Ehemalige US-Siedlung an der Neuherbergstraße

Die ehemalige US-Siedlung an der Neuherbergstraße und Rockefellerstraße im Stadtbezirk Milbertshofen-Am Hartentstand in den 1950er Jahren als Wohnsiedlung für Angehörige der amerikanischen Streitkräfte und deren Familien. Sie steht in engem Zusammenhang mit der Warner-Kaserne, der heutigen Ernst-von-Bergmann-Kaserne.

Bauzeit und Umfang

Die Bundesrepublik Deutschland ließ die Siedlung ab 1954 errichten. Insgesamt entstanden 654 Wohnungen. Die Anlage wurde bewusst in der Nähe der Warner-Kaserne angelegt, damit die dort stationierten amerikanischen Soldaten und Offiziere mit ihren Familien unmittelbar in Kasernennähe wohnen konnten.

Die Bebauung bestand überwiegend aus dreigeschossigen Wohnblöcken in Zeilenbauweise. Für höhere Offiziere wurden an der Mortonstraße zusätzlich Doppelhäuser mit Carports errichtet. Die Gebäude waren von großzügigen Grünflächen und geschwungenen Erschließungsstraßen umgeben.

Charakteristisch war damit ein Siedlungstyp, der sich deutlich vom traditionellen Münchner Mietshaus unterschied: niedrige Gebäude, viel Freiraum, große Abstände und eine stark auf das Auto ausgerichtete Erschließung.

Eine amerikanische Wohnwelt

Die Siedlung war Bestandteil einer wesentlich größeren amerikanischen Infrastruktur. Zur Versorgung der US-Soldaten gehörten in unmittelbarer Nähe:

  • ein amerikanisches Warenhaus (Post Exchange, PX)
  • ein Kino
  • Clubs
  • Sportanlagen
  • Baseballfelder
  • weitere Einrichtungen für die amerikanischen Familien

Ein Luftbild von 1965 zeigt besonders deutlich die amerikanische Prägung des Quartiers: Neben den Wohngebäuden sind zahlreiche Baseballfelder zu erkennen. Nördlich schloss die Panzerwiese an, die bis Ende der 1980er Jahre militärisch genutzt wurde.

Ende der amerikanischen Nutzung

Mit dem Abzug der amerikanischen Streitkräfte aus der Warner-Kaserne endete auch die ursprüngliche Funktion der Siedlung. 1968 wurde die Kaserne von den US-Streitkräften geräumt; die Wohnsiedlung wurde anschließend an die damalige Bundesvermögensverwaltung zurückgegeben, die heute durch die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) vertreten wird.

Damit wandelte sich die ehemalige Militärsiedlung schrittweise zu einer normalen Wohnsiedlung.

Ein bedeutendes Zeugnis der Nachkriegszeit

Die Siedlung ist stadtgeschichtlich interessant, weil sie die amerikanische Präsenz in München nach 1945 unmittelbar sichtbar macht. Anders als der klassische deutsche soziale Wohnungsbau war sie nicht primär für die Münchner Bevölkerung konzipiert, sondern für die amerikanischen Streitkräfte.

Gleichzeitig ist sie ein wichtiges Beispiel für die amerikanisch beeinflusste Siedlungsarchitektur der 1950er Jahre: niedrige Zeilenhäuser, großzügige Freiflächen, Parkplätze und eine aufgelockerte Bebauung.

Die Siedlung heute

Heute umfasst das Gebiet rund 19 Hektar. Die Bausubstanz entspricht teilweise nicht mehr den heutigen Anforderungen. Deshalb soll die ehemalige US-Siedlung in den kommenden Jahren grundlegend weiterentwickelt werden. Vorgesehen sind Sanierungen, Dachgeschossausbauten, Ersatzneubauten und zusätzliche Neubauten. Dadurch sollen etwa 650 zusätzliche Wohnungen für Bundesbedienstete entstehen.

Besonders wichtig ist dabei der Erhalt des parkartigen Charakters: Der wertvolle Baumbestand und die Grünflächen zwischen den Gebäuden sollen weitgehend erhalten und aufgewertet werden.

 

Quelle: ChatGPT (Abruf am 19.08.2026)