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Münchner Personenverzeichnis

Conrad Paumann

Geboren 23. 10. 1410 [Nürnberg]
Gestorben 24. 1. 1473 [München]
Beruf Musiker, Komponist
Monachia Nr. 44
Wikipedia Wikipedia-Eintrag

Conrad Paumann – Leben und Wirken

Conrad Paumann gehört zu den bedeutendsten deutschen Organisten und Musikern des 15. Jahrhunderts. Er wurde nach den Angaben des Münchner Komponistenverzeichnisses am 23. Oktober 1409 in Nürnberg blind geboren; andere Quellen setzen seine Geburt zwischen 1410 und 1415 an. Bereits früh wurde sein außergewöhnliches musikalisches Talent erkannt. Der Nürnberger Patrizier Ulrich Grundherr und später dessen Sohn Paul ermöglichten ihm eine umfassende musikalische Ausbildung.

Die Nürnberger Jahre

Paumann wurde zu einem herausragenden Organisten seiner Heimatstadt. 1446 heiratete er die Nürnberger Bürgerstochter Margarete Weichserin. Kurz zuvor war er zum Organisten an der von Heinrich Traxdorf neu erbauten Orgel der Nürnberger Sebalduskirche bestellt worden. Damit hatte er bereits in Nürnberg eine angesehene Stellung erreicht.

Sein Ruf verbreitete sich weit über Nürnberg hinaus. Der Dichter Hans Rosenplüt pries Paumann bereits 1447 in einem Lobgedicht auf Nürnberg. Paumann galt nicht nur als hervorragender Organist, sondern beherrschte auch mehrere andere Instrumente. Seine Blindheit wurde dabei nicht als Hindernis wahrgenommen, sondern trug später sogar zu seinem legendären Ruf bei.

Berufung nach München

1451 trat Paumann in den Dienst der bayerischen Herzöge und übersiedelte nach München. Nach dem Münchner Musikgeschichtswerk von Robert Münster wurde er von Herzog Albrecht III. ohne Wissen des Nürnberger Magistrats nach München berufen.

In München besaß Paumann ein eigenes Haus und wirkte als Hoforganist. Seine Stellung am bayerischen Hof machte ihn zu einer wichtigen Persönlichkeit des noch jungen Münchner Hofmusiklebens. Der Grabstein beziehungsweise die Grabtafel im Münchner Liebfrauendom erinnert bis heute an ihn.

Der „wunderbare Blinde“

Paumanns außergewöhnliches Können machte ihn zu einem europaweit bekannten Musiker. Auf einer Reise nach Italien erregte er mit seinem Orgelspiel und seiner Beherrschung verschiedener Instrumente großes Aufsehen. Dort wurde er als „Cieco miracoloso“ – der „wunderbare Blinde“ bezeichnet. Mehrere Fürsten versuchten daraufhin, ihn für ihre Höfe zu gewinnen.

Seinen Ruhm konnte Paumann auch bei einem Auftritt auf dem Reichstag zu Nürnberg 1471 unter Beweis stellen. Dort spielte er vor zahlreichen deutschen Fürsten und wurde mit besonderen Ehren ausgezeichnet.

Tod und Nachwirkung

Conrad Paumann starb am 24. Januar 1473 in München. Er wurde in der Münchner Marienkirche, der heutigen Frauenkirche, beigesetzt. Seine Grabtafel ist ein Zeugnis für die außerordentliche Wertschätzung, die ihm wegen seiner musikalischen Fähigkeiten entgegengebracht wurde.

Von seinen zahlreichen Kompositionen ist nur ein kleiner Teil erhalten. Berühmt ist insbesondere ein dreistimmiges Lied, daneben sind verschiedene Orgelstücke und Liedsätze überliefert. Von besonderer Bedeutung sind seine „Fundamenta“, Lehrwerke für Orgelspiel und Kontrapunkt, die die Kunst des Improvisierens und des mehrstimmigen Satzes systematisch vermitteln.

Sein Sohn und Schüler Paul Paumann führte die Tradition fort und übernahm später das Amt seines Vaters als Münchner Hoforganist.

Bedeutung: Paumann steht am Beginn der großen deutschen Orgeltradition. In der Münchner Musikgeschichte markiert sein Wirken im 15. Jahrhundert einen frühen Höhepunkt der instrumentalen Musik und der höfischen Musikkultur.

Conrad Paumann
Bildrechte: © Gerhard Willhalm, Gedenktafel - Paumann, CC BY-NC 4.0

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Denkmäler & Kunstwerke

Conrad Paumann
Conrad PaumannMarienplatz · 1875
Paumann Conrad
Paumann Conrad Frauenkirche

Literatur zu Conrad Paumann