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1353
bis
1361

Ludwig V. "der Brandenburger"

Ludwig V.
<p>Ludwig V., genannt „der Brandenburger“ (*1315; †18. September 1361 in Zorneding), war ein Mitglied des Hauses Wittelsbach und Herzog von Oberbayern sowie Markgraf von Brandenburg. Er war der älteste Sohn Kaiser Ludwigs IV. des Bayern und übernahm nach dem Tod seines Vaters 1347 gemeinsam mit seinen Brüdern zunächst die Herrschaft über das wittelsbachische Gesamterbe. Die Erbteilung von 1349 brachte ihm die Mark Brandenburg, während er mit seinem Bruder Ludwig VI. später auch in Oberbayern regierte.</p><p>Ludwig V. war mit Margarete von Tirol verheiratet, was ihn in einen langen Erbfolgestreit um Tirol verwickelte. Nach dem Tod ihres Vaters Meinhard II. beanspruchte das Haus Habsburg Tirol, doch Ludwig setzte sich militärisch durch und regierte das Gebiet ab 1342. Damit gewann das Haus Wittelsbach kurzfristig erheblichen Einfluss im Alpenraum, doch Tirol ging nach Ludwigs Tod wieder an die Habsburger verloren.</p><p>Seine Regierungszeit war geprägt von politischen Spannungen, dynastischen Konflikten und wechselnden Allianzen im Reich. Im Inneren bemühte sich Ludwig um die Stabilisierung seiner Territorien, förderte Städte und handelte klug mit regionalen Fürsten. Dennoch wurde seine Herrschaft durch Rivalitäten mit Brüdern und Vettern geschwächt. Ludwig V. starb 1361 kinderlos und wurde in Fürstenfeld beigesetzt. Sein politisches Erbe blieb zwiespältig, markierte jedoch eine wichtige Phase wittelsbachischer Territorialpolitik.</p>
1361
bis
1363
1363
bis
1375

Stephan II. "mit der Hafte"

Stephan II.
<p>Stephan II. von Bayern (*um 1319; †13. Mai 1375 in Landshut) war ein Herzog aus dem Hause Wittelsbach und regierte zunächst gemeinsam mit seinen Brüdern Wilhelm I. und Albrecht I. das Herzogtum Niederbayern. Nach dem Tod Kaiser Ludwigs IV., seines Vaters, übernahm Stephan 1347 mit seinen Brüdern auch die Mitregierung in Oberbayern und der Mark Brandenburg. In den folgenden Jahren kam es zu mehrfachen Erbteilungen, bei denen Stephan schließlich Niederbayern als eigenes Herrschaftsgebiet erhielt.</p><p>Er führte eine ehrgeizige Territorialpolitik und beteiligte sich aktiv an den Auseinandersetzungen innerhalb des Heiligen Römischen Reiches. Besonders markant war sein Versuch, Tirol, das seine Schwägerin Margarete „Maultasch“ dem Hause Wittelsbach übertragen hatte, gegen den Anspruch der Habsburger zu behaupten – ein Vorhaben, das letztlich scheiterte. Auch die Beteiligung an weiteren Reichskonflikten brachte wechselnde Erfolge und führte zur Belastung seiner Ressourcen.</p><p>Im Inneren stärkte Stephan die Verwaltung, förderte Handel und Städte und zeigte großes Interesse an kultureller Repräsentation, vor allem in Landshut, seiner Residenzstadt. Gleichzeitig war seine Herrschaft von innerfamiliären Rivalitäten geprägt, die die Einheit des wittelsbachischen Erbes langfristig schwächten.</p><p>Stephan II. starb 1375 in Landshut. Nach seinem Tod wurde Bayern unter seinen drei Söhnen erneut aufgeteilt, was die Zersplitterung des Herzogtums weiter vorantrieb.</p>
1375
bis
1392

Stefan III. Herzog von Bayern "der Kneißel"

1392
bis
1397

Johann II.

1397
bis
1435

Ernst und Willhelm III.

1435
bis
1438

Ernst von Bayern-München

Ernst von Bayern-München
<p>Ernst von Bayern (*1373 in München; †2. Juli 1438 ebenda) war ein Herzog von Bayern-München aus dem Hause Wittelsbach. Er regierte zunächst gemeinsam mit seinem Bruder Wilhelm III., übernahm jedoch nach dessen Tod 1435 die alleinige Herrschaft. Ernst war der Sohn von Johann II. und Katharina von Görz und galt als energischer und durchsetzungsstarker Landesfürst, der die Macht der Wittelsbacher weiter festigte.</p><p>Seine Regierungszeit war geprägt von innerdynastischen Konflikten, aber auch von Bemühungen um Ordnung und Stabilität im Land. Besonders bekannt ist Ernst durch seine strikte Haltung gegenüber seinem Sohn Albrecht III., der entgegen dem Willen des Vaters die bürgerliche Agnes Bernauer heiratete. Ernst ließ sie 1435 unter dem Vorwurf der Hexerei in der Donau ertränken – ein Akt, der sowohl politische Gründe hatte als auch tiefe persönliche Tragik mit sich brachte.</p><p>Ernst förderte die Städte und den wirtschaftlichen Ausbau seines Herzogtums, insbesondere München, das er zur zentralen Residenzstadt machte. Auch die geistliche Kultur und die Klöster erfuhren seine Unterstützung. Zugleich war seine Herrschaft von wachsender Intoleranz geprägt: 1415 ließ er die Juden aus München vertreiben – ein Vorgriff auf ähnliche Maßnahmen seines Sohnes.</p>
1438
bis
1460

Albrecht III. Herzog von Bayern "der Fromme"

Albrecht III. Herzog von Bayern
<p>Albrecht III. von Bayern (*27. März 1401 in München; †29. Februar 1460 ebenda) war Herzog von Bayern-München aus dem Hause Wittelsbach. Er war der Sohn von Herzog Ernst und Elisabeth Visconti. Ursprünglich für eine geistliche Laufbahn vorgesehen, widersetzte sich Albrecht dem Willen seines Vaters und heiratete heimlich Agnes Bernauer, eine Bürgerliche aus Augsburg. Diese Verbindung wurde politisch nicht akzeptiert, und Agnes wurde 1435 auf Befehl Herzog Ernsts wegen angeblicher Hexerei in der Donau ertränkt. Nach dem Tod seines Vaters 1438 übernahm Albrecht die Alleinregierung.</p><p>Während seiner Herrschaft bemühte sich Albrecht um Ordnung, Frieden und wirtschaftliche Stabilität im Herzogtum. Er förderte das Handwerk, den Handel sowie die Künste und führte Verwaltungsreformen ein. Besonders hervorzuheben ist seine Unterstützung für Klöster und kirchliche Einrichtungen, aber auch sein Interesse an humanistischen Ideen. Dennoch ist seine Regierungszeit auch von religiöser Intoleranz geprägt: 1442 ließ er die Juden aus Bayern-München und anderen Teilen seines Herrschaftsgebiets vertreiben, was zu einem deutlichen Einschnitt im gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leben führte.</p><p>Albrecht III. starb 1460 in München und wurde in der Münchner Frauenkirche beigesetzt. Trotz mancher umstrittener Entscheidungen gilt er als kluger und gerechter Herrscher, der wesentlich zur Festigung der Machtbasis der Wittelsbacher beitrug und Bayern auf einen stabileren Kurs führte.</p>
1460
bis
1463

Johann IV. und Sigismund

1463
bis
1465