Josef Wackerle
| Geboren | 15.5.1880 [Partenkirchen] |
|---|---|
| Gestorben | 20.3.1959 |
| Beruf: | Bildhauer, Medailleur |
| Lehrer | Rümann Wilhelm von |
| Schüler | Faltermeier Heinrich, Krieger Emil, Mikorey Franz, Hoffmann Erich, Krakow Käte |
| Beziehungen | Beziehungen |
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Joseph Wackerle (1880–1959) war Bildhauer und Medailleur, dessen Karriere eng mit der Zeit des Nationalsozialismus verbunden ist. Nach seiner Ausbildung in Bayern und Studien in München entwickelte er sich zu einem Vertreter einer stark traditionsgebundenen, klassizistisch geprägten Bildhauerei. Früh übernahm er leitende Positionen, unter anderem als künstlerischer Leiter der Porzellanmanufaktur Nymphenburg, und war später Professor an der Akademie der Bildenden Künste in München.
Seine eigentliche Bedeutung – und zugleich seine historische Problematik – liegt jedoch in seiner Rolle während der NS-Zeit. Wackerles Stil, der auf idealisierte Körperdarstellungen, Monumentalität und eine vermeintlich „zeitlose“ Formensprache setzte, entsprach genau den ästhetischen Vorstellungen des Regimes. Dadurch wurde er zu einem der bevorzugten Künstler des Nationalsozialismus. Er erhielt staatliche Aufträge, schuf repräsentative Plastiken und war regelmäßig auf den „Großen Deutschen Kunstausstellungen“ vertreten.
Das Regime ehrte ihn mehrfach: 1937 erhielt er die Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft, später wurde er in die sogenannte „Gottbegnadeten-Liste“ aufgenommen – eine Auswahl von Künstlern, die als besonders wichtig für die NS-Kulturpolitik galten und vom Kriegsdienst befreit waren. Auch führende NS-Funktionäre gehörten zu seinen Auftraggebern.
Nach 1945 setzte Wackerle seine Tätigkeit nahezu bruchlos fort. Eine umfassende kritische Aufarbeitung seiner Rolle im Nationalsozialismus blieb lange Zeit aus. Heute wird er deshalb ambivalent bewertet: Einerseits als technisch versierter Bildhauer mit bedeutenden Werken im öffentlichen Raum, andererseits als Künstler, der eng in die Kulturpolitik des NS-Staates eingebunden war.











