Name Schrannenhalle
Architekt Muffat Karl  
Stadtbezirk 1. Altstadt-Lehel
Stadtbezirksteil Angerviertel
Straße Blumenstraße 6
Jahr Baubeginn 1851
Jahr Fertigstellung 1853
Jahr Abbruch 1932
Kategorie Industrie & Gewerbe
Wirtschaft
Baustil Keine Kategorie
Unterkategorie Wirtschaft  
Suchbegriffe Schrannenhalle Maximilians-Gedreidehalle 
Schrannenhalle
Schrannenhalle Blumenstraße
Urheber:

Beschreibung

<p>Maximilians-Getreidehalle In der ersten Hälfte des 19. Jh. mehrfach Überlegungen, den Getreidemarkt am Schrannenplatz (seit 1854 -&gt; &gt;Marienplatz&lt;) zu verlegen und entsprechende Bauten zu errichten: auf Maximiliansplatz von C. v. Fischer 1810, von Klenze 1816 (zwei Entwürfe), 1817 von A. Lang; 1823 projektiert Klenze, die säkularisierte Salvatorkirche (Salvatorplatz 17) zu Getreidemagazin umzubauen, 1824 einen Neubau auf Gelände des ehemaligen &gt;Schlösslguts&lt; (St.-Anna-Vorstadt), beides nicht ausgeführt; dafür 1824/25 Magazinbau westlich derSalzstädel (an Salz-, seit 1890 Arnulfstraße), gegen Ende 19. Jh. abgebrochen. Weitere Schrannenhallenprojekte von&nbsp;Metzger, L. Lange, J. Moninger, F. v. Gärtner (sein Entwurf- Mittelbau, zwei Flügel- mit Kopfbauten-wie Vorwegnahme des ausgeführten Baus), Kreuter. - Durch anderweitige Interessen von König Ludwig und die damit verbundene finanzielle Überlastung der Stadt Verhinderung eines Neubaus, der erst unter König Max II. an der heutigen Blumenstraße, nach Abbruch eines Teils der äußeren spätmittelalterlichen Stadtmauer zwischen ViktualienmarktundAngertor, realisiert werden konnte. Der König verwarf ersten Entwurf des Stadtbaurats Muffat (hölzerne Dachstühle auf gemauerten Säulen) und verlangte GUSS- und Schmiedeeisen sowie Dachbleche als Baumaterialien. Nach zweijähriger Bauzeit 1853 eingeweiht: zwischen zwei Kopfbauten und einem Mittelgebäude die beiden offenen Hallen mit basilikalem Querschnitt (rd. 6 + 12 + 6 m) bei einer Gesamtlänge von 424 m; gusseiserne &gt;Säulen&lt; trugen die flachen Sattel- und Pultdächer; Dachkonstruktion aus druckbelasteten gusseisernen Trägern und schmiedeeisernen Stäben und Stangen; die Längsseiten der beiden offenen Hallen durch verglaste Fensterbänder abgestuft. Bereits 1872 Schließen der Erdgeschossaußenseiten mit durchfensterten Holzwänden. Mit Bau der Großmarkthalle (durch Schachner 1910/11) am Südbahnhof verlor Schrannenhalle ihre Funktion: 1914 Abbruch des Mittelbaus, 1927 der südlichen Halle mit Kopfbau, 1933 der nördlichen Halle (bis auf Kopfbau). Die nördliche Halle mit 125 m diente den Stadtwerken nach Aufstellung an Dachauer Straße als Lagerhalle; die Entdeckung dieser originalen Bauteile (durch Volker Hütsch 1978) führte dazu, dieses Denkmal frühester Industriearchitektur Münchens zwischen Fleischbank (-&gt; Viktualienmarkt) und Corneliusstraße wieder aufzubauen; Baubeginn, wegen Finanzproblemen verschoben, erst im Herbst 2003; Fertigstellung und Eröffnung 29. 8. 2005. Vorgesehen: Tiefgarage unter der Halle, Umbau des nördlichen Kopfbaus zu bayerischer Gastwirtschaft, südlicher Kopfbau zu Cafe und Ausstellungsräumen. Wechsel der Architekten: ursprünglich K. und P. Ackermann, ab 2000 Schumer.</p> <p><strong>Bedeutung:</strong> Bei einer Länge von über 400 m brachte die Schrannenhalle eine völlig neue Größenordnung ins Münchener Stadtbild; mit diesem Bau sowie mit der gleichzeitig begonnenen Großhesseloher Brücke (-&raquo;&bull; S. 153), dem Wintergarten für König Maximilian (1851-54; -&gt; S.72) und dem 1853/54 errichteten Glaspalast (-&raquo; S. 72f.) spielte München in Deutschland für kurze Zeit die Vorreiterrolle für die neuartige Eisen-Architektur und ihre technischen Möglichkeiten.</p>

Quellen

Schrannenhalle
Zauner - München in Kunst und Geschichte (1914)

Schrannenhalle, Blumenstr. 24 am Viktualienmarkt. 1852/53 erbaut von Karl Muffat ganz aus Eisen und Glas (wie der ziemlich gleichzeitige Glaspalast)-, 540 m lang und 25 m hoch; wohl eine der ersten Konstruktion dieser Art in Deutschland und seinerzeit als Wunder der Technik bestaunt. Die Grundsteinlegung erfolgte in Gegenwart des Königs und des Hofes. Halle mit 3 je 22 m langen Pavillons; an den Giebelseiten Fresken von Hiltensperger. Diente ursprünglich als Lagerhaus für Getreide sowie für den Obst- und Gemüsegroßhandel [B. 07].

Die Maximilians-Getreidehalle
Nagler - Acht Tage in München (1863)

Die Maximilians-Getreidehalle in der Blumenstraße steht auf einem Terrain, welches ehedem der Stadtgraben mit dem Zwinger einnahm. Der Grundstein wurde am 9. Oktober 1831 gelegt, und der Bau nach dem Plane und unter Leitung des Stadtbaurathes Carl Muffat geführt und vollendet. Die Einweihung erfolgte am 15. September 1833 , und zwei Tage darnach wurde die erste Schranne abgehrlten. Die Länge des ganzen in drei Pavillons von Stein, und zwei Hallen von Eisen mit Glasdachung bestehenden Gebäudes beträgt 1477'; der Mittelbau ist 80' lang und 85' hoch. Die Flügelgebäude haben eine Tiefe von 95' und eine Länge von 76½. Die offenen Hallen von je 563' Länge und 86' Breite sind von gußeisernen Säulen getragen. Das gewölbte Erdgeschoß des Mittelbaues ist für Einstellung des unverkauften Getreides bestimmt, im ersten Stocke findet der Hopfenmarkt, und im zweiten der Tuchmarkt statt. In den Giebelfeldern sind die Bilder der hl. Jungfrau und des hl. Benno von I. G. Hiltensperger in Fresco gemalt. Der nördliche Pavillon enthält die Aichanstalt für Trockenmaße, der südliche für Flüssigkeitsmaße. Im Ganzen wurden zu diesem Baue 30,000 Zentner Eisen verwendet. Die von Cramer-Klett in Nürnberg gelieferten Werkstücke in Gußeisen wogen allein 20,000 Zentner. Die Kosten des Baues betrugen 926,000 fl., zu deren Tilgung ein Zuschlag von 3 kr. per Schäffel erhoben wird. (Näheres s. die Kornschranne in München und der Bau der Marimilians-Getreidehaulle von vr. I. Bauer. München, bei G. Franz, 48 kr. Daselbst ist auch der Grund- und Aufriß in Stahlstich zu 24 kr. zu haben.

Wikipedia

Wikipedia: Schrannenhalle_(München)