Alte Münze
| Straße / Hausnr. | Maximilianstraße 6 |
|---|---|
| Stadtteil | 1. Altstadt-Lehel – Altstadt |
Erbaut von Simon Zwitzel, dem Augsburger Stadtbaumeister, für Herzog Albrecht V. als Marstall und Kunstkammer.
Allegorien auf den Flügelbauten der ehemaligen MünzeZinngußfiguren von F. J. Schwanthaler
- Golf
- Silber
- Erz
Volltext / Weitere Informationen
Der Arkadenhof der Alten Münze
Die Alte Münze, seit 1986 Sitz des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege, wurde 1563-1567 als Marstall- und Kunstkammergebäude von Herzog Albrecht V zwischen dem Alten Hof und der Residenz errichtet, mit denen sie durch gedeckte Gänge verbunden war. Als entwerfender Architekt kommt der für den Bau zu Rat gezogene Augsburger Stadtwerkmeister Bernhard Zwitzel eher infrage als der wohl mit der Bauleitung betraute Wilhelm Egckl. Im Erdgeschoss des Vierflügelbaus befand sich bis ins frühe 19. Jahrhundert der Marstall mit den Pferdeställen. Die über Rotmarmorsäulen gewölbten dreischiffigen Hallen des Marstalls sind nur im Südflügel erhalten (die heutige „Säulenhalle"). Im zweiten Obergeschoss waren die Sammlungen Herzog Albrechts V untergebracht, eine typische „Kunst- und Wunderkammer" der Renaissance. Die heutige Alte Münze war damit das älteste „Museum" Bayerns, auf das in vieler Hinsicht Münchens große Tradition als Museumsstadt zurückgeht.
Der architektonisch bedeutendste Teil der Alten Münze ist der berühmte Arkadenhof. Das System offener Bogengänge hatte in erster Linie erschließende Funktion. Die erst im 19. Jahrhundert verbreitete Meinung, es handle sich um einen „Turnierhof`, deutet auf die Nutzung derartiger Höfe auch zu Schauzwecken hin. Die kraftvolle, die klassischen Säulenordnungen eigenwillig abwandelnde Gestaltung der Arkaden ist neben dem Hof des Alten Schlosses in Stuttgart das namhafteste Beispiel für einen Arkadenhof in einer typisch deutschen Auffassung von Renaissance.
Im Jahr 1807 wurde das Gebäude der Königlichen Münze überlassen und der Marstall hinter die Residenz verlegt. Für das Hauptmünzamt des neu gegründeten Königreichs Bayern wurde der ganze Baukomplex bis 1809 nach Plänen des Hofbauintendanten Andreas Gärtner (Vater des berühmten Architekten Friedrich von Gärtner) umgebaut. Aus dieser Zeit stammt die klassizistische Hauptfassade mit dem Eingangsrisalit, auf dessen Dreiecksgiebel ein allegorisches Relief von Franz Schwanthaler angebracht ist, welches eine Personifikation der Prägekunst darstellt. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude schwer beschädigt. Das Treppenhaus stammt aus der Zeit des Wiederaufbaus. Erst seit der übernahme des Gebäudes der ehemaligen Münze durch das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege ist eine öffnung des Arkadenhofs für die Allgemeinheit möglich. Im Zuge der 1995 abgeschlossenen, vom Staatlichen Hochbauamt München betreuten Gesamtinstandsetzung wurden auch die Fassaden des Hofes restauriert und zeigen nun wieder die durch Befimduntersuchungen festgestellte Farbfassung der Erbauungszeit. Seit 1996 steht im Haupttreppenhaus der Alten Münze die „Zerbrochene Figur", eine Installation des Münchner Künstlers Erich Lindenberg. Es handelt sich um Teile des Gussmodells für das Monument auf dem Max-Joseph-Platz. Während der Regierungszeit König Max 1. Joseph, der hier als Pater Patriae dargestellt ist, wurde das Gebäude als Hauptmünzamt umgestaltet. Zu besichtigen ist außerdem im Neuen Treppenhaus (Zugang in der Nordostecke des Arkadenhofs) das 1998 von dem Künstler Nikolaus Lang geschaffene Werk „Spurensicherung" mit Funden aus dem Pfisterbach und Proben von Erdfarben.