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Podcast

Marienplatz - Diez Swinburg

Reihe: So lang der alte Peter...

Staffel 2 · Folge 10 · Dauer: 02:49

Marienplatz - Diez Swinburg

Erwähnte Personen: Diez von Swinburg

Ritter Diez von Swinburg wurde nach Straßenraub gefasst und zum Tode verurteilt. Vor der Enthauptung erbat er Gnade für seine Knechte – und lief kopflos an ihnen vorbei. Sie wurden begnadigt.

Die Sage von Diez von Swinburg. (Pause 1s) In den Kriegen Ludwigs des Bayern hatte ein Ritter mit Namen Diez von Swinburg — Andere nennen ihn Schaumberg — gar männlich und tapfer gekämpft, zumal am Tage von Ampfing sich großen Ruhm erworben. (kurze Pause) Es war aber des Kaisers Beutel zuweilen schmal, und Diez Swinburg konnte von ihm den Sold von etlichen hundert Pfennigen, den Ludwig ihm schuldete, nicht erlangen. So geschah es, daß Diez, der Ritter, in Schulden fiel, und die Gläubiger trugen dem tapfern Mann seine Habe hinweg. (Pause 1s – etwas dunklerer Tonfall) Da wußte er sich nicht besseren Rat, als gleich vielen seiner Art sich vom Straßenraub zu nähren, nach dem Spruch: „Reiten und Rauben ist keine Schande, Das tun die Besten im Lande." (Pause 0.5s) Von seiner Burg konnte er vier Heerstraßen übersehen und ward ein wahrer Schrecken der Fuhrleute und Kaufherren, die mit Wagen und Gut dahinzogen. Er trieb aber das Ding so arg, daß der ganze Handel des Landes durch ihn in Gefahr kam. Darob verklagten ihn beim Kaiser die Reichsstädte Augsburg, Nürnberg, Donauwörth und Rothenburg, auch Weißenburg und Schweinfurt. (Pause 1s) Der Kaiser, als der Städte besonderer Freund und Schirmherr, erließ ein strenges Mandat gegen den Landfriedensbrecher. Diez Swinburg ward geächtet und mit Fehde überzogen. Nach tapferem Widerstand fiel er mit vieren seiner besten Knechte lebendig in die Hände von Münchner Bürgern, die ihn gefangen nach München brachten. (Pause 1.5s – Markanter, langsamer lesen) Der Urteilsspruch gegen alle fünf lautete auf den Tod durchs Schwert. (Pause 1s) Diez Swinburg hätte sich an die Gnade des Kaisers wenden mögen, in dem das alte Wohlwollen für ihn noch nicht erstorben war. Aber er tat es nicht. Hingegen bat er die Richter inständig um Gnade für seine vier Gesellen, die nur durch ihre Treue an ihm ins Unglück geraten seien... einer zumal, der ein junger schöner und kühner Mensch war, mit Namen Georg. Die Richter aber sprachen Nein dazu. (Pause 1s – Voller Emotion und Ernsthaftigkeit) Da tat Diez Swinburg noch ein letztes Bitten, so flehentlich, daß es aus dem Munde des alten Kriegers männiglich zu Herzen gehen mußte. Bei der Hinrichtung sollte man ihn und seine Knechte in eine Reihe stellen und ihn als Ersten enthaupten. An welchen seiner Knechte er dann – mit abgeschlagenem Haupt – noch vorüberlaufen könnte, die wolle der Kaiser begnadigen. (Pause 0.8s) Das ward dem Kaiser angesagt, und er gewährte es... so wunderlich das Ding auch klang. (Pause 2s – Das Tempo anziehen, atmosphärische Stille vor dem Höhepunkt) Da ward Diez Swinburg getrost, kniete nieder, und der Henker schlug ihm das Haupt ab. (Pause 1.2s – Überrascht, fast atemlos lesen) Aber alsbald sprang er ohne Kopf auf... und lief an allen vier Knechten vorüber, wonach er hinfiel und tot liegen blieb. (Pause 1s) Darnach ward er an Ort und Stelle begraben; seine Knechte aber wurden begnadigt und gingen frei aus.


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