| Name | Kath. Pfarrkirche St. Martin |
| Straße | Eversbuschstraße 9 |
| Jahr Baubeginn | 1499 |
| Jahr Fertigstellung | 1499 |
| Baustil | spätgotisch |
| Sakral | katholisch |
| Kategorie |
Religiöse Bauwerke Kirche |
| Baustil |
Gotik spätgotisch |
| Unterkategorie | Kirche |
| Suchbegriffe | Kath. Pfarrkirche St. Martin |

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Bemerkung
Kath. Pfarrkirche St. Martin, spätgotischer Saalbau mit eingezogenem Chor und westlichem Sattelturm mit Treppengiebel, bez. 1499; mit Ausstattung;
Beschreibung
<p><strong>St. Martin*</strong> Konradinische Matrikel nennt 1315 die (weitaus ältere) Martinskirche als Filiale der Pfarrei Aubing; 1422 abgebrannt, im 15. Jh. wiedererrichtet. 1914 der Pfarrkirche Allach zugeschlagen, 1922 Expositur, 1938 Pfarrkuratie, seit 1945 Stadtpfarrei.</p>
<p><strong>Beschreibung:</strong> Vom romanischen Vorgängerbau nur die vier unteren Turmgeschosse (mit Bogen- und Zahnfries) an Südseite des spätgotischen Chors erhalten; im 15. Jh. um oberes Glockengeschoss (mit Spitzbogenfries) und Treppengiebel erhöht. Heutige Kirche durch Randeck errichtet, 1499 vollendet (Jahreszahl und Meisterzeichen an Gewölbekonsolen des Chorbogens), wahrscheinlich gefördert durch Herzog Sigismund (dargestellt im Fenster rechts des Hochaltars), aber auch durch Stiftungen von Patriziern und Münchener Bürgern. /Außenftaudurch kräftige, dreistufige Wandpfeiler gegliedert, gemeinsames Satteldach von Langhausund Chor, über dreiseitiger Apsis entsprechend gewalmt; an Südseite des Langhauses ehemals Eingang, durch Vermauerung des Portals Marienkapelle und neue Eingangshalle an Westseite angefügt. Vor der Kirche Brunnen mit Figur Hl. Martin (von E. A. Rauch, 1977).</p>
<p><strong>Inneres:</strong> einschiffiges Langhaus zu vier Jochen, eingezogener zweijochiger Altarraum mit 3/8-Schluss. Über beiden Raumteilen Netzgewölbe bei gleicher Scheitelhöhe, die Rippen von rechteckigen abgefas-ten Wandpfeilern und bemerkenswerten Kopfkonsolen ausgehend. Von einstmals reicher gotischer Ausstattungwenig erhalten: im Chor an Nordwand Sakramentshaus auf Kopfkonsole, von Salvator Mundi bekrönt; Glasgemälde vom Ende des 15. Jh. (Maria, Hl. Nikolaus, Stifter mit Hl. Petrus, Herzog Sigismund und Wappen mit Inschrift und Jahreszahl 1499); Thronende Madonna mitJesuskind*(um 1440: >WeicherStil<) in südlicher Langhauskapelle (der zugehörige Schrein des >Frauenaltars< von 1499 im Bayerischen Nationalmuseum); im westlichen Joch des Langhauses hölzerne gotische Empore.-Dagegen jetzige Ausstattung (hauptsächlich 17. Jh.) stilgeschichtlich interessant: Übergang von später Gotik zu frühem Barock, d. h. dem Manierismus nahe stehender Hochaltar (Architektur vielleicht von Krumper, Bildhauerarbeiten von J. Degler, 1614/15): im herzförmig gerahmten Mittelbild die Hll. Eheleute Anna/Joachim, Maria/Joseph (mit Jesuskind) und Elisabeth/Zacharias, flankiert von den Kirchenpatronen Martin und Nikolaus; auf kleinformatigen Tafelbildern (Nachklang gotischer Flügelaltäre) Szenen aus dem Leben Christi und Mariens; im Auszug Madonna vom Typ Patro-naBavariae. An nördlicher Chorwand schadhafte Reste von Wandmalereien um 1572: Jüngstes Gericht, Mannalese, sieben Sakramente (1925 freigelegt); an Chorwänden neben lebensgroßem Kruzifixus mit Mater dolorosa (Stiftung 1686) auf Wandkonsolen vier gute Figuralplastiken von ehemal igen Altarstatuen des 18. Jh.: Hll. Laurentius und Stephanus sowie Erzengel Michael und Schutzengel. - Beiderseits des Chorbogens triumphbogenartige Seitenaltäre (Anfang 17. Jh.) mit frühbarocken Altarblättern der Münchener Schule: links >Pfingstwunder< (datiert 1615) und seitliche Statue Hl. Joseph, rechts >Marienkrönung< und Statue Hl. Katharina. Im östlichen Joch des Langhauses fragmentarische Fresken (16. Jh.) mit Heiligen (z. T. identifiziert: Anna selbdritt, Evangelist Johannes, Gertrud von Nivelle, Petrus, Helena, Laurentius und Magdalenasowie Maria, Florian, Johannes Baptist, Andreas, Barbara, Ulrich). Auf Empore Rokoko-Orelgehäuse*um 1740 (wohl vom Dachauer Q.Weber) sowie erhalten eine sog. Schleifbandorgel.</p>
<p><strong>Bedeutung: </strong>Heute bestehende Anlage wie St. Wolfgang (-> Pippinger Straße 49 a) und Kapelle von -> Schloß Blutenburg wohl auf Anregung bzw. Förderung durch Herzog Sigismund zurückgehend, in der Bauweise aber eher Landshuter Provenienz (nach O. E. Wolf). Durch Einwölbung von Chor und Langhaus aus den gleichzeitigen flach gedeckten Landkirchen im Würmtal hervorgehoben. Selten gewordenes Beispiel einer spätgotischen Anlage in Stadtumgebung, bei der vor allem die Außenerscheinung von Südosten im Zusammenklang von reich gegliedertem Turm mit spätgotischem Chor von besonderem Reiz ist. Der alte Kirchhof erhalten, mit neuem Friedhof am Westufer der Wurm durch gedeckten Holzsteg verbunden.</p>