Alte Kath. Pfarrkirche Maria Geburt

NameAlte Kath. Pfarrkirche Maria Geburt
Stadtbezirk21. Pasing-Obermenzing
StadtbezirksteilPasing
AdresseAm Klostergarten 9
Baujahr1315
Baustilspätgotisch
Konfessionkatholisch
Kategorie1
SuchbegriffeKath. Pfarrkirche Maria Geburt

Beschreibung

Alte Kath. Pfarrkirche Maria Geburt, im Kern spätgotisch, im 19. Jh. erweitert. Erstmals 1315 als Filiale der Pfarrei Aubing urkundlich erwähnt, wurde sie 1422 im Bayerischen Bruderkrieg zerstört und bis 1608 als spätgotischer Bau wiedererrichtet. Ein barocker Umbau folgte 1680, gefolgt von Erweiterungen des Kirchenschiffs im 19. Jahrhundert: Verbreiterung nach Norden und Verlängerung 1882. Die Sakristei wurde 1864angebaut, der Turmhelm regotisiert. Der Status der Pfarrkirche ging 1910 an den Neubau Maria Schutz über, die Betreuung übernahm 1924 der Orden der Passionisten.

Im Inneren befindet sich ein neugotischer Hochaltar mit einer Gottesmutterfigur, flankiert von Korbinian und Engelbert. Chorfenster der Mayer’schen Hofkunstanstalt zeigen die Verkündigung Mariens und Christus am Ölberg. Barockfiguren der Heiligen Leonhard, Nikolaus und Ulrich stehen auf Konsolen. Das Langhaus, 1952 mit einer Holzdecke versehen, enthält zwölf barocke Apostelstatuen, ein spätgotisches Kruzifix und Kreuzwegbilder von Max Schmalzl. Die neugotischen Seitenaltäre wurden 1980 mit Altarblättern des spanischen Passionistenpaters Delpino ergänzt. Die Kirche Mariä Geburt vereint spätgotische, barocke und neugotische Elemente und ist ein wichtiger Zeuge der Pasinger Geschichte.

Geschichte

Maria Geburt Bis ins 19. Jh. >Unsere Liebe Frau< genannt: Kirche des frühestens 763 erwähnten Dorfs Pasing, 1315 Filiale von St. Quirin in Aubing (-> Ubostraße 6); der wahrscheinlich hölzerne Bau im Bayerischen Krieg samt dem Ort 1422 eingeäschert. Neubau 1438 mit Rechteckchor, an seiner Südseite um Mitte 15. Jh. (1459/62?) Turmanbau; breiteres zweijochiges Presbyterium mit 5/8-Schluss asymmetrisch am rechteckigen Saal 1495 (?) angefügt, sein Rippengewölbe bei Barockisierung 1669-76 abgeschlagen, bei Regotisierung 1882 wohl verändert rekonstruiert. Der ursprüngliche Saalbau (drei Fensterachsen) 1853/54 nach Norden verbreitert (dabei Herstellung der Achsendeckung von Presbyterium und neuem Langhaus), sowie, nach Erhebung zur Pfarrkirche (1881) von Lutz 1882, nach Westen verlängert; dabei Anheben des Dachstuhls um 1 m und z. T. Erneuerung der hölzernen Flachdecke. - Restaurierungen 1934/35, 1975/76 (innen), 1979 (außen) sowie 1998/99. -Als Pfarrkirche abgelöst durch größeren Neubau Maria Schutz (-> Bäckerstraße 19). Äußeres: Einfacher, ungegliederter Baukörper und etwas eingezogenes Presbyterium (dreiseitig geschlossen) unter gemeinsamem Satteldach; am Chor gotisches Vierpassfries aus Formziegeln. Neben dem Turm Anbau der Sakristei (IBM), der heute fünfgeschossige Turm (1588 eingestürzt, 1608 mit vierseitiger Zwiebelhaube wieder aufgebaut) erhielt 1882 Faltdach über hohen Dreiecksgiebeln. Inneres: Saalraum mit Holzbalkendecke, zu Seiten des Chorbogens zwei Seitenaltäre. Von a/fer Ausstattung noch erhalten: an Langhauswänden Kruzifixus (um 1500) und Figurenzyklus Zwölf Apostel, urkundlich 1676/77 vom Münchener Bildhauer »Constandtin« (vielleicht Constantin Pader) geliefert, 1953 abgelaugt, 1975 neu gefasst; in Schiff und Chor 8 Epitaphien (zwischen 1550 und 1825) teils ehemaliger Hofmarksfamilien. - Übrige Ausstattung: Hochaltar (Atelier Seb. Steiner/Brück) nach Entwurf von J. A. Müller (1880/81) mit sitzender Madonna mit Kind, in den Seitennischen Hll. Korbinian (Bistumspatron, links) und Engelbert (rechts, von Kroger); von Müller auch die Seitenaltäre mit jüngeren Gemälden (links >Hl. Paul von Kreuz<, rechts >Kreuzigung< mit Vedute München, von Delpino 1980). Kreuzweg von Schmalzl (Ende 19. Jh.), an Chornordwand Gemälde Verklärung Christi< (von Hodler-Schülerin Faber du Faur 1963). Im Chor zwei Glasfenster von Kirchmair (1886). ße-deutung:Trotz späterer Umformungen und Eingriffe noch Charakter einer schlichten spätgotischen Dorfkirche in bäuerlichem Umfeld spürbar: bezeichnend für Kirchen dieser Epoche an der Wurm, ehe >höfische< Verfeinerung der späten Gotik-z. B. St. Wolfgang (-> Pippinger Straße 49 a), Kapelle von -> Schloß Blutenburg oder St. Martin in Untermenzing (-> Eversbuschstraße 11)- einsetzt.

Lage

Weitere Bilder

Stadtansicht
Stadtansicht
Maria Geburt
Maria Geburt
Gedenktafel - Errichtung der Pfarrei Pasing
Gedenktafel - Errichtung der Pfarrei Pasing
Heiliger
Heiliger
Grab - Josef Wörnzhofer
Grab - Josef Wörnzhofer
Grab - Engelbert Wörnzhofer
Grab - Engelbert Wörnzhofer