Der Gefallene Soldat
| Name | Der Gefallene Soldat |
|---|---|
| Stadtbezirk | 1. Altstadt-Lehel |
| Stadtbezirksteil | Graggenau |
| Standort | Hofgarten |
| Gruppierung | Kriegerdenkmal im Hofgarten |
| Übergabe | 1924 |
| Suchbegriffe | Unbekannter Soldat |
| Künstler:innen | Bleeker Bernhard |
| Kategorie | Kriegerdenkmal |
| Krieg | 1. WK |
Der „Gefallene Soldat“ im Hofgarten in München zählt zu den zentralen Erinnerungszeichen der Zwischenkriegszeit in Bayern. Geschaffen wurde die Skulptur 1923/24 von Bernhard Bleeker als Symbolfigur für das untergegangene bayerische Militär.
Historischer Hintergrund
Mit dem Ende des Ersten Weltkriegs und der Novemberrevolution 1918 brach nicht nur die Monarchie zusammen, sondern auch der bayerische Militärföderalismus. Eine eigenständige „bayerische Armee“ existierte fortan nicht mehr; das Militär wurde zentral vom Reich organisiert. In dieser Situation gewann das Bayerisches Armeemuseum eine neue Rolle als Erinnerungsort für eine untergegangene militärische Tradition.
Vor diesem Hintergrund entwarf Bleeker eine liegende Soldatenfigur aus Rosenheimer Marmor. Die Darstellung verzichtet bewusst auf heroische Überhöhung und zeigt einen gefallenen Soldaten in stiller, körperlich realistischer Form – ein Sinnbild für Verlust und Ende einer Epoche.
Standort und Bedeutung
Ursprünglich war vorgesehen, die Skulptur auf der Kuppel des Armeemuseums in München zu platzieren. Dieser Standort erwies sich jedoch als ungeeignet. Stattdessen wurde die Figur 1924 in das neu geschaffene „Kriegerehrenmal“ im Hofgarten integriert, das den rund 13.000 Gefallenen Münchens gewidmet ist.
Durch die unmittelbare Nähe zum Armeemuseum erhielt das Denkmal eine überregionale Bedeutung. Es verband städtisches Totengedenken mit der Erinnerung an die aufgelöste bayerische Armee.
Zerstörung, Ersatz und Verlagerung
Während des Zweiter Weltkrieg wurde die Marmorskulptur durch Luftangriffe beschädigt, später jedoch restauriert. Aufgrund der fortschreitenden Verwitterung im offenen Hofgarten entschied man sich schließlich für einen Materialwechsel:
1972 wurde die Figur durch eine Bronzekopie ersetzt. Das Original aus Marmor wurde in das inzwischen nach Ingolstadt verlegte Armeemuseum überführt.