Denkmal für König Max I. Joseph
| Personen | König Max I. Joseph |
|---|
- erste Entwürfe von Leo von Klenze
- gefertigt von Chrisoph Daniel Rauch
- Guß von Johann Baptist Stiglmaier
- 26.03.1820 - Beschluß des Münchner Magistrats zum Bau eines Denkmals für Max I. Joseph
- 16.02.1824 - Grundsteinlegung
- 13.10.1825 - Tod von Max I. Joseph
- 26.10.1825 - Auftragserteilung an Chrisoph Daniel Rauch
- 09.1930 - Stiglmaier beginnt mit dem Guß
- 09.08.1832 - Der Guß der Sitzfigur in einem Stück mißlingt
- 13.10.1835 - Enthüllung am 10jähriger Todestag von Max I. Joseph
- dreifach gegliedert
- Trägerzone
- Reliefbereich (mit Bavaria und
- Sitzfigur
Die sitzende Gestalt von Max I. Joseph segnet mit erhobener Hand sein Volk
Reliefs am DenkmalDie Reliefs am Denkmal zeigen die Taten und Pflichten des Herrschers.
Förderung der WisenschaftenDie Nacht (Asträa) gibt mit ihren Schleier die Sterne (Sternzeichen) zur Erforschung des Alls (Astrologie) frei.
Stifterinschrift ruht auf einer Säule mit dem Stadtwappen.
Ein Forscher (Geologe) bestaunt die urzeitlichen Gebilde der Erde die ihm Tellus entgegenhält.
Förderung von Justiz und Ackerbau| Herkules |
Themis Göttin der Gerechtigkeit und Ordnung |
Demeter , inde r Linken Ähren, in der Rechten eine Gesetzesrolle |
Vater lehrt dem Sohn das Impfen der Bäume | |
| Bauer füllt Saatgut in sein Hemd | ||||
König Max I. Joseph übergibt an die Bavaria, stellvertretnd für die drei Stände (Bauer, Bürger, Edelmann) die Verfassungsurkunde
Förderung der Religion und der Künste| Der katholische Hofbischof von Streben Schutzengel Der Protestantische Kabinettesprediger Schmidt |
Cornelius | ||
| Rauch | Klenze |
| Bavaria - Sinnbild des Landes | Felicitas Pubica |
Volltext / Weitere Informationen
Denkmal für König Max I.Joseph* Von Stadt München zu Ehren des ersten bayerischen Königs für den Erlass der Verfassung (26.5.1818) in Auftrag gegeben. Erster Entwurf von Klenze und J. M. v.Wagner (in Rom 1823/24): Max Joseph im Krönungsornat aufThron-sessel sitzend (wegen Sitzmotiv vom König abgelehnt); neuer Entwurf Klenzes mit Standfigur 1824. Symbolische Grundsteinlegung 16.2.1824 (25. Regierungsjubiläum des Königs). Nach dessen Tod 1825 veranlasste Ludwig I. Wiederaufnahme des ursprünglichen Entwurfs und Auftrag an Berliner Bildhauer Rauch, der 1826 skizzenhaftes Gipsmodell nach München mitbringt; auf dieses abgestimmt Klenzes (?) Sockelentwurf; von Rauch vermutlich Schinkel und Bildhauer Tieck beratend hinzugezogen. (Die von Klenze beanspruchte Urheberschaft der Denkmalarchitektur strittig: ursprünglich nur signiert »Rauch fecit, Stichelmeyr [!] facit«; Klenze setzte Ergänzung durch: »Leo Klenze archit. invenit«: damit unklar, ob mit Abkürzung architecfus oder architecfura/T) gemeint.) 1834 in Sandgussverfahren durch Stiglmaier gegossen (erstes Hauptwerk der Münchener Erzgießerei; bei Guss des Oberkörpers Explosionskatastrophe). Enthüllung 13.10.1835 (10. Todestag des Königs). Teile der 1993 aufgefundenen Gussmodelle seit 1996 als Installation im Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege.
Beschreibung: Auf zweistufigem Steinfundament hoher, aus zwei Friesen aufgebauter Bronzesockel: im unteren an den vier Ecken sitzende Löwen mit Trophäenreliefs (die Löwen als Stützen legitimer Herrschaft und Bewacher von Religion, Gesetz, Geschichte und Volkesliebe gemeint); an den Längsseiten zusätzlich allegorische Reliefs der ¡Felicitas publica< mit Füllhorn (links) und einer antikisierenden >Bavaria< (rechts) als Staatssymbol (wohl Anregung für Schwanthalers Bavaria vor der Ruhmeshalle, Theresienhöhe 16). Im oberen Fries Reliefs mit sinnbildlichen Darstellungen aus dem Wirken des Königs als Anspielung auf Wiederkehr des >Goldenen Zeitalters«: an Stirnseite Schutz und Förderung der Wissenschaften, an Rückseite Übergabe derVert'assungan die drei Stände (Bauer, Bürger, Edelmann); an linker Längsseite Schutz und Förderung von Justiz und Landwirtschaft, an rechter von Konfessionen (!) und Kunst, begleitet von Allegorien der Stärke (Herkules), Gerechtigkeit (Dike), Weisheit (Athene) und Wohlfahrt (Demeter). Darüber auf Thronsessel das Sitzbild Max Josephs in antikisierendem Mantel, in der Linken das Bayerische Zepter, die Rechte segnend ausgestreckt.
Bedeutung: Die ungewöhnliche Auffassung eines sitzenden Herrschaftsträgers nur verständlich aus dem Nimbus des Königs als >Pater patriae« und Gewährer der konstitutionellen Verfassung; deshalb Interpretation auch als >Verfassungsdenkmal - In künstlerischer Hinsicht eines der qualitätsvollsten Freidenkmäler des Klassizismus; als Denkmaltypus vorbildhaft für das von dem Rauch-Schüler Rietschel geschaffene Denkmal für den sächsischen König Friedrich August I. in Dresden (errichtet 1843), für das ursprünglich von Nobile 1835 (!) entworfene Denkmal für Kaiser Franz I. in Wien (dann aber doch 1842-46 durch Marchesi mit Standfigur ausgeführt), für das Maria-Theresia-Denkmal in Wien (von Zumbusch, vollendet 1887).





