1879
Fernberg
Schnorrstraße. Julius Schnorr von Karolsfeld ist einer der ausgezeichnetsten deutschen Maler der Neuzeit und 1794 zu Leipzig geboren. Nach längeren Studien zu Florenz und Rom erhielt er 1827 von König Ludwig I. einen Ruf nach München und den Auftrag, fünf Prunkgemächer im Erdgeschoße der neuen Residenz mit Darstellungen aus dem Nibelungenliede al fresco zu schmücken; ferner entwarf er die Zeichnungen zu den kolossalen Wandbildern aus der Geschichte Karls des Großen, Barbarossas und Rudolfs von Habsburg in den Sälen des Festsaalbaues. Daneben führte er auch viele Oelgemälde aus sowie Zeichnungen verschiedener Art; von Letzteren ist besonders bekannt seine "Bibel in Bildern", 240 Tafeln mit Text. 1846 folgte er einem Rufe nach Dresden, der berühmten Kunststadt an der Elbe; 1872 ist er daselbst gestorben.
1880
Adressbuch
Z. E. a. Julius Schnorr v. Karolsfeld, einen ausgezeichneten deutschen Maler, geb. zu Leipzig 26. März 1794, gest. zu Dresden 24. Mai 1872 als Direktor der k. sächsischen Gemdegallerie und Professor der Kunstakademie dortselbst. Er lebte und wirkte als Professor der Historienmalerei von 1827-46 in München, wo er auch später, der Vollendung einiger Arbeiten wegen, zeitweise weilte. Die Wandgemälde der Nibelungensäle, dann jene aus der Geschichte Karl des Großen, Barbarossas und Rudolphs von Habsburg im Festsaalbau der neuen Residenz sind von seiner Hand. Die Straße wird nach ihm seit 3. Aug. 1876, resp. 1. Jan. 1877 genannt.
1894
Rambaldi
582. Schnorrstraße.Verbindet, die Schraudolphstraße schneidend,
die Barer- mit der Areisstraße und endigt gegenüber dem Eingangsportale zum nördlichen Friedhofe. Zur Erinnerung an Julius
Schnorr von Karolsfeld, den Vater des verdienstvollen Leiters der
bayerischen Staatseisenbahnen. Geboren zu Leipzig am 26.· März
1794, bereitete sich Schnorr unter Leitung seines Vaters, des Direktors
der Kunstakademie zu Leipzig, auf seine künstlerische Laufbahn vor
und vollendete nach vorübergehendem Aufenthalte in Wien seine Ausbildung in Italien, woselbst ihn eine innige Freundschaft mit seinen
berühmten Vorbildern Cornelius, Thorwaldsen u. a. verband. Die
mächtigen Eindrücke, die dort auf den Geist des jungen Künstlers
wirkten, finden sich niedergelegt in des Meisters erstem italienischen
Gemälde »Die Hochzeit zu Kanaan«. Aus seinem Aufenthalte in
Italien stammen auch die ersten Kompositionen zu seiner berühmten
Bibel in Bildern, die ein Gemeingut des deutschen Volkes geworden.
Von König Ludwig I., welcher ihn schon als Kronprinz bei seiner
mehrmaligen Anwesenheit in Rom kennen gelernt hatte und seine
Arbeiten mit Interesse verfolgte, als Professor der Kunstakademie
nach München berufen, wirkte Schnorr daselbst von 1827—1846
seinem Lieblingswunsche entsprechend ini Dienste der vaterländischen
Kunst. Die Darstelluligen aus der Geschichte Karls des Großen.
Friedrich Barbarossa’s und Rudolfs von Habsburg, welche 3 Säle der
k. Residenz München schmücken, stammen von seiner Hand, ebenso der
Entwurf und die Darstellungen der Szenen aus dem Nibelungenliede in
den unteren Räumen des Saalbaues genannter Residenz, sowie das Gemälde »Luther auf dem Reichstage zu Worms« im k. Maximilianeum
zu München. Im Jahre 1846 erfolgte Schnorrs Berufung als
Akademieprofessor und Direktor der Gemäldegallerie nach Dresden,
welche Stelle er bis kurz vor seinem am 24. Mai 1872 erfolgten Tode
bekleidete. Zum Gedächtnisse an den Vereinigten und anläßlich seines
100 jährigen Geburtstages wurde von Seite seiner noch lebenden Nachkommen eine Familienstiftung ins Leben gerufen. Die Straße wird
nach ihm seit 3. August 1876, resp. 1. Januar 1877 genannt.
1965
Baureferat
Schnorrstraße: Julius Ritter Schnorr von Carolsfeld (1794-1872), Maler und Holzschnittzeichner, Prof, an der Akademie der Bildenden Künste in München, schuf u. a. Wandmalereien für 8 Säle in der Residenz. *1877