Sendlinger Straße

Sendlinger Straße: Sendling, bereits 762 als „ad Sentilingas" (= Siedlung des Sen- tilo) genannter Ort, im 10. Jhdt. bereits Sitz einer Gerichtsstätte des Edelgeschlechtes der Sentlinger, deren Burg noch bis 1773 im sogen. Reichental an der Isar (Obersendling) stand; Sendling wurde 1877 nach München eingemeindet, ’vermutlich 13. Jhdt.

Baureferat 1965

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Straßenname Sendlinger Straße
Benennung vor 1318 Erstnennung
Plz 80331
Stadtbezirk 1. Altstadt-Lehel | Hackenviertel
Lat/Lng 48.13558 11.57111   
1879 Fernberg

Sendlinger-Feldweg, Sendlingerstraße, Sendlingerthorplatz, Sendlingerweg. Alle diese Verkehrswege haben ihren Namen von der Vorstadt Sendling, welche seit 1. Januar 1877 mit München vereinigt ist; wegen ihrer hübschen Lage auf der Höhe nebst Aussicht ín`s Gebirge über das Isarthal hinweg war sie von jeher ein beliebten Ausflugsorte der Münchener. Uebrigens ist diese jüngste Vorstadt eine ältere Ansiedelung als München selbst, denn schon im Jahre 782 ist in Urkunden von einem Dorfe Sentilinga die Rede, und ursprünglich gehörte München zur Pfarrei Sendling, von der es freilich schon 1170 abgetrennt wurde. Auch die Vorstädte Giesing und Haidhausen als frühere Dörfer ("Kiesinga" und "Heidhusir") ---- dann die Orte Perlach ("Peraloh"), Föhring ("Feringa"), Feldmoching ("Feldmochinga") sind um 3 bis 4 Jahrhunderte älter als die Stadt, zu deren Umgebung sie jetzt gehören.

1880 Adressbuch

Führt ihren Namen von dem schon 782 urkundlich bekannten Dorfe Sendling, an dessen alten Straßenzug sie sich unmittelbar anschloß und das zuerst gemeinschaftlich mit Schwabing (s. Schwabingerlandstraße), dann 806 allein als villa sentilinga (wahrscheinlich „bei den Nachkommen des Sentilo“) genannt wird. In diesen ältesten Dokumenten ist ohne Zweifel Obersendling gemeint. Während des Mittelalters befand sich zu Sendling eine Dingstätte. Ein Pfarrer Heinrich von Sendling ist schon                unter dem 18. Jan. 1849 bezeugt. 1281 erscheint Sendlingen. Bereits im 14. Jahrhundert war das Geschlecht der Sendlinger, das unter den ersten Patrizierfamilien Münchens vertreten ist, sehr angesehen und einflußreich; sein Sitz soll im Reichental an der Isar bei Obersendling gewesen sein, wo man noch 1773 die Trümmer einer Burg sah. Auch Bischof Konrad III. von Freising, 1314-22, gehörte dem Geschlechte der Sendlinger an. Traurige Berühmtheit hat Untersendling, das früher auch mehrfalls Riedersendling heißt, durch die sogenannte „Mordweihnacht“ von 1705 erlangt. – Die Pfarrei Sendling wurde einst vom Kloster Schäftlarn aus errichtet (s. Thalkirchner- und Plinganserstraße). Zwischen 1706 und 7 fällt die Neuerbauung der Pfarrkirche in Untersendling; der Gottesacker um dieselbe, welcher in gemeinsamem Grabe den Staub vieler, treuer Oberländerbauern birgt, ist seit 24. Juli 1877 für Beerdigungen geschlossen. Die Gemeinde Sendling gehört seit 1. Jan. 1877 zur Stadt München. Ihre Pfarrei ward am 17. Juli gleichen Jahres zur Stadtpfarrei erhoben, Neuhausen am 1. Nov, ausgepfarrt und später, unter dem 13. Dez. 1874, ebenso die frühere Filiale Pullach als Pfarrei erklärt. Nymphenburg ist nur mehr nominell mit Sendling kirchlich vereinigt, da der Hofcurat dortselbst alle pfarrlichen Rechte genießt. – Das frühere „äußere Rappeneck“ in der Sendlingerstraße (gegenwärtig Eckhaus Nr. 87, dem Eisenhändler August Baumann gehörend) wird jetzt nicht mehr unterschieden.

1965 Baureferat
Sendlinger Straße: Sendling, bereits 762 als „ad Sentilingas" (= Siedlung des Sen- tilo) genannter Ort, im 10. Jhdt. bereits Sitz einer Gerichtsstätte des Edelgeschlechtes der Sentlinger, deren Burg noch bis 1773 im sogen. Reichental an der Isar (Obersendling) stand; Sendling wurde 1877 nach München eingemeindet, ’vermutlich 13. Jhdt.

Straßenbenennungen

Straße Von Grund Bis Grund
Sendlinger Straße 1318 Erstnennung
Straße Name Architekt Baustil Jahr
Sendlinger Straße Inneres Sendlinger Tor, Blau-Enten-Turm 0
Sendlinger Straße 1 Ruffini-Block 0
Sendlinger Straße 2 Schlossereck Höchl Joseph Klassizismus 1831
Sendlinger Straße 3 Geschäftshaus Hönig Eugen, Söldner Karl Jugendstil 1903
Sendlinger Straße 4 Geschäftshaus Zum Rappeneck Hönig Eugen, Söldner Karl Historismus 1911
Sendlinger Straße 8 Ehem. Haus der Münchener Neuesten Nachrichten Littmann Max Historismus 1906
Sendlinger Straße 10 Abendzeitung 0
Sendlinger Straße 11 Bürgerhaus 1788
Sendlinger Straße 14 Altes Hackerbräuhaus 1830
Sendlinger Straße 27 Geschäftshaus Atzenbeck Hanns Historismus 1925
Sendlinger Straße 29 Haus zum Singlspieler Baudrexel Jakob, Grässel Hans deutsche Renaissance 1898
Sendlinger Straße 30 Priesterhaus St. Johann Nepomuk Krinner Matthias Spätbarock 1771
Sendlinger Straße 32 St. Johannes von Nepomuk Asam Cosmas Damian, Asam Egid Quirin Rokoko 1733
Sendlinger Straße 33 Mietshaus Dix Otto Neurenaissance 1889
Sendlinger Straße 34 Asamhaus Asam Egid Quirin spätbarock 1735
Sendlinger Straße 35 Bürgerhaus Klassizismus 1800
Sendlinger Straße 41 Wohn- und Geschäftshaus Mayer J. G. Neurenaissance 1890
Sendlinger Straße 43 Geschäfts- und Mietshaus Strelin Oscar Neurenaissance 1885
Sendlinger Straße 45 Geschäfts- und Wohnhaus Volbehr Heinrich Historismus 1899
Sendlinger Straße 49 Sendlinger Tor Zenetti Arnold, Bertsch Wilhelm Gotik 1319
Sendlinger Straße 50 Ehem. Bierbrauerhaus Meister Georg Klassizismus 1834
Sendlinger Straße 54 Mietshaus Bischoff Alois Neurenaissance 1884
Sendlinger Straße 56 Wohn- und Geschäftshaus Krafft Ostenrieder Max neugotisch 1899
Sendlinger Straße 60 Mietshaus Müller Georg Neurenaissance 1896
Sendlinger Straße 62 Wohn- und Geschäftshaus Kroneder Josef , Bayer Ludwig Neurenaissance 1886
Straße Name Art Jahr Bild
Sendlinger Straße 2 Sigi Sommer (Der Spaziergänger) 1998 Sigi Sommer (Der Spaziergänger)
Sendlinger Straße 75 Hackerbräu 0 Hackerbräu
Sendlinger Straße 89 Schloßer-Eck 0 Schloßer-Eck
Titel Straße Standort Künstler Jahr Bild
Cenodoxus Sendlinger Straße Asamkirche Asam Egid Quirin 0 Asam Egid Quirin – Cenodoxus
Sigi Sommer (Der Spaziergänger) Sendlinger Straße 2 Fußgängerzone Wagner Max 1998 Wagner Max – Sigi Sommer (Der Spaziergänger)
Straße Name Beruf Von Bis
Sendlinger Straße 23 Walleshausen Johann 1775 1800
Sendlinger Straße 30 Ende Michael 1987 1995
Sendlinger Straße 75 Pschorr (Familie)
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