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SUMMARY:Kunstwerk des Monats â€“ Januar 2012
DESCRIPTION:&lt;p class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;Die profane Prunkkassette ist als Typus der Goldschmiedekunst erstmals um 1530-40 in Frankreich und Italien nachweisbar. &amp;Auml;hnlich wie die kostbaren Reliquienk&amp;auml;sten des Mittelalters sind die Kassetten der Renaissance reich mit silbervergoldeten Reliefs, kleinplastischen Figuren, farbigen Emails und Edelsteinen, insbesondere mit tiefgeschnittenem Bergkristall, geschm&amp;uuml;ckt. Die qualit&amp;auml;tvollsten Exemplare wurden von namhaften bildenden K&amp;uuml;nstlern entworfen und von erstrangigen Goldschmieden ausgef&amp;uuml;hrt. Ein Zentrum f&amp;uuml;r die Herstellung von Prunkkassetten war N&amp;uuml;rnberg, wo Wenzel Jamnitzer und seine Nachfolger Meisterwerke dieser Gattung f&amp;uuml;r die europ&amp;auml;ischen F&amp;uuml;rstenh&amp;ouml;fe schufen. Als spektakul&amp;auml;re Schauobjekte z&amp;auml;hlten Prunkkassetten zu den Kostbarkeiten der Kunst- und Schatzkammern der Renaissance. &amp;Uuml;ber ihre repr&amp;auml;sentative Funktion hinaus dienten sie als Beh&amp;auml;ltnisse f&amp;uuml;r Schmuck, Schreibutensilien und andere wertvolle pers&amp;ouml;nliche Gegenst&amp;auml;nde.&amp;nbsp;&lt;/p&gt; &lt;p class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;Im 19. Jahrhundert kamen Prunkkassetten vor allem als Ehrengeschenke f&amp;uuml;r verdiente Pers&amp;ouml;nlichkeiten, zu Jubil&amp;auml;en und anderen offiziellen Anl&amp;auml;ssen wieder in Gebrauch. K&amp;uuml;nstlerisch anspruchsvolle Kassetten gingen insbesondere aus der Werkstatt Fritz von Millers (1840-1921) hervor, des bedeutendsten M&amp;uuml;nchner Goldschmiedes der Epoche K&amp;ouml;nig Ludwigs II. und des Prinzregenten Luitpold. Wie sehr sein Fr&amp;uuml;hwerk von Vorbildern der italienischen und deutschen Renaissance gepr&amp;auml;gt ist, veranschaulicht exemplarisch die prachtvolle Kassette, welche die Mitglieder des Deutschen Reichstags ihrem ehemaligen Pr&amp;auml;sidenten Eduard von Simson im Jahr 1879 zum Geschenk machten. Der auf plastischen Schildkr&amp;ouml;ten ruhende Korpus aus Ebenholz ist an den Ecken und am oberen Abschluss durch virtuos modellierte Bronzefiguren akzentuiert, die von der Florentiner Skulptur der Epoche Michelangelos beeinflusst sind.&lt;/p&gt; &lt;p class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;Die zweite ausgestellte Prunkkassette&amp;nbsp; Millers birgt in ihrem Innern die Goldene B&amp;uuml;rgermedaille, die dem M&amp;uuml;nchner Magistratsrat und 2. B&amp;uuml;rgermeister Philipp von Brunner anl&amp;auml;sslich seines 40j&amp;auml;hrigen Dienstjubil&amp;auml;ums im Jahr 1913 verliehen wurde. Die auf einem ganz eigenst&amp;auml;ndigen Entwurf beruhende Kassette ist ein einpr&amp;auml;gsames Zeugnis f&amp;uuml;r das Bestreben Fritz von Millers, die Stilprinzipien des Historismus harmonisch mit den gestalterischen Anforderungen der Gegenwart zu verbinden.&amp;nbsp;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;
DTSTART:20110119T180000
DTEND:20110119T000000
LOCATION:beim Kunstwerk des Monats
ORGANIZER:Bayerisches Nationalmuseum
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