St. Johannes Baptist

NameSt. Johannes Baptist
ArchitektBerger Matthias
Stadtbezirk5. Au-Haidhausen
StadtbezirksteilHaidhausen
AdresseJohannisplatz 22
Baujahr1852
Baustilneugotisch
Konfession0
SuchbegriffeSt. Johannes Baptist

Beschreibung

Kath. Pfarrkirche St. Johannes Baptist, neugotisch mit hohem Westturm und zwei Türmen am Chor, 1852-74 von Matthias Berger; mit Ausstattung; freistehend inmitten des Platzes.

Geschichte

St. Johann Baptist Erste Pläne für Bau einer neuen Pfarrkirche von Haidhausen 1837/38; wegen Krankenhausbau (heute: Klinikum rechts der Isar) Wiederaufnahme erst 1848 mit Amtsantritt des Pfarrers J. G. Waiser. Zwei Projekte von Ziebland 1848/49 an der Stelle der alten Johanniskirche (-> Kirchenstraße 39), der seine Pläne zurückfordert, weil bei Konkurrenzausschreibungen 1850 übergangen; Sieger war Berger, der Planungsauftrag erhielt. Bereits seit 1837 auch Bemühungen um geeigneten Bauplatz: >Ripflanger< (heute Standort des Maximilianeum) schied aus, weil König Ludwig l. dort den Bau einer altchristlichen Basilika favorisiert hatte; deshalb Entscheidung für >Metz-geranger< (heute Johannisplatz), erworben 1849. Grundsteinlegung 1852, Dachstuhl 1856, Inneres 1858 fertig. Finanzierungsbeihilfe durch aufopfernde Sammeltätigkeit von Pfarrer Waiser, des >Bettlers von Haidhausen<, in 29 Sammelreisen in Bayern zwischen 1854 und 1863. Vollendung des Baus 1874, Weihe jedoch erst 1879 wegen Rechtsstreit zwischen Kirchenverwaltung und Stadt München (nach der Haidhausen 1854 eingemeindet worden war). 1904 unausgeführte Vorschläge (von Hocheder, Grässel u. a.) zur Platzgestaltung durch Terrasse. 1908 Anfügung des Chorumgangs, ab 1903 Ausführung der Glasfenster, mit deren Vollendung 1918 die Ausstattung abgeschlossen wurde. -Außen- und Innenrenovierung 1928. Kriegsschäden 1943, behoben 1949 und Abschlagen der Gewölberippen; zwischen 1950 und 1954 Wiedereinfügung der 1943 geretteten Glasfenster. Erhebliche Veränderung des Innenraums ab 1956 durch verständnislose Purifizierung sowie des Äußeren (1963-69) durch Entfernen des neugotischen Zierrats und Ersatz der Turmhelme durch phantasielos-sachliche, niedrigere Spitzhelme; Leitung dieser denkmalpflegerische Belange missachtenden Aktion durch Steinbrecher. Abermalige Innenrenovierung 1978-79 mit Ausmalung nach Entwurf von P. Burkart, Außenrenovierung 1989/90.

Beschreibung:Ms Backsteinbaukörper ohne Beziehung zur Umgebung in Platzareal gestellt; hochragende Einturmfassade mit drei Portalen, derTurm über Uhrgeschoss achteckig; die ursprünglich acht Giebel mit filigranen Helmen durch kupferverkleidete Spitzen ersetzt. Siebenjochiges Langhaus mit hohen Spitzbogenfenstern, am Übergang zum eingezogenen Chor mit 3/8-Schluss beidseitig Achtecktürme mit ursprünglich ebenfalls filigranen Helmen. Außenseite in Terrakotta verkleidet. Zusammenfassung von Westbau und Langhaus durch umlaufende Galerie über Fensterzone. An Westfassade Statuen von KnabI (oder nach seinem Entwurf) um 1886: Kreuzigungsgruppe und Heilige (u. a. Ludwig und Maximilian: Namenspatrone der bayerischen Könige).

Inneres: siebenjochiger Wandpfeilerraum, ehemalige Ausmalung am Chorbogen (durch J. B. Schmid, 1904-07) erhalten: Jüngstes Gericht, Geburt und Bestattungjohannes des Täufers; zwei weitere Bilder übermalt; im Chorbogen Triumphkreuz, angeregt durch Leinberger, von A. Mayer (1907). Die 1949 abgeschlagenen Rippen durch gemalte Bänder unzureichend ersetzt. Die bemerkenswerten 21 Glasgemälde* nach Entwürfen von Bradl, Megerle und Pacher (1903-18) stellen im Chor Szenen aus dem Leben des Täufers dar, im Langhaus Leben der Heiligen (in Abfolge der >Allerheiligenlitanei<). In der Taufkapelle seit 1956 spätgotische > Taufe Christi <, wahrscheinlich vom Meister von Mauern.-Der marmorne Hocha/farwieOstensorium gestaltet; Figuren von KnabI (1860): Johannes d. T., Johannes Ev. und Andreas; Seitenfiguren: Hll. Maximilian und Korbinian; im Auszug die Erzengel Michael und Gabriel, darüber Gottvater. Am Chorbogen Se/fena/färe(ähnlich gotischen Reliquienschreinen): links Marienaltar (von Waitzer), rechtsjosephsaltar(von Westermayer). - An Westseiten der Wandpfeiler K/euzwegsfaf/onen(Lindenholzreliefs von Niessen, 1882/83), die Rahmen verloren.

Bedeutung: Der Innenraum als >Wand-pfeilersaal< typologisch bemerkenswert: barocke Raumform in neugotischer Gestalt. Der formal spröde Bau ist aber, obwohl er durch ungekonnte Vereinfachung der Helme seine stilistische Einheit und Wirkung einbüßte, entwicklungsgeschichtlich von lokalem Interesse, da er in der Nachfolge der Mariahilfkirche (-> Mariahilfplatz 42) steht und nach deren modernistischem Wiederaufbau das einzige-freilich nicht mehr ganz ursprünglich erhaltene - Beispiel der Neugotik zwischen romantisierendem und doktrinärem Historismus (Hl. Kreuz -> Ichostraße 1) darstellt; durch Terrakottaverkleidung dem >Maximiliansstil< verbunden. Nach Vernichtung der Ciasfenster der Mariahilfkirche besitzt St. Johann Baptist den einzig noch vollständig geretteten Glasgemäldezyklus der späten Neugotik in München. -Von 1901-07 Wirkungsstätte von Max Reger als Organist.

St. Johannes Baptist
St. Johannes Baptist
Bildrechte: © Gerhard Willhalm, <a href='https://fotoagentur-muenchen.de/bilder/d_bilder.php?id=11211'>St. Johannis</a>, <a href='https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/legalcode'>CC BY-NC 4.0</a>

Lage

Quellen

Weitere Bilder

St. Johannes Baptist - Melchisedech
St. Johannes Baptist - Melchisedech
Papst Gregor - St. Johannes Baptist
Papst Gregor - St. Johannes Baptist
Johannes Nepomuk - St. Johannes Baptist
Johannes Nepomuk - St. Johannes Baptist
Antonius von Padua - St. Johannes Baptist
Antonius von Padua - St. Johannes Baptist