Beschreibung
<div>St. Maximilian Die stadtseitige Isarfront (zwischen Wittelsbacher- und Reichenbach-brücke) beherrschende Pfarrkirche für die südliche Isarvorstadt, 1895-1901 nach Plänen von H. v. Schmidt errichtet, Bauführung durch Schurr; analog zur Ludwigskirche (-> Ludwigstraße20) als kirchliches Erinnerungsdenkmal an König Max II. dem Hl. Maximilian (»Apostel des Noricum<, t um 288) geweiht. Geschichte:Seit 1883 Notkirche in einer Baracke der Volksschule an der Auenstraße, Grundsteinlegung für Neubau 24.6.1895, Baustopp (Geldmangel) 1898/99, We;7ie 6.10.1901; Anbau der Sakristei erst 1938/39. -1943 (3.10.) ausgebrannt, 1944 mehrmals von Bomben schwer getroffen. 1946 wieder Gottesdienste in dem als Notkirche eingerichteten rechten Seitenschiff; Beginn des Wiederaufbaus 1949: Wiederherstellung der Türme (ohne die zerstörten hohen Spitzhelme), Weihe des Hochaltars 1953, anschließend schrittweise Neuausstattung des Innenraums. Seit 1991 grundlegende Gesamtsanierung des Bauwerks (Abschluss voraussichtlich 2003/04), danach Renovierung (und möglicherweise Rekonstruktion) des Innenraums. Beschreibung: Der verfugte Backsteinbau mit Hausteingliederung durch niedrige Terrasse an drei Seiten von umgebenden Straßen ausgesondert; auf Pfahlfundierung dreischiffige Basilika, anstatt Querhaus zwei das Hochschiff flankierende Türme (einzige Stelle mittragfähigem Untergrund!), über Dachfirst des Mittelschiffs durch offene Rundbogengalerie miteinander verbunden; in oberen Turmgeschossen leicht unterschiedliche Gestaltung, die ursprünglich über Wimpergen und Scharwachttürmchen aufragenden hohen, achtseitigen Spitzhelme zerstört (nicht rekonstruiert). An südöstlicher Schmalseite ehemals drei Apsiden (die östlichen zerstört, nicht wiederaufgebaut). An nordwestlicher Schmalseite Hauptportal unter tiefer Vorhalle (seitlichTreppentürmchen), in der Hochschiffwand vier schlanke Rundbogenfenster, im Giebeldreieck darüber mit den von oberitalienischer Romanik angeregten vorgestellten Arkaden. Den Turmaußenseiten angefügtVorbauten mit Nebenportalen, Anbau der Korbinianskapelle in der Mitte der östlichen Längsseite; in der Achse des Eingangsjochs beidseitig halbrunde (Kapellen-)Apsiden. Inneres: Weiträumiges Mittelschiff, durch acht Arkaden zu den Seitenschiffen geöffnet. Raumzäsur durch die beiden eingestellten Türme: geringfügige Verschmälerung des Mittelschiffs, das durch zwei transversale Schwibbogen über beidseitige >Balkone< (mit reliefierten Brüstungen von A. Miller) überspannt ist; anschließend der drei Joche tiefe Chorraum mit Apsis. (Gleiche Abfolge bei den ebenfalls unter den Türmen fortgeführten Seitenschiffen.) Durch schlechten Baugrund Verzicht auf Wölbung (ausgenommen bei Empore, Untergeschoss derTürme, Apsiskalotten), dafür flache Holzbalkendecken über den drei Schiffen. - Ursprüngliche Aussfaffungdurch angesehene zeitgenössische Künstler (Bildhauer A. Miller, K. Schmid, B. Schnitt, Wrba; Maler Becker-Gundahl, Bergmann, Hofstötter); derzeitige Ausstattung mit Werken, die den Krieg überstanden, sowie mit Neuschöpfungen: -+ Grundriss mit Legende. Bedeutung: In Stadt>fassade< am südlichen linksseitigen Isarufer städtebauliches Gegengewicht zur isarabwärts gleichzeitig errichteten Lukaskirche (-> Mariannenplatz 3), zur Erbauungszeit drittgrößte Kirche Münchens. Anregende Einflüsse oberitalienischer Romanik (ohne ein bestimmtes Vorbild) unverkennbar. Abkehr vom dogmatischen Historismus< führte formal zu versachlichter Monumentalität und mönchischer Strenge des Innenraums: bereits von Zeitgenossen als richtungweisendes Meisterwerk des Architekten gerühmt, das einige bedeutende >mo-derne< Kirchen des ersten Drittels des 20. Jh. beeinflusste. In München z. B. Leiden Christi (-> Grandlstraße2), St. Sebastian (-> SchleißheimerStraße212), Maria Königin des Friedens (-> Untersbergstraße 1); außerhalb Münchens z. B. Herz Jesu/Augsburg-Pfersee (von Baierl 1922/23), St. Johannes/Augsburg (von O. E. Bieber 1929/30), Abteikirche Münsterschwarzach (von Boßlet 1935-38).</div>
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<li>Hochaltar Gestiftet von Prinzregent Luitpold, entworfen von B. Schmitt: halbkreisförmige Mauer, in der Mitte Nische mit Sitzfigur des Kirchenpatrons, überragt von >keltisch-iri-schem< Steinkreuz (von A. Miller); flankiert von Reliefs früher Glaubensboten in Bayern: links Theodolinde, Emmeram, Hardemunde, Ras-so/rechts: Winthir, Korbinian, Luitpold, Ulrich (von Schmitt, ausgenommen. Winthir von Wrba; bis 1902). In der Mitte des Chorraums Volksaltar mit Tabernakel. (Ausmalung der Apsis, >Pieta< nach Entwurf von Baierl 1922/23, im Krieg beschädigt, heute übertüncht.)</li>
<li>Kreuzaltar In der Mitte des neugotischen Schreins Gekreuzigter, in seitlichen Nischen Papst Sylvester (links) und Valentin (rechts), von F. Seitz 1883. (In der heute vermauerten, zerstörten Apsis bis 1943 Ludwigsaltar.)</li>
<li>Josephsaltar Ursprünglich Marienaltar: ähnlich dem Hochaltar halbrunde Steinmauer (Entwurf von Becker-Gundahl) mit Reliefs >Marienleben< (von A. Miller); in Mittelnische früher Madonna (-> Marienaltar 4), durch Josephsfigur (von E. Beckmann 1957) ausgewechselt: Umwidmung zum Josephsaltar. An Stirnwand des Seitenschiffs Mosaik Verherrlichung Mariäi, in Apsis Hl. Maximilian (mit Kirchenmodell), entworfen von Becker-Grundahl. M Durch Gittertürchen verschlossene Nische mit Maximilians-Reliquie.</li>
<li>Marienaltar Anstelle des im Krieg zerstörten Herz-Jesu-Altars 1954 errichtet unter Verwendung einer Holzskulptur >Ma-ria mit Kindt (von K. Schmid 1897), ursprünglich Hausmadonna an einem vom Krieg verschonten Wohnhaus im Tal. a Fresko jüngstes Gericht (von Bergmann 1941) über drei Arkaden der linken Hochschiffwand; am Pfeiler darunter barockes Kruzifix.</li>
<li>Taufkapelle Taufstein mit romanisie-renden Reliefs (Sündenfall/Erlösung) von A. Miller (l 900/01), in der Apsis Fresko >Christophorus< (von Bergmann 1933 f., restauriert von L. Wagner 1954). Neben dem Apsisbogen Kruzifix (sog. Viernageltypus).</li>
<li>Kapelle Fresko >David und Goliath< (von Bergmann 1933 f., von Wagner restauriert). Kreuzwegstationen in den B/endarkaden der beiden Seitenschiffe (von Braunmiller 1957/58). Ober drei jochigem Windfang Orgelempore: an linkem Pfeilerb Gedenktafel an den planenden Architekten; die Orgel (nach Entwurf von E. Schleich) installiert (um 1959/60), zwischen den beiden seitlichen Rundtürmen Durchblick auf vier Glasfenster in der Hauptfassade (von Braunmiller 1958; die ursprünglichen Fenster von Hofstötter 1943 vernichtet).</li>
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