Gustav Nachtigal (* 23. Februar 1834 in Eichstedt (Altmark); † 20. April 1885 vor der Küste Westafrikas) war ein deutscher Afrikaforscher.
Trotz seiner kritischen Haltung gegenüber den deutschen Kolonialerwerbungen wurde Gustav Nachtigal in der deutschen Presse zum Kolonialhelden stilisiert. Seine teilweise abwertenden Äußerungen – u. a. über die Lobby der deutschen Schnapsexporteure – wurden auf offiziellen Druck hin nie veröffentlicht.
Nach ihm wurden das Kap Nachtigal[4] bei Viktoria, das Krankenhaus von Duala und das Schiff Nachtigal benannt, das 1914 infolge des Ersten Weltkrieges in Kamerun sank. Das Schiff Gustav Nachtigal trägt ebenfalls seinen Namen.
In der DDR-Geschichtsschreibung wurde der Forscher unkritisch mit Carl Peters gleichgestellt. Angesichts der veröffentlichten und unveröffentlichten Schriften Nachtigals ist jedoch festzustellen, dass er neben Heinrich Barth nicht nur als der wissenschaftlichste Afrikaforscher überhaupt, sondern auch eine der wenigen Persönlichkeiten der Forschungsgeschichte gelten darf, die den Afrikanern nicht als überhebliche, mit Rassenvorurteilen beladene Durchreisende oder als brutale Eroberer gegenübertraten.
Gustav Nachtigal hatte namhaften Anteil an der Aufklärung des Schicksals von Eduard Vogel.
In Stendal wurde ihm zu Ehren westlich des Nachtigalplatzes (Ende Bahnhofsstraße) eine Bronze-Büste aufgestellt. Auch im Afrikanischen Viertel in Berlin-Wedding wurde 1911 ein Platz nach Nachtigal benannt, dessen Benennung seit den 2000ern aber heftig umstritten ist. Die Bezirksverordnetenversammlung Berlin-Mitte beschloss im Frühjahr 2016 die Umbenennung des Nachtigalplatzes.
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Vorgemerkt zur Umbenennung
Am 5. Juli 1884 errichtete Nachtigal die sogenannte deutsche „Schutzherrschaft“ über das Gebiet von Togoland (heute Togo bzw. Teilgebiet von Ghana). Am 14. Juli stellte er Kamerun „unter deutschen Schutz“. Im selben Jahr beglaubigte er die teilweise betrügerisch erworbenen Rechte bzw. Landerwerbungen der Firma Lüderitz im heutigen Namibia („Lüderitzland“). Er hielt sich noch einmal in Kamerun auf und stellte am 11. März 1885 das Mahinland unweit des Nigerdeltas „unter deutschen Schutz“. Um die westafrikanischen Vertragspartner zum Abschluss der Verträge zu bewegen, drohte Nachtigal auch mit Gewalt und Geiselnahmen.
Bildrechte: Gemeinfrei (Wikipedia 2018)
Erwin Hanfstaengl
| Straßenname | Nachtigalstraße |
|---|---|
| Benennung | 1925 Erstnennung |
| Plz | 80638 |
| Stadtbezirk | 9. Neuhausen-Nymphenburg | Nymphenburg |
| Rubrik | Personen |
| Kategorie | Afrikaforscher Generalkonsul Kolonialismus |
| Lat/Lng | 48.16610 11.51418 |
| Straßenlänge | 248 m |
| Person | Nachtigal Gustav |
|---|---|
| Geboren | 23.2.1834 [Eichstedt bei Stendal] |
| Gestorben | 20.4.1885 [vor der Küste Guineas] [Tuberkulose] |
| Kategorie | Afrikaforscher Generalkonsul Kolonialismus |
| Nation | Deutschland |
| Konfession | evangelisch |
| GND | 118586173 |
| Leben |
Gustav Nachtigal (* 23. Februar 1834 in Eichstedt (Altmark); † 20. April 1885 vor der Küste Westafrikas) war ein deutscher Afrikaforscher. Trotz seiner kritischen Haltung gegenüber den deutschen Kolonialerwerbungen wurde Gustav Nachtigal in der deutschen Presse zum Kolonialhelden stilisiert. Seine teilweise abwertenden Äußerungen – u. a. über die Lobby der deutschen Schnapsexporteure – wurden auf offiziellen Druck hin nie veröffentlicht. Nach ihm wurden das Kap Nachtigal[4] bei Viktoria, das Krankenhaus von Duala und das Schiff Nachtigal benannt, das 1914 infolge des Ersten Weltkrieges in Kamerun sank. Das Schiff Gustav Nachtigal trägt ebenfalls seinen Namen. In der DDR-Geschichtsschreibung wurde der Forscher unkritisch mit Carl Peters gleichgestellt. Angesichts der veröffentlichten und unveröffentlichten Schriften Nachtigals ist jedoch festzustellen, dass er neben Heinrich Barth nicht nur als der wissenschaftlichste Afrikaforscher überhaupt, sondern auch eine der wenigen Persönlichkeiten der Forschungsgeschichte gelten darf, die den Afrikanern nicht als überhebliche, mit Rassenvorurteilen beladene Durchreisende oder als brutale Eroberer gegenübertraten. Gustav Nachtigal hatte namhaften Anteil an der Aufklärung des Schicksals von Eduard Vogel. In Stendal wurde ihm zu Ehren westlich des Nachtigalplatzes (Ende Bahnhofsstraße) eine Bronze-Büste aufgestellt. Auch im Afrikanischen Viertel in Berlin-Wedding wurde 1911 ein Platz nach Nachtigal benannt, dessen Benennung seit den 2000ern aber heftig umstritten ist. Die Bezirksverordnetenversammlung Berlin-Mitte beschloss im Frühjahr 2016 die Umbenennung des Nachtigalplatzes. |
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1943 Adressbuch
Dr. Gustav Nachtigal, Afrikareisender, * 20.4.1885 Eichstedt, † 20.4.1885 auf hoher See.Verbindet die Langemarckstraße mit dem Nachtigalplatz.
1965 Baureferat
Nachtigalstraße: Dr. Gustav Nachtigel (1834-1885), Arzt und Afrikaforscher, bereiste als erster Europäer die Oasen der Sahara und erforschte den Sudan, Togo , Kamerun und das ehem. Deutsch-Südwest-Afrika. *1925Straßenbenennungen
| Straße | Von | Grund | Bis | Grund |
|---|---|---|---|---|
| Nachtigalstraße | 1925 | Erstnennung |