Herzogspitalkirche St. Elisabeth

NameHerzogspitalkirche St. Elisabeth
ArchitektBranca Alexander von, Groethuysen Herbert
Stadtbezirk1. Altstadt-Lehel
StadtbezirksteilHackenviertel
AdresseHerzogspitalstraße 9
Baujahr1955
Konfessionkatholisch
Kategorie1

Beschreibung

Ehem. Kath. Herzogspitalkirche, im Hof barocker Turm von Johann Andrea Trubillio erhalten, 1727/28, sonst Neubau von Alexander von Branca und Herbert Groethuysen, 1954/55; mit Ausstattung; Klostergebäude mit ehem. Mädchenwohnheim, fünfgeschossiger Backsteinbau mit Turm, von Alexander von Branca und Herbert Groethuysen, 1954/55.

Geschichte

Herzogspitalkirche St. Elisabeth Nach Plänen von Schöttl als erste Renaissancekirche für das von AlbrechtV. für kranke Hofbedienstete 1552-70 erbaute Spital errichtet; Weihe nach 1572; Umbau des Spitals und der Kirche mit Stuck der Miesbach-Schlierseer Schule 1676; in das 1715 gestiftete Kloster Servitinnen ausVenedig berufen; Turm über Nonnenchor 1727/28 von J. B. Gunetzrhainer. Aufhebung des Spitals und Zusammenlegung mit Josephspital 1800. Von Kardinal Faulhaber 1934 zur Münchener >Anbetungskirche< erhoben. Kirche und Kloster 1944 bis auf Turm zerstört; im Nov. 1946 Weihe einer Notkapelle; 1954-55 nach Plänen von Branca und Groethuysen modern aufgebaut (neues Patrozinium »Mater dolorosa<), ferner Neubau des Klosters der Servitinnen und ihres Mädchenheims (nach Plänen derselben Architekten). Der erhalten gebliebene Turm restauriert und saniert, im Volksmund »Spitzweg-Turm« genannt, weil ihn der Maler auf seinem Gemälde »Der Klapperstorch< dargestellt hatte.

Inneres: Neuer, stimmungsvoller Kirchenraum in Backstein und Sichtbeton, im Seitenschiff als sakrales >Zentrum< das Gnadenbild* der Schmerzhaften Maria - eine wertvolle, anrührende Holzfigur vonT. Bader (1651), als >Mater dolorosa< ursprünglich mit großem Kruzifix (im Krieg verbrannt) verbunden, bis 1676 an linker Seitenwand, dann am Choreingang frei aufgestellt. Ab 1690 zunehmendes Wallfahrerziel, seit 1692 in eigenem hochbarockem Seitenaltar (gestiftet von Kurfürst Max Emanuel und seiner Gemahlin Maria Antonia) eingefügt (Altararchitektur anonym, Bildhauerarbeiten von B. Ableithner und J. B. Sträub. Während die reiche Ausstattung der Kirche (vom Frühbarock bis Spätklassizismus) durch Bombenkrieg völlig verloren ging, konnte das Gnadenbild gerettet werden: das Typische dieser Mater-dolorosa-Darstellung ist das angeheftete Trän-entüchlein in ihrer rechten Hand - vorbildlich für zahllose Nachahmungen im In- und Ausland.

Herzogspitalkirche St. Elisabeth
Herzogspitalkirche St. Elisabeth
Bildrechte: © Gerhard Willhalm, <a title='Herzogspitalkirche München Herzogspitalstraße' href='https://fotoagentur-muenchen.de/bilder/d_bilder.php?id=14937'>Herzogspitalkirche</a>, <a title='Lizenzhinweis Fotoagentur München' href='https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/legalcode'>CC BY-NC 4.0</a>

Lage

Quellen

Denkmalamt

Ehem. Kath. Herzogspitalkirche, im Hof barocker Turm von Johann Andrea Trubillio erhalten, 1727/28, sonst Neubau von Alexander von Branca und Herbert Groethuysen, 1954/55; mit Ausstattung; Klostergebäude mit ehem. Mädchenwohnheim, fünfgeschossiger Backsteinbau mit Turm, von Alexander von Branca und Herbert Groethuysen, 1954/55.

Weitere Bilder

Eisengitter mit den apokalyptischen Engeln
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Glasgemälde mit Kreuzmotiv
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Herzogspitalkirche  - Hauptaltar
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Herzogspitalkirche - Innenraum
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Herzogspitalkirche - Hauptaltar
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Herzogspitalkirche -Votivbild
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Sagen & Geschichten

Das wunderthätige Muttergottes-Bild der Herzogspital-Kirche.1690

Herzog Albert V. erbaute im Jahre 1550 das Herzogspital sammt einer Kirche in der Röhrenspeckergasse, welche seitdem die Herzogspitalgasse genannt wird, und bestimmte dasselbe besonders für kranke Hofbediente. Baumeister desselben war Georg Schöttl, ein geborener Münchener.

In diese Kirche verfertigte der Bildhauer Tobias Bader, dessen Portrait in der Sakristei sich befindet, um das Jahr 1650 das Bildniß der schmerzhaften Mutter Gottes unter dem Kreuze, berühmt durch Wunderwerke, und heute noch der Gegenstand des Zudranges der Andächtigen.

Die Geschichte des Wunders dieses Bildnisses ist folgende: Am 21. Januar 1690, an einem Samstage, während Abends die Litanei gesungen wurde, bemerkte ein zehnjähriges Mädchen, Namens Maria Franziska Juliana Schott, die sich unter der Menge der Andächtigen in dieser Kirche befand, daß das Mutter

Gottesbild seine Augen gegen Christus den Gekreuzigten über sich, dann unter sich gegen die Erde und nach beiden Seiten, endlich aber nach der zunächst stehenden Krippe wendete. Das Mädchen, darüber verwundert, wagte nicht in der Kirche hierüber eine Aeusserung zu machen, erzählte aber, zu Hause angekommen, das Gesehene ihren Aeltern. Die Mutter verbreitete diese Erzählung weiter und es verfügten sich nun mehrere Personen in die Kirche, um am Gnadenbilde das Wunder wahrzunehmen. Da nun viele Leute versicherten, dasselbe wunderbare Ereigniß wahrgenommen zu haben, so gelangte die Kunde hievon bald zum bischöflichen Ordinariate in Freising, welches eine Untersuchung hierüber anordnete, und zu diesem Zwecke mehrere geistliche Räthe nach München absandte. Durch eidlich gepflogene Vernehmungen ergab sich nun, daß das Muttergottes-Bild eine geraume Zeit lang Morgens und Abends beim Sonnenlichte und beim Scheine brennender Kerzen die Augen auf- und abwärts, dann auch nach beiden Seiten bewegt habe, und daß dieses von mehreren geistlichen und weltlichen Personen, von Männern und Frauen verschiedenen Alters und Standes bemerkt worden sei. Nachdem nun über das Resultat dieser Untersuchung Bericht an das bischöfliche Ordinariat erstattet worden war, hat Josef Clemens, Erzbischof von Köln und Bischof zu Freising nach Einsicht der Akten in einer am 6. April 1691 gegebenen Urkunde dieses Wunder als wirklich geschehen feierlich erklärt, und die Gläubigen zur Verehrung dieses Gnadenbildes aufgefordert.

Mayer - Münchner Stadtbuch (1868)