstämme Bayerns hin: über östlichem Seitenrisalit Altbayern (B) von Zell; über westlichem Pfalz (C) von Wagmüller nach Zell; über östlichem Eckrisalit Franken (D) von Ruf; über westlichem Schwaben (E) von K. Zumbusch. (Die Allegorien B, C und E im Krieg zerstört, Nachschöpfung vorgesehen; zerstörte Vasen auf Ballustraden in 1990er Jahren durch Kopien in Betonwerkstein ersetzt.) In den Querrechteckfeldern unter Stammesallegorien symbolisieren Reliefs Bauwesen (b), Malerei (c), Bildhauerei (d) und Erzgießerei (e). Im zweiten Obergeschoss des Haupttrakts zehn Karyatiden (1) beiderseits der Mittelfenster der fünf Fassadenabschnitte, das Hauptgeschoss (mit Rundbogenfenstern und Eselrückenrah-mung) durch acht Statuen (2-9) hervorgehoben, die Kardinaltugenden des Bayernvolks versinnbildlichen und durch historische Persönlichkeiten bezeugt werden. Das wohl auf König Max II. zurückgehende Programm nun nach Archivfunden von V. Karnapp (2004) endlich gesichert. Im Erdgeschoss neunjochige Arkade mit Mittelbalkon auf vier Atlanten &gt;BojarenBojuwaren&lt; (10) von Kirchmayer, in den rechteckigen Feldern über Erdgeschoss-Fenstern Relief s (i-k) mit Darstellungen künstlerischer Tätigkeiten als Hinweiseauf Gegenstände in Modellen (nach Modellen von Bumüller in Portland-Zement gegossen: schwacher Abklatsch der Reliefs, 1832, an Schinkels Berliner Bauakademie).</p> <p>Widmungsinschrift &raquo;Meinem Volk zu Ehr und Vorbild&laquo; verrät didaktische Absicht des Königs beim Bau des Naf/ona/museums ebenso wie die Ausstattung der Säle mit Gemälden als &raquo;vaterländische Geschichtsgalerie&laquo; (Vorbild &gt;Musee Historique&lt; in Versailles). Diese anfangs (1857) für Herzog-Max-Burg vorgesehen, dann für Neues Schloß Schleißheim, schließlich (1858) vom König 143 Gemälde für die 29 Säle im Hautge-schoss des künftigen National museums festgelegt; Konzeption der Themenfolge durch Aretin, von derTann undSpruner. Au/träge an 51 Historienmaler der sog. &gt;Münchener Schule&lt; (u. a. Echter, Flüggen, Hauschild, Hiltensperger, Moßdorff, Palme, Pechmann, F. Piloty, Pixis, Schwoiser, Spies, A. Wagner) bei Zulassung verschiedener Maltechniken (Fresko, Enkaustik, Stereochromie, Mineralfarben). Bereits 1906 bei Adaptierung zum Deutschen Museum Gemälde durch Rupfenbespannung verdeckt; durch Kriegseinwirkungen bis auf 38 Gemälde in acht Sälen des Osttrakts zerstört, 1995-96 restauriert bzw. konserviert und bis auf sechs (-&gt; Grundriss Saal X) wieder verhängt.</p> <p><strong>Bedeutung:</strong> Bau von Anfang an zwiespältig beurteilt; abgesehen von gravierenden Baumängeln Kritik an Riedels Planung bis ins kleinste Detail. In den Architekturformen be-einflusstvom Perpendicular-Style; die scharf geschnittenen Vertikalglieder wirken, zusammen mit den Achsen der großen Fenster, der Breitenlagerung des Baukörpers disharmonisch entgegen. Harte Putztechnik betont formale Sprödigkeit, die durch Nebeneinander heterogener Schmuckelemente noch gesteigert wird. In atektonischer Verwendung der Bauglieder Ankündigung der Auflösung der klassischen Bauordnung, die in den folgenden Jahrzehnten durch H in Wendung zu streng gehandhabtem Historismus bis über Jahrhundertwende hinaus noch verzögert wurde, ehe die &gt;Revolution&lt; des Neuen Bauens neue, zukunftsweisende Maßstäbe setzte.</p> <p><strong>Geschichte des Völkerkundemuseums: </strong>Sein mittelbarer Grundstock wohl die Kuriositätensammlung der bayerischen Herzöge und Kurfürsten, seit 1782 der Öffentlichkeit in der Hofgartengalerie zugänglich: Ostasiatika neben transatlantischen Gegenständen die frühesten Sammelstücke, ab 1836 Teil der Königlich Vereinigten Sammlungen&lt; (ebenfalls im Galeriegebäude). AufVeranlassung König Ludwigs II. Aussonderung aller europäischen Objekte und Einrichtung eines &gt;Königlich Ethnographischen Museums&lt; 1868, durch die Sammlung des Japanforschers Siebold bereichert. Zugänge im 19. und 20. Jh. hauptsächlich durch bayerische Naturforscher-wie z. B. aus Amazonas-Gebiet durch Spix und Martius, aus Himalajagebiet und Zentralasien durch die Brüder Schlagintweit, die Südamerikasammlung der Prinzessin Therese von Bayern (1897), die arktischen und subarktischen Objektedes Herzogs Maximilian von Leuchtenbergoderdie Asiensammlungvon Merzbacher. Dazu kamen indische Kleinkunst der Oberin der Englischen Fräulein in Nymphenburg Xaveria Berger, Objekte aus Alaska, Sibirien und der Südseedes baltischen Seefahrers Krusenstern sowieTeile aus dem Nachlass von James Cook. Darüber hinaus systematischer Ausbau und Erwerbungen unter fachwissenschaftlichen Aspekten im Verlauf des vergangenen Jahrhunderts sowie Aufbau einer bedeutenden Fachbibliothek und Dokumentationsabteilung.-Durch rechtzeitige Auslagerung kaum Kriegsverluste.</p> <p><strong>Sammlungen</strong>* umfassen alle außereuropäischen Gebiete; entsprechend dem Umfang Schwerpunkte die Sammlungen Südost-, Süd- und Ostasien, daneben bedeutende Bestände aus Ozeanien, Afrika, Süd- und Mittelamerika sowie von nordamerikanischen Indianern. Seit Sanierung des Gebäudes (1992-98) Einrichtung von Dauerausstellungen: im ersten Obergeschoss Indien, Japan, China; im zweiten Obergeschoss Südamerika, Nordamerika, Afrika; weitere Präsentationen vorgesehen, u. a. in Wechselausstellungen der wertvollen Bestände aus Äthiopien, Australien, Ozeanien, Indonesien, Tibet.</p> <p><strong>Bedeutung:</strong> Die bewahrende und pflegende Rolle dieses Museums (und anderer ähnlicher Institutionen) dokumentiert sich allein schon dadurch, dass viele Objekte einzigartig und in ihren Herkunftsländern in dieser Art heute kaum noch oder überhaupt nicht mehr zu finden sind. Mit rd. 350 000 Objekten ist das Münchener Museum (nach Berlin) das zweitgrößte in Deutschland und gehört neben den Sammlungen in Basel, Wien und London zu den wichtigsten in Europa. Der hohe Anteil an Objekten von herausragender künstlerischer Qualität erlaubt, das Völkerkundemuseum nicht nur als ethnographisches Spezialmuseum, sondern auch als Kunstmuseum zu bezeichnen.</p> <hr /> <p><strong>Völkerkundemuseum: Fassade&nbsp;</strong>Entwürfe für die gesamte plastische Dekoration der Fassade von Riedel, von Bildhauern ausgeführt.</p> <p><strong>Freiplastiken</strong> (von F. Kirchmayer Kunst-Zink-Gießerei 1861 angefertigt). A Bavaria (Zell; 1985 restauriert), B Altbayern (Zell; zerstört), C Pfalz (Wagmüller), D Franken (Ruf; 1985 restauriert), E Schwaben (K. Zumbusch; zerstört).</p> <p><strong>Bauplastik:</strong> 1 Zehn Karyatiden (Bu-müller, Zell), 2-9 Die &raquo;acht Cardinal-Tugenden des Bayernvolks&laquo;, deren Zuweisung an historische Persönlichkeiten nun archivalisch geklärt ist: 2 Bürger mit Fahne: Vaterlandsliebe (Sebastian Plinganser), 3 Gestalt mit Perücke: Treue (GrafArco), 4 Bürger: Fleiß (Jakob Fugger), 5 König mit Reichsapfel und Schwert: Großmut (Kaiser Ludwig der Bayer),6 &nbsp;Herrscher mit Langschwert: Tapferkeit (Friedrich der Siegreiche),7 Mönch: Frömmigkeit (Hl. Severin),8 &nbsp;Geharnischter: Gerechtigkeit (König Ruprecht von der Pfalz), 9 Mann mit Schriftrolle und Feder: Weisheit (Albrecht IV.), 10 (Vier) Atlanten (&gt;Teutonen&lt; oder &gt;Bojuwaren&lt;).</p> <p><strong>Reliefs:</strong> a Staatswappen, darunter Widmungsinschrift; b Allegorie Bauwesen, c Allegorie Malerei d Allegorien Bildhauerei und Steinmetz, dazwischen Nike; e Erzgießer, dazwischen Nike, f-k Reliefs mit Objekten des (National-)Museums (Modelle von Bumüller): f Schmiede, g Rüstung und Waffen, h Musikinstrumente, i sakrale Geräte, k Töpferei und Malerei.</p> <hr /> <p><strong>Völkerkundemuseum:</strong> Grundriss &gt; Vaterländische Geschichtsgalerie&lt;</p> <p>Westflügel Saal I-XIV: zerstört, ehedem 74 Gemälde zur &gt;Geschichte von Ober- und Niederbayern&lt; Ostflügel Saal I-V: z. T. zerstört, ehedem 27 Gemälde zur &gt;Geschichte der Pfalz&lt;, elf davon erhalten, aber verhängt (Nr. 91-101). Saal VI: sechs Gemälde zur &gt;Geschichte der Wit-telsbacher auf dem Thron Schwe-dens&lt; (Nr. 102-107). Saal VII-X: 20 Gemälde zur &raquo;Geschichte Frankens, davon 14 verhängt (Nr. 108-121), dagegen sechs im Saal Xausgestellt (Nr. 122-127): Nr. 122: &raquo;Martin Behaim unternimmt 1484 im Dienst Portugals Reise an Westafrikanische Küste&laquo; (Hauschild), Nr. 123: &raquo;Nürnbergs Blütezeit Ende 15., Anfang 16. Jh.&laquo; (Adamo), Nr. 124: &raquo;Markgraf Friedrich von Bayreuth stiftet 1748 die Universität Erlangen&laquo; (Barthelme) Nr. 125: &raquo;Fürstbischof Franz Ludwig von Würzburg hält 1782 bei 2. Jubiläumsfeier der Universität Würzburg Eröffnungsrede&laquo; (Barthelme). Nr. 126: &raquo;Die Kronacher verteidigen 1634 ihre Stadt gegen schwedische und weimarische Truppen&laquo; (Schwoiser), Nr. 127: &raquo;Kapuzinerpater Bernhard überreicht 1631 dem König Gustav Adolf die Schlüssel der Stadt Aschaffenburg&laquo; (A. Wagner). Saal XI: &gt;Geschichte Schwabens&lt; (zerstört), Saal XII: &gt;Zeit König Maxi. Josephs&lt; (zerstört), Saal XIII: &gt;ZeitKö-nig Ludwigs l.&lt; (zerstört), Saal XIV: &gt;Zeit König Maximilians II. &lt; (zerstört).&nbsp;</p>

Quellen

Nationalmuseum, Altes
Zauner - München in Kunst und Geschichte (1914)

Nationalmuseum, Altes, Maximilianstr. 26. Zur Geschichte des Nationalmuseums vgl. Nationalmuseum, Neues. König Max II. ließ auf seine Kosten 1858—65 von Hofbaurat Riedel für seine „Sammlung der Denkmäler vaterländischer Geschichte“ das Nationalmuseum erbauen und zwar in dem nach Max II. benannten „Maximiliansstil“, d. h. im wesentlichen in den Formen, die er 1851 beim Besuch der ersten Weltausstellung in London schätzen gelernt und woselbst er zugleich im dortigen Kensington-Museum das Vorbild der bayerischen nationalen Kunstsammlung kennen lernte; charakteristisch für den neuen Stil ist hier vor allem der sogen. Eselsrückenbogen an den Fenstern des Erdgeschosses. Im übrigen ist das Gebäude, das im ganzen genommen ein Bau von schönen Verhältnissen ist, ein in Dimension und Form würdiges Seitenstück zum gegenüberliegenden Regierungsgebäude. Nach dem Vorbild der „Versailler Galerie“ ließ der König im Hauptgeschoß eine „vaterländische Geschichtsgalerie“ hersteilen, wobei er durch Heranziehung jüngerer Kräfte die Münchner Schule für die Monumentalmalerei im neuen Stil zu gewinnen beabsichtigte. Bemerkenswert sind die Giebelzieraten als Versuche im Maximiliansstil, die nach dem Programm des Königs „antike Größe und nationale Heiterkeit und Zierlichkeit verschmelzen sollten“, indes beinahe allzu zierlich, daher fast schwächlich ausgefallen sind [P. 192, Rb u. Br. 137].

Das bayerische National-Museum
Nagler - Acht Tage in München (1863)

Das bayerische National-Museum an der Maximiliansstraße, die großartige Schöpfung des Königs Maximilian II., ist ein Denkmal der Geschichte, der Kunst und der Gewerke, welche ein tausendjähriges Bild des Landes entwickeln. Obwohl erst vor   wenigen Jahren begonnen, steht es jetzt schon in Deutschland einzig da, und es ist ihm noch eine reiche Zukunft offen. Das prächtige, nach dem Plane des k. Hof-Bauiuspektors E. Riedel erbaute Museumsgebäude ist im Aeußeren vollendet, und beur- kundet hinsichtlich des Styls die Periode des Uebergangs von der Gothik zur Renaissance, aber mit so origineller Verbindung der gegebenen Formen, daß sich eine eigenthümliche Schöpfung vor unsern Augen entwickelt. Auf der Attika des Mittelbaues erhebt sich die Bavaria mit dem Löwen nach dem Modelle des Bildhauers Kirchmayer in Zink gegossen. Zu den Seiten sind ebenfalls in Zinkguß Schwaben und Franken vertreten, in Figuren, welche sitzend 5½' hoch und von H. Ruff und Zumbusch modellirt sind. Die Reliefs nach Bumüllers Modellen beziehen sich auf die Gründung des Museums. Die Caryatiden hat Walker modellirt, und die Bojaren als Träger des Balkons sind von Kirchmayer ausgeführt. Die Wände der Säle und Zimmer des oberen Stockwerkes werden mit 143 Gemälden in Fresco geziert, welche die bayerische Geschichte bildlich darstellen. Im Februar 1863 waren bereits 73 Gemälde vollendet. Sie sind von den tüchtigsten jüngeren Talenten beschaffen, und der König wollte ihnen vorzugsweise Gelegenheit geben, in voller Freiheit ihre Kraft zu entwickeln. Im Erdgeschosse zieren kostbare Hautelissetapeten die Wände, und die Schätze der Kunst und Industrie früherer Jahrhunderte werden in reichster Mannigfaltigkeit zur Ansicht ausgestellt. Mit der Erwerbung und Anordnung der Werke ist seit dem Beginne der Freiherr und Reichsrath C. v. Aretin betraut. Die Wahl dieses Mannes ist eine höchst glückliche, denn er verbindet umfassende Kenntnisse mit unermüdetem Eifer. In einem gewissen Zusammenhänge mit dem Museum steht auch sein Prachtwerk: Alterthümer und Kunst-Denkmale des bayerischen Herrscherhauses. Herausgegeben auf Befehl S. Maj. des Königs Maximilians II. München 1834 ff. gr. Fol.

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