5.2026 – Die Stadt und der Tod Trauer- und Bestattungskultur in der »Hauptstadt der Bewegung«
Lena Kelle untersucht den Wandel der Trauer- und Begräbniskultur im nationalsozialistischen München. Das städtische Bestattungsamt organisierte aufgrund seines nahezu vollständigen Monopols den Umgang mit den Toten. Dabei bestimmte die NS-Ideologie eine ungleiche Behandlung von Juden, Soldaten, Luftkriegsopfern, Zwangsarbeitern, Kriegsgefangenen und politischen Gegnern. Der zunehmende Massentod im Krieg verstärkte die Bedeutung der städtischen Verwaltung. Zugleich begrenzten traditionelle Vorstellungen von Pietät die Ungleichbehandlung und beeinflussten den Umgang mit Verstorbenen.