Kath. Pfarrkirche St. Joseph
| Name | Kath. Pfarrkirche St. Joseph |
|---|---|
| Architekt | Schurr Hans |
| Stadtbezirk | 3. Maxvorstadt |
| Stadtbezirksteil | Josephsplatz |
| Adresse | Josephsplatz 1 |
| Baujahr | 1898 |
| Baustil | Neubarock |
| Konfession | 0 |
| Kategorie | 1 |
| Suchbegriffe | Kath. Pfarrkirche St. Joseph |
Beschreibung
Kath. Pfarrkirche St. Joseph, monumentaler Neubarockbau, 1898-1902 von Hans Schurr; nach Kriegsschäden im Dekorativen vereinfacht; nördlich mächtiger, unbeschädigter Turm, der den Nordostabschluss der Augustenstraße bildet; am Turm-Unterbau neubarockes Kriegerdenkmal.
Geschichte
St. Joseph Als Klosterkirche der Kapuziner, aber in Hinblick auf spätere Errichtung einer Pfarrei (1913) mit stattlichem Turm in der Blickachse der Augustenstraße (anstatt bei Kapuzinerkirchen nur erlaubtem Dachreiter), daneben auch Militär- und Garnisonskirche, 1898-1902 nach Plänen von Schurr erbaut. Langhaus 13.6.1944 durch Sprengbomben bis auf Außenmauern zerstört (ausgenommen Turm), neubarocke Ausstattung nahezu vollständig vernichtet. Errichtung einer hölzernen Notkirche (1946) auf Josephsplatz, 1950-52 vereinfachter Wiederaufbau durch O. E. Bieber, zwischen 1984 und 1990 Stabilisierung der Nachkriegsbausubstanz. Umfassende Außenrenovierung 2001-02 anlässlich der 100-Jahr-Feier.
Beschreibung: Auf drei Seiten freistehender Baukörper, an Nordseite Pfarrhaus (bzw. Kapuzinerkloster) angefügt. Die Haupf-(West-) Front mit eingezogenem, dreibogigen Portikus zeigt Anklänge an frühbarocke Fassade des Salzburger Doms; Rechteckfenster und Dreieckgiebel anstelle der ursprünglichen Rundbogenfenster und des kurvierten Giebels nach Vorbildern italienischer Frühbarockfassaden; im Untergeschossdes nördlich abgerückten Turms Denkmal (von Nep-pel) für die königlich bayerische Nachrichtentruppe, das 4. Obergeschoss als oktogonaler >Tambour< mit Haube und Spitztürmchen (Salzburg), von diagonal angeordneten gesockelten Voluten flankiert. Süd-und Nordseite mit hoch liegenden gestelzten Halbkreisfenstern, aus Osfse/tevorspringender5/8-Chor mit Rundfenstern. Innenraum: tonnengewölbte Wandpfeilerkirche mit eingezogenem, dreiseitig geschlossenem Chor. In Seitenkapellen anstelle der nicht rekonstruierten Altäre an Ostwänden nur noch Plastiken. (Zu Ausstattung -> Legende beim Grundriss.) Gliederung der ursprünglich reich stuckierten Gewölbe 1984 ff. durch einfache Stuckfelderung und sparsamen Rosettendekor. Bedeutung: Erster großer Neu-(Früh)Barockbau unter den mittelalterlich-historischen Kirchen Münchens, nach Form und Geist von St. Michael (-> Neuhauser Straße 6) inspiriert und beispielgebend für Neu-St.-Margaret in Sendung (-> Margaretenplatz 1). Städtebaulicher Schwerpunkt in dem Neubauviertel mit dem auf Fernwirkung in den Sichtachsen von Augusten-, Adalbert- und Adelheidstraße gestellten 63 m hohen Turm.
Altäre und Kapellen
1 Hochaltar: Anstelle des ursprünglichen Altars (von Fugel) auf hohem Sockel gotisierend stilisiertes Tafelbild >Hl. Joseph zwischen Theresia von Avila und Bernhardin von Siena< über predellaartigem Bildfeld Weihe des Kurfürstentums Bayern an Joseph durch Ferdinand Maria und Henriet-fe Adelaide< 1664, vor Stadtvedute Münchens (Braunmiller).
2 Messaltar undAmbo (Brosig 1990).
3 Sakramentsaltar, darüber >Herz Jesu< (>Lanzenstich<; O. Straub).
4 Antonius von Padua: aus zerstörter Kirche geborgen, z. T. ergänzt.
5 Bruder Konrad (Werkstatt 0. Straub).
6 Marienaltar, darüber >Schutzmantelmadonna< (Beckmann 1902).
7 Elisabeth von Thüringen: von Kaiser Franz Joseph von Österreich zum Gedenken an seine 1898 von einem Anarchisten ermordete Gemahlin Elisabeth gestiftet.
8 Franz von Assisi (Schauer).
9 Gedenkkapelle für die Gefallenen der Weltkriege, v. a. aber Gedenkstätte für 21 Mitglieder des Katholischen Gesellenvereins von St. Joseph, die am 6.5.1919 von den > Weißen < als angebliche Kommunisten im Keller des Prinz-Georg-Palais (Karolinenplatz 5) gefoltert und grundlos ermordet wurden.
Ausstattung
a Ölskizze des ursprünglichen Hochaltarbildes Verehrung des Hl. Joseph* (Fugel 1905, kompositioneil Anklänge an Bellini); gegenüber an Nordwand Oratorium,
b Kanzel mit Relief >Predigt Jesu am See Genezareth< (O. Sträub).
c Kreuzwegstationen: je drei und vier in den beiden Seitenkapellen (Schauer 1960-70 als Ersatz für die von Fugel 1903-08 geschaffenen Gemälde),
d Bilderzyklus in den Seitenkapellen und an westlicher Rückwand hoch angebracht: 14 Gemälde Lebensstationen des Hl.Josepht (Braunmiller).
Lage
Quellen
- Josephskirche
Zauner - München in Kunst und Geschichte 1914