Galvanoplastik Geislingen-Stuttgart

Galvanoplastik Geislingen-Stuttgart

Die von der Württembergischen Metallwarenfabrik (WMF) in Geislingen an der Steige hergestellten Galvanoplastiken sind industriell gefertigte Metallplastiken, die insbesondere als Bestandteile von Grabmalen verwendet wurden.

Bei dem Verfahren wurde auf der Oberfläche eines plastischen Modells galvanisch eine dünne Metallschicht abgeschieden. Nach dem Ablösen vom Modell wurde die entstandene Metallhaut versteift und als eigenständige Hohlplastik weiterbearbeitet. Das Verfahren ermöglichte die serielle Herstellung auch größerer figürlicher Darstellungen.

Das Produktionsprogramm umfasste unter anderem Engel, Christusdarstellungen, allegorische Figuren und Trauernde. Die Figuren wurden häufig auf Sockeln oder innerhalb architektonisch gestalteter Grabmalanlagen aufgestellt. Ihre Gestaltung orientiert sich an der zeitgenössischen akademischen Bildhauerei und weist vielfach eine naturalistische, teilweise historistische Formensprache auf.

Die Geislinger Galvanoplastiken sind heute auf zahlreichen historischen Friedhöfen erhalten und stellen ein charakteristisches Zeugnis der industriellen Produktion von Grabmalplastik im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert dar.


Galvanoplastik Detail
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