Name Karlsplatz
Stadtbezirk 3. Maxvorstadt
Stadtbezirksteil Königsplatz
Straße Karlsplatz
Kategorie Keine Kategorie
Baustil Keine Kategorie
Suchbegriffe Karlsplatz 
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Beschreibung

<p>Angelegt durch Karl Theodor, als 1791 ff. die seit dem 13. Jh. errichteten Stadtbefestigungen aufgelassen wurden. »Neuhauser-Tor-Platz« genannt, erhielt er 1792 die offizielle Bezeichnung »Karlsplatz«; die volkstümliche Kurzform >Stachus< von Eustechius Föderl hergeleitet, der an der Stelle des heutigen Kaufhofs die Wirtschaft zum Stachus< (seit 1728) betrieb. (Die andere Version, dass der Name von den >Stachel< genannten Eisenbolzen der Armbrustschützen stamme, die in der Gegend des Alten Botanischen Gartens ihre Schießstätte hatten, wird von F.). Lipowski 1815 überliefert, ist aber kaum zutreffend.) Erste Ansätze zur Platzgestaltung durch Rumford 1791 im Zusammenhang mit Entfestigung Münchens ( <• S. 27): Beseitigung eines ca. 270 m langen Abschnitts der barocken Fortifikation zwischen (heutigem) Lenbachplatz im Norden und Einmündung der Herzogspitalstraße im Süden; dabei Planierung der Wälle und Bastionen sowie Auffüllung des vorgelegten Wassergrabens, während mittelalterlicher Stadtgraben und Brücke zumTorbau erhalten blieben. Auf diesen bezogen die Achse des annähernd halbrunden Vorplatzes, der zum >Empfangsraum< der Stadt wurde: Zwei viertelrunde, zweigeschossige Rondellbauten, nach höheren Eckrisaliten Wohngebäude als Flügelbauten angefügt: vonThurn entworfen, von ihm 1792-94 auch z.T. ausgeführt, bilden die Neubauten eine einheitliche >Stadtfassade<. Rondellbauten 1798/99 um ein Stockwerk erhöht (Entwurf: Thurn, Ausführung: J. B. Lechner), endgültige Vollendung 1803. Mit Planung der -»Maxvorstadt (durch F. L. v. Sckell und C. v. Fischer 1808) Einbeziehen des Karlsplatzes in die von Rumford schon 1791/92 konzipierte Ringstraße (sog. >Rumford-Chaussee<) sowie in Sckells >Ceneralplan< (1811) durch spiegelbildliche Wiederholung des Rondells Anlage eines Ovalplatzes: von ihm sollten-in Fortführung der mittelalterlichen Ost-West-Trasse (>Salzstraße<) - die Fernverbindungen nach Landsberg und Augsburg/Dachau ausgehen. In dieser Form ebenso wenig ausgeführt wie die Errichtung eines zwischen die Rondellarme gestellten dreibogigen neugotischen Torbaus (Entwurf von Ziebland 1859). Dagegen scheint ein gleichzeitiger Entwurf von Zenetti für neue Altstadteinfahrt (mit zwei schlanken Türmen) die Umbauten von G.v. Seidl (1899-1902) vorwegzunehmen: Abbruch der alten Rondellbauten und Verbreiterung des Areals unmittelbar vor den freigestellten Flankentürmen des Tors: die parallelen Bauten (mit Korbbogenarkaden) enden in turmähnlichen Eckrisaliten (ursprünglich mit überkuppelten Laternen bekrönt); Überleitung zu den zwei zehnachsi-gen Flügeln des Rondells - über Erdgeschoss mit geschlossenen Korbbogenarkaden zwei durch Halbsäulen zusammengefassteObergeschosse, darüber Attikageschoss mit mythologischen Figuren und Vasen; abgeschlossen und verfestigt durch fünfachsige Pavillons, die zu Seitenbauten vermitteln. Von Bomben beschädigt, z.T. vereinfacht restauriert. - Im Zuge der Neugestaltung der Verkehrsführung am Karlsplatz (1966-70) wurde die seit Gründung der Stadt bestehende Ost-West-Trasse der Salzstraße durchschnitten, zugunsten des Altstadtrings der ursprünglich urbane Platzcharakter zerstört und darüber hinaus durch eine gestaltlose Brunnenanlage (Entwurf: Winkler, 1972) der ursprüngliche > Empfangsraum < vordem Karlstor zwischen den Rondellbauten verdorben und sinnlos ausgefüllt.</p> <p><strong>Karlstor</strong>, als »NeuhauserTor« bereits 1302 urkundlich bezeugt, 1406 auch als »Zolltor« bezeichnet; neben ihm das »Großzollhaus«. Noch vor Anlage des Äußeren Mauemngs (15. Jh.) Ausbau des Stadttors zu der für Münchens Befestigung typischen >Torburg< mit zwei vorgeschobenen Flankentürmen, Wehrhof und dem diesen beherrschenden hohen Hauptturm; dieser Anlage vorgelagert der Wassergraben und eine Barbakane ( > S. 26 und S. 184), beim Bau des Festungsrings (erste Hälfte 17. ]h.) in Sternbastion integriert. DasTorselbst 1792 in »Karlstor« umbenannt (falsche)ahreszahl 1791 am rechten Flankenturm). Verschiedentlich Projekte für Abbruch bzw. teilweise geplante Neugestaltung des Tors: Cuvilliesd. J. um 1773/77; G. M. deQuaglio 1792; C. v. Fischer 1810. Dagegen Eingriffe durch Erweiterung der Tordurchfahrt (Rumford 1791), seitliche Fußgängerpassagen (1817); bei Pulverexplosion in Nachbargebäude 1857 Hauptturm schwer beschädigt und abgetragen; abermals Pläne für Abbruch des gesamten Tors. 1859 Entwürfe zu nicht ausgeführten monumentalen Neubauten von Ziebland und Zenetti; Beschränken auf Anlage von Durchgängen in den Flankentürmen und Verbreiterung der Durchfahrt in der Schildmauer (Zenetti 1862). Das neugotische Gewölbe auf vier Kopfkonsolen Münchener Originale aufruhend: gegen Feldseite (links) das Faktotum >Finessen-Sepperl< (alias J. Huber, 11829) und J. Sulzbeck (t 1845), der Leiter eines ersten Volkssängerquartetts im Hofbräuhaus, an Stadtseite (links) der Lohnkutscher F. X. Krenkl (t 1860, Urheber des Ausspruchs »Wer ko, der ko«) und der letzte Hofnarr >Prangerl< (alias G. Pranger, 11820).-In den 1960er )ahren wegen des damaligen Verkehrsstroms durch Innenstadt letztmals Abbruch des Tors erwogen, von Oberbürgermeister H.). Vogel verhindert, dagegen zur Olympiade 1972 renoviert. Gründliche Restaurierung 1993/94 (u. a. Öffnung der in den 1950er Jahren vermauerten Schießscharten). - Dem Anreger des hier beginnenden <strong>Fußgängerbereichs</strong> (eröffnet 30.6.1972) Herbert Jensen ist an der Nordwand des Mitteltors ein Gedenkstein gewidmet unter Verwendung von drei Bronzestatuetten (>Stadtmusikanten<) von Knoll vom ehemaligen Fischbrunnen (1865) am > Marienplatz. - Bei Anlage der mehrgeschossigen Tiefbauten (Entwurf: Nestier) unter dem Karlsplatz (mit Haltestellen von S-und U-Bahn) Freilegung der Barbakane( 1494-99) vordem Karlstor sowie eines Fluchtstollens in Richtung Bayerstaße; Reste beim nordöstlichen Aufgang wieder verbaut.</p> <p> </p> <p><strong>Nachtrag 2009</strong></p> <p>Das am 26. November 1970 eröffnete Sgeschossige Stachus-Unter-geschoß war damals das größte Untergrundbauwerk Europas und hat sich inzwischen zu einem der höchstfrequentierten öffentlichen Bauwerke des Kontinents entwickelt, das täglich von 160.000 Passanten benutzt wird. Das Stachus-Bauwerk wurde 2004 den Stadtwerken München übertragen, die 2007 den Betrieb des Stachus-Einkaufszentrums auf 33 Jahre an die LBBW Immobilien GmbH Stuttgart übergeben haben mit der Auflage der Sanierung und Modernisierung. Aus dem darauf ausgelobten Wettbewerb ging am 14. 9. 2007 das Münchener Architekturbüro Allmann Sattler Wappner als Gewinner hervor, welches das Stachus-Untergeschoß von Mitte 2008 bis Ende 2009 umgestaltet.</p> <p> </p>