Stadtportal zur Münchner Stadtgeschichte
| geboren | 18.06.1931 (Freiburg im Breisgau) |
| gestorben | 08.06.2026 (München) |
| Beruf | Politikwissenschaftler Publizist Politiker (CSU) |
| Suchbegriffe | CSU |
| Personenverzeichnis | Maier Hans |
| Friedhof | Friedhof am Perlacher Forst |
| Lage | 73-H-076 |
| Wikipedia | Hans_Maier_(Politiker,_1931) |
| Hans Maier wurde 95 Jahre alt. |
|
|
Hans Maier (1931–2026) vereinte wie kaum ein anderer deutscher Intellektueller die Welten der Wissenschaft, der Spitzenpolitik und des gläubigen Katholizismus. Geboren in Freiburg im Breisgau, legte er nach einem breiten geisteswissenschaftlichen Studium ein fulminantes akademisches Tempo vor: Mit gerade einmal 31 Jahren übernahm er 1962 den Lehrstuhl für Politische Wissenschaft an der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität. Seine dortigen Analysen zum Totalitarismus und den „Politischen Religionen“ machten ihn weithin bekannt. Nach seiner politischen Karriere kehrte er an die Universität zurück und prägte von 1988 bis 1999 den namhaften Romano-Guardini-Lehrstuhl. Maiers politische Laufbahn im bayerischen Staatsdienst war von außergewöhnlicher Kontinuität geprägt. Ganze sechzehn Jahre lang, von 1970 bis 1986, gestaltete er als Kultusminister das bayerische Bildungssystem. Bemerkenswert ist, dass er dieses Amt zunächst als Parteiloser antrat und erst 1977 Mitglied der CSU wurde. Zwischen 1978 und 1987 besaß er zudem ein Mandat im Bayerischen Landtag. Sein politisches Ende als Minister wählte er selbst: Aus Protest gegen die von Franz Josef Strauß beschlossene Teilung seines Ministeriums trat er konsequent zurück. Parallel zu Wissenschaft und Politik war Maier eine der wichtigsten Stimmen des deutschen Laienkatholizismus. Als Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) führte er den Verband von 1976 bis 1988. Dabei bewies er stets intellektuelle Aufrichtigkeit und geriet auch mit Rom in Konflikt. Als die katholische Kirche sich aus der staatlichen Schwangerschaftskonfliktberatung zurückzog, widersetzte sich Maier diesem Kurs und baute die Laienorganisation Donum Vitae mit auf. Privat fand der sechsfache Vater und zweifache Großvater vor allem an der Kirchenorgel seinen Ausgleich. Für sein vielseitiges Engagement wurde er unter anderem mit dem Großen Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Im Juni 2026 verstarb Hans Maier im Alter von 94 Jahren in München. |
|