Stadtportal zur Münchner Stadtgeschichte
Wilhelm Richard Wagner (* 22. Mai 1813 in Leipzig; † 13. Februar 1883 in Venedig) war ein deutscher Komponist, Dramatiker, Dichter, Schriftsteller, Theaterregisseur und Dirigent. Mit seinen Musikdramen gilt er als einer der bedeutendsten Erneuerer der europäischen Musik im 19. Jahrhundert. Er veränderte die Ausdrucksfähigkeit romantischer Musik und die theoretischen und praktischen Grundlagen der Oper, indem er dramatische Handlungen als Gesamtkunstwerk gestaltete und dazu die Libretti, Musik und Regieanweisungen schrieb. Er gründete die ausschließlich der Aufführung eigener Werke gewidmeten Festspiele in dem von ihm geplanten Bayreuther Festspielhaus. Seine Neuerungen in der Harmonik beeinflussten die Entwicklung der Musik bis in die Moderne. Mit seiner Schrift Das Judenthum in der Musik gehört er geistesgeschichtlich zu den obsessiven Verfechtern des Antisemitismus.
Wagners Werke sind ein Höhepunkt der romantischen Musik und beeinflussten viele Zeitgenossen und spätere Komponisten erheblich. Vor allem der Tristan brachte die Musiksprache des 19. Jahrhunderts weit voran und gilt vielen als Ausgangspunkt der Modernen Musik.
Das betrifft vor allem die Harmonik. Mit dem Tristan, dessen erster Akt 1857 komponiert wurde, führte Wagner sie weit über den Stand hinaus, auf dem Brahms noch 1892 in seinen späten Klavierstücken op. 117 bis 119 blieb. Sie ist das Gebiet, auf dem Wagners Phantasie sich entfaltet, einen charakteristischen Personalstil entwickelt und durch die jeweilige dramatische Situation des Geschehens in Grenzen gehalten wird, sich also nicht im Unendlichen verliert. Wagners Einfluss auf die Musikgeschichte zeigt sich zum Beispiel darin, dass mehr als 100 Jahre nach der Komposition des Werkes die komplexen harmonischen Verläufe des Tristan-Akkords analysiert und unterschiedlich interpretiert wurden und von der Krise der modernen Harmonielehre die Rede war.
Prinzessin Auguste Amalia Ludovika von Bayern, ab 1806 Auguste de Beauharnais (* 21. Juni 1788 in Straßburg; † 13. Mai 1851 in München) war durch Heirat Vizekönigin von Italien, ab 1817 Herzogin von Leuchtenberg und Fürstin zu Eichstätt.
Prinzessin Auguste wurde als älteste Tochter des späteren Königs Maximilian I. Joseph von Bayern (1756–1825) und dessen erster Gattin Prinzessin Auguste Wilhelmine von Hessen-Darmstadt (1765–1796), einer Tochter des Prinzen Georg Wilhelm von Hessen-Darmstadt und dessen Gattin Prinzessin Maria Luise Albertine zu Leiningen-Dagsburg-Falkenburg, geboren. Sie wuchs in der Zeit der Koalitionskriege auf. Auguste war bereits mit Karl Ludwig Friedrich, dem Erbgroßherzog von Baden verlobt, doch da Kaiser Napoleon Bonaparte bereit war, ihren Vater zum König zu erheben, forderte er sie im Gegenzug als Braut für seinen Stiefsohn Eugène de Beauharnais, den Vizekönig von Italien. Prinzessin Auguste heiratete am 14. Januar 1806 in München den italienischen Vizekönig Eugène de Beauharnais (1781–1824)
Mit der Geburt von Napoléon II. am 20. März 1811 war ihr Mann nicht mehr der Erbe der französischen Kaiserkrone, er hielt jedoch weiter zu seinem Adoptivvater. Erst nach der Niederlage Napoleons legte Eugène am 17. April 1814 die Waffen nieder und verließ angesichts zunehmender antifranzösischer Stimmung sein Königreich Italien. Eugène und Auguste trafen mit Familie am 4. Mai 1814 am bayerischen Königshof in München ein.Carl Anton Joseph Rottmann (* 11. Januar 1797 in Handschuhsheim; † 7. Juli 1850 in München) war ein deutscher Landschaftsmaler und berühmtester Vertreter der Malerfamilie Rottmann (etwa zwischen 1770 und 1880).
Rottmann gehörte dem Künstlerkreis um den bayerischen König Ludwig I. an und wurde von ihm exklusiv mit der Erstellung großformatiger Landschaftsgemälde beauftragt. Er ist für mythisch-heroisierende Landschaftsmalerei bekannt. Der Griechenlandzyklus gilt als sein Hauptwerk.
1821 zog er nach München, wo seine zweite Periode begann. 1824 heiratete er Friedericke Sckell, die Tochter seines Onkels Friedrich Ludwig von Sckell, welcher dort als Hofgartenintendant diente. Dies eröffnete ihm die Bekanntschaft mit König Ludwig I., der ihm 1826/1827 eine Italienreise ermöglichte, um sein Motivrepertoire, das bis dahin aus einheimischen Landschaften bestanden hatte, zu erweitern. Nach der Rückkehr erhielt er vom König den Auftrag zu einem Zyklus monumentaler italienischer Landschaften in den Arkaden des Münchner Hofgartens.
1834 erhielt Rottmann vom König den Auftrag zu einem zweiten, nun den Landschaften Griechenlands gewidmeten Zyklus, welchen man als seine dritte Periode bezeichnen kann. Ursprünglich ebenfalls für die Hofgartenarkaden vorgesehen, kamen die 23 großen Landschaftsbilder schließlich in der neu erbauten Neuen Pinakothek zur Aufstellung, wo ihnen ein eigener Saal zugewiesen wurde. 1841 wurde er vom König zum Hofmaler ernannt.
Franz Xaver Gabelsberger (* 9. Februar 1789 in München; † 4. Januar 1849 ebenda) war ein deutscher Stenograf. Mit der Gabelsberger-Kurzschrift war er der Erfinder eines kursiven (grafischen) Kurzschriftsystems und damit eines Vorläufers der heute gebräuchlichen Deutschen Einheitskurzschrift (DEK).
Seine Kurzschrift war das mit Abstand erfolgreichste Stenografiesystem in Deutschland und Österreich und wurde auf zahlreiche fremde Sprachen übertragen. Die Zahl der systemkundigen Stenografen wurde um die Jahrhundertwende auf etwa vier Millionen Bürger geschätzt. Die Anwender waren überwiegend männlich und gehörten zumeist der Mittel- oder Oberschicht an, dem Prinzip Gabelsbergers folgend, dass die Kurzschrift Schrift aller Gebildeten sein solle. Auch heute noch tauchen häufig Manuskripte von Wissenschaftlern aus der damaligen Zeit auf, die in Gabelsbergerscher Kurzschrift aufgezeichnet wurden und zum Teil noch ihrer Übertragung harren. Der Einsatz der Stenografie im Bürobereich erfolgte erst später.
Carl August von Steinheil (* 12. Oktober 1801 in Rappoltsweiler, Elsass; † 12. September 1870 in München) war ein deutscher Physiker, Astronom, Optiker und Unternehmer.
1855 kam Steinheil einem persönlichen Wunsch des bayrischen Königs Maximilian II. nach und gründete eine optische Werkstätte in Schwabing[8], die spätere Optisch-astronomische Anstalt C. A. Steinheil & Söhne. Er wurde dabei von seinem Sohn Hugo Adolph Steinheil unterstützt. 1860 trat auch sein zweiter Sohn Eduard Steinheil in die Firma ein. Die Firma wurde ab 1862 von Hugo Adolph Steinheil weitergeführt. Der Betrieb war zeitweise im Schloss Suresnes beheimatet.
Aus dem Unternehmen gingen ausgezeichnete Teleskope, Spektroskope und ein erstes Fotometer hervor, das zur Helligkeitsmessung von Sternen taugte. Das Interesse an der Fotometrie verband C.A. Steinheil mit Ludwig Seidel, der auch nach dem Tode des Gründers als wissenschaftlicher Berater des Unternehmens fungierte.
Er wurde 1835 zum außerordentlichen, 1837 zum ordentlichen Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften gewählt.
Johann Baptist Stiglmaier (* 18. Oktober 1791 in Fürstenfeldbruck; † 2. März 1844 in München) war ein bedeutender Erzgießer des 19. Jahrhunderts. Zugleich war er Bildhauer, Zeichner und Medailleur. Als Direktor der Königlichen Erzgießerei in München belebte er die seit der Antike beinahe vergessene Kunst des monumentalen Erzgusses. Durch die Aufnahme von Praktikanten aus ganz Europa wurde er zum führenden Multiplikator dieser wiederentdeckten Technik.
1826 lieferte Stiglmaier mit der Schale zur Bekrönung der 30 Meter hohen Konstitutionssäule im Park von Schloss Gaibach seinen ersten auf Anhieb gut gelungenen Guss in Großformat.
1828 wurde das große Gießhaus für das Denkmal von König Max Joseph I. errichtet. In dieser Zeit erprobte sich Stiglmaier an einem weiteren technisch anspruchsvollen Projekt: dem 29 Meter hohen Denkmal für die gefallenen 30.000 Bayern des Russlandfeldzugs Napoleons. Der Obelisk wurde in 15 Einzelteilen gefertigt und fand erst 1833 seinen Abschluss mit dem Guss der Sockelzone. Die endgültige Etablierung der Erzgießerei erfolgte durch den erfolgreichen Abschluss des Denkmals für König Max Joseph I. im Jahre 1835.
Fünf Jahre, von 1828 bis 1833, dauerten die Arbeiten für den Obelisken am Karolinenplatz nach dem Entwurf Leo von Klenzes. 1836 begannen die Vorbereitungen für den Guss des Denkmals für Kurfürst Maximilian I. von Bayern, das 1839 feierlich enthüllt wurde. Gleichzeitig arbeitete Stiglmaier an den zwölf Wittelsbacher Ahnenstatuen für den Thronsaal der Münchner Residenz nach Modellen von Ludwig von Schwanthaler, die zur Hochzeit des Thronfolgers Maximilian II. Joseph mit Marie von Preußen am 12. Oktober 1842 fertiggestellt waren.
1837 unterzeichnete er zusammen mit Ferdinand von Miller, Ludwig von Schwanthaler und Leo von Klenze den Vertrag zur Erstellung der Bavaria.
Der Königsplatz ist ein Platz im Münchner Stadtteil Maxvorstadt, der zum Gesamtensemble der Brienner Straße gehört, der ersten Prachtstraße Münchens. Der Platz im Stil des europäischen Klassizismus ist ein Zentrum kulturellen Lebens und gilt als eines der Hauptwerke des ludovizianischen „Isar-Athen“.
Die Geschichte des Königsplatzes ist eng mit der der Brienner Straße verknüpft. Karl von Fischer, der im Auftrag des damaligen Kronprinzen und späteren Königs Ludwig I. zusammen mit Friedrich Ludwig Sckell den ehemaligen Fürstenweg von der Münchner Residenz zum Schloss Nymphenburg zur Pracht- und Hauptstraße Brienner Straße ausbaute, versuchte den starren Rasterplan der Maxvorstadt durch Plätze aufzubrechen, die er an Stellen, an denen quer einfallende Straßen auf den Fürstenweg zuliefen, projektierte.
Nach der Machtübernahme der NSDAP begann 1934 die Umgestaltung Münchens zur „Hauptstadt der Bewegung“. Der von den nationalsozialistischen Machthabern in Königlicher Platz umbenannte Königsplatz wurde durch Paul Ludwig Troost so umgestaltet, dass die Konzeption Karl von Fischers umgekehrt wurde. Sämtliches Grün wurde entfernt. Am östlichen Ende wurden nördlich der Brienner Straße der Führerbau und dazu symmetrisch südlich der Verwaltungsbau der NSDAP errichtet.
Erst 1987/1988 wurden die den Königsplatz bedeckenden Platten entfernt und der Originalzustand vom Beginn des 19. Jahrhunderts so weit wie möglich wiederhergestellt.
Rudi Hierl, geboren am 29.03.1921 und gestorben am 22.02.2010 in München, Schlossermeister. Rudi Hierl war von 1972 bis 2006 ehrenamtliches Mitglied des Münchner Stadtrats. Während seiner 34 Jahre als Stadtrat verstand er sich in erster Linie als Anwalt der kleinen Leute. Er war Mitbegründer der Münchner Mittelstandsunion und deren jahrzehntelanger Vorsitzender. Sozialen Zwecken gilt auch der ganze Einsatz der von ihm und seiner Ehefrau gegründetenRudi und Barbara Hierl Stiftung. Persönlich lag Rudi Hierl auch die Verbreitung der Bayern-Hymne sehr am Herzen, deren Text er bei jeder Gelegenheit auf kleinen Handzetteln verteilte.
Karl von Enhuber (* 16. Dezember 1811 in Hof; † 6. Juli 1867 in München) war ein bayerischer Maler.
Karl von Enhuber war ab 1832 Schüler der Akademie der Bildenden Künste München. Von Anfang an thematisierte er in seinen Bildern das bäuerliche Leben seiner bayerischen Heimat. Sein erstes bedeutendes Bild war der „Partenkirchener Jahrmarkt mit einem Fleckseifenhändler als Mittelpunkt der gaffenden Menge“.
Es folgten die Genrebilder, wie zum Beispiel „die unterbrochene Kartenpartie“ (gestochen von Christoph Preisel) oder „der Gerichtstag“ (gestochen von Georg Franz Jaquemot). 1860 begann er seine bedeutendste Arbeit, die Illustrationen zu Melchior Meyrs „Geschichten aus dem Ries“, 13 Blätter, die in Fotografien erschienen sind.
Enhuber verstand das Volksleben vortrefflich zu schildern und wusste seinen Bildern eine gewisse Gutmütigkeit und Harmlosigkeit zu verleihen, die oft in schalkhaften Humor übergeht. Er führte sorgsam, aber nie peinlich aus, und seine Farbe hatte Klarheit, wenn sie auch der Kraft entbehrte.
Therese Charlotte Luise Friederike Amalie von Sachsen-Hildburghausen (auch Therese von Bayern; * 8. Juli 1792 in Seidingstadt; † 26. Oktober 1854 in München) war eine Prinzessin von Sachsen-Hildburghausen und durch ihre Heirat mit Ludwig I. seit 1825 Königin von Bayern.
Therese, evangelisch aufgewachsen in der „großzügigen, europäisch orientierten Gesellschaft des alten Reiches“,[1] heiratete, beinahe Gemahlin Napoleons, 1810 den bayerischen Kronprinzen Ludwig. Trotz der Repressalien gegen die evangelische Kirche während des Ultramontanismus in ihrer neuen Heimat blieb sie bis zu ihrem Lebensende ihrer Konfession treu.
Aus Anlass ihrer Hochzeit begeht man bis heute das Oktoberfest auf der Theresienwiese. Die politisch kluge Therese war ihrem Mann und auch ihrem Lieblingssohn Otto, König von Griechenland eine wichtige Ratgeberin. Idealisiert zur mustergültigen, fügsamen Gattin und guten Mutter sowie zur tugendhaften Königin, die sich der Wohlfahrt widmete, war Therese bei der bayerischen Bevölkerung äußerst beliebt.
Josef Anton Heinrich Ruederer (* 15. Oktober 1861 in München; † 20. Oktober 1915 ebenda) war ein deutscher Schriftsteller.
Ruederers Vater besaß in München ein Bankgeschäft, war Mitbegründer und Großaktionär der Löwenbrauerei sowie portugiesischer Generalkonsul und gehörte somit also zu dem Großbürgertum der Stadt. Seine Mutter stammte aus einer reichen Bierbrauerfamilie. Josef Ruederer machte nach seiner Gymnasialzeit ein Bankvolontariat, anschließend studierte er in Berlin Geschichte und promovierte zum Dr. phil. 1888. Auf Grund einer gescheiterten Patentsache verlor er einen Großteil seines Vermögens und zog nach Farchant bei Garmisch. Er wandte sich der Schriftstellerei zu und kehrte nach München zurück. Er gehörte zum Umfeld der Münchner Sezession und hatte Kontakte zur Zeitschrift Die Gesellschaft. 1901 war er Mitgründer des Kabaretts Die Elf Scharfrichter und veröffentlichte im Simplicissimus und in der Zeitschrift Die Jugend erste Aufsätze.<7P>
In den Romanen und Komödien vor dem Ersten Weltkrieg prangerte er den sittlichen Verfall in der Stadt, die Korruption, Heuchelei, das „Schnackerlhafte“ der Oberbayern an. Er ging somit auf Konfrontation mit Ludwig Thoma, der ihn als „allem Ländlichen fernstehenden Städter“ beschrieb, der schon die einfachsten Dinge falsch und unvollkommen wiedergibt.
Im Weltkrieg stand Ruederer der deutschen Sache kritisch gegenüber und begann ein mehrbändiges Romanwerk, dessen ersten Teil er 1915 kurz vor seinem Tod fertigstellte. Er wurde 1916 als Das Erwachen veröffentlicht, 1962 nochmal als Weißblaue Achtundvierziger. In diesem Roman schildert er die Entwicklung Münchens zur Zeit König Ludwig I.
Carl Georg Steinicke (* 7. August 1877 in Berlin; † 5. März 1939 in München), genannt „Papa Steinicke“, war Buchhändler und Antiquar in München.
Steinicke gründete 1903 in München in der Lindwurmstraße 5a eine Buchhandlung mit Antiquariat. 1914 eröffnete Steinicke in der Adalbertstr. 15 (Maxvorstadt) hinter seiner Buchhandlung eine Kleinkunstbühne für Schauspielaufführungen und Vortragsabende. Der Steinickesaal entwickelte sich schnell zu einem Diskussionsforum für Intellektuelle, Schriftsteller und Philosophen.
Max Weber hielt mindestens zwei Vorträge im Kunstsaal der Buchhandlung Steinicke. Am 7. November 1917 hielt er im Rahmen der Vortragsreihe „Geistige Arbeit als Beruf“ einen Vortrag zum Thema „Wissenschaft als Beruf“. Am 28. Januar 1919 fand im Rahmen der gleichen Vortragsreihe der Vortrag „Politik als Beruf“ statt.[3] Veranstaltet wurde die Vortragsreihe vom „Freistudentischen Bund. Landesverband Bayern“.
1932 wandelte Steinicke seine Buchhandlung in einen Dichter- und Künstlerklub um. Hier trafen sich in Zeiten des Dritten Reiches abends Gegner des Nationalsozialismus aus verschiedenen politischen Parteien: Sozialdemokraten, Kommunisten, Zentrumsleute und Angehörige der Bayerischen Volkspartei.
Steinicke war Münchner Stadtrat. Er förderte das Kunstleben in München und war Mitgründer des Bayerischen Volkshochschulverbands.Hans Ferdinand Maßmann (* 15. August 1797 in Berlin; † 3. August 1874 in Muskau in der Oberlausitz) war ein mediävistischer Philologe, der in München einen der ersten Lehrstühle für Germanistik innehatte. Auch als Aktivist der Turnbewegung und Dichter wurde Maßmann bekannt.
Als Hochschullehrer veröffentlichte Maßmann zahlreiche Bücher und Editionen insbesondere zur Literatur- und Kulturgeschichte, die in stilistisch-wissenschaftlicher Hinsicht bereits von den Zeitgenossen bemängelt wurden. Seine Schriften tragen häufig den Charakter ausgedehnter und daher teilweise heute noch wertvoller Stoffsammlungen. Dies gilt etwa für seine Darstellung des mittelalterlichen Schachspiels.
Maßmann stellte für Heinrich Heine den Prototyp eines germanenbegeisterten Turners dar. In dem Gedicht Verkehrte Welt, das unmögliche Dinge aufzählen soll, verspottete ihn der Dichter mit den Zeilen „Der Maßmann hat sich jüngst gekämmt, wie deutsche Blätter melden“.Sandstraße: Nach den früheren Sandgruben im dortigen Gelände, aus denen das Baugewerbe einst Kies und Sand bezog. An der jetzigen Sandstraße stand 1311 neben einer großen Grube das „Sandhäusl", das der Münchner Maler August Seid! in einem Aquarell festgehalten hat. *1811
1965 - Baureferat
Max Mannheimer (geboren am 6. Februar 1920 in Neutitschein, Nordmähren, Tschechoslowakei; gestorben am 23. September 2016 in München) war ein Überlebender der Schoah. Seit 1990 war er der Präsident der Lagergemeinschaft Dachau und seit 1995 Vizepräsident des Internationalen Dachau-Komitees. Er arbeitete als Kaufmann und war als Schriftsteller und Maler tätig.
Im Januar 1956 wirkte Mannheimer an einem Projekt der Wiener Library in London mit und berichtete von seinem Erleben im Nationalsozialismus. Transkripte des Interviews sind in der Bibliothek in London, in Yad Vashem in Jerusalem und im Archiv der Gedenkstätte KZ Dachau abgelegt. 1976 gelangten die Aufzeichnungen von 1964 in das Archiv in Dachau, wo sie im Frühjahr 1985 gefunden wurden, als die erste Ausgabe der Dachauer Hefte vorbereitet wurde. Die damalige Leiterin der Gedenkstätte Barbara Distel und der Historiker Wolfgang Benz, damals am Münchner Institut für Zeitgeschichte tätig, suchten Mannheimer auf und baten ihn, den Text für die erste Ausgabe der wissenschaftlichen Zeitschrift freizugeben. Mit der Veröffentlichung 1985[20] (2000 vollständig unter dem Titel Spätes Tagebuch erschienen) wurde Mannheimer als Zeitzeuge bedeutend. Er setzte sich für Demokratie und gegen Rechtsextremismus ein.
1986 lud der evangelische Pfarrer Waldemar Pisarski Mannheimer ein, in der Versöhnungskirche Dachau aus seinem Leben zu berichten. Das war der Beginn der Vortragstätigkeit Mannheimers über seine Erfahrungen im KZ, mit denen er Jugendliche wie Erwachsene (z. B. in Schulen und bei der Bundeswehr) über die Schrecken des Dritten Reiches und der Konzentrationslager aufklären und eine Wiederholung verhindern wollte.[21] Mannheimer über seine Vorträge: „Ich komme als Zeuge jener Zeit in die Schulen, nicht als Richter oder Ankläger.“
Karl Theodor Maximilian August Prinz von Bayern (* 7. Juli 1795 in Mannheim; † 16. August 1875 in Tegernsee) war Generalfeldmarschall und Reichsrat der Krone Bayerns. Er war Oberbefehlshaber der bayerischen Armee und der übrigen süddeutschen Bundeskontingente (sogenannte Westdeutsche Armee) im (Preußisch-)Deutschen Krieg von 1866.
Bekannt wurde Prinz Karl v. a. während des Deutschen Krieges von 1866 als Oberbefehlshaber der bayerischen Armee und der übrigen süddeutschen Bundeskontingente (sogenannte Westdeutsche Armee) im Krieg gegen Preußen. Am 21. Mai 1866 übernahm der Prinz das Kommando über die westdeutsche Bundesarmee, zum Generalstabschef wurde General von der Tann ernannt. Nach dem Pyrrhussieg der Hannoveraner bei Langensalza am 27. Juni wurde noch die Verbindung mit diesen angestrebt, am Folgetag traf jedoch die Meldung von der Kapitulation Georg V. ein. Die Bayern suchten nun Anschluss an das VIII. Bundescorps unter Prinz Alexander von Hessen zu gewinnen. Am 3. Juli wurde die Niederlage der Österreicher bei Königgrätz bekannt, das VIII. Bundescorps sah daher in Deckung der Mainlinie bei Frankfurt seine Hauptaufgabe. Die preußische Mainarmee unter dem Kommando des Generals Vogel von Falckenstein rückte mit etwa 54.000 Mann gegen das Saaletal vor.
Der Name von Prinz Karl lebt im Prinz-Carl-Palais fort, das am Beginn der Münchner Prinzregentenstraße gelegen ist.
Bernd Eichinger (* 11. April 1949 in Neuburg an der Donau; † 24. Januar 2011 in Los Angeles,[1] Kalifornien) war ein deutscher Filmproduzent, Drehbuchautor und Filmregisseur.
Als Produzent der Filme Wir Kinder vom Bahnhof Zoo (1981), Die unendliche Geschichte (1984), Der Name der Rose (1986), Der bewegte Mann (1994), Der Schuh des Manitu (2001, Koproduzent), Nirgendwo in Afrika (2001, Koproduzent), Resident Evil (2002, Koproduzent), Der Untergang (2004, auch Drehbuch), Das Parfum (2006, auch Drehbuch) und Der Baader Meinhof Komplex (2008, auch Drehbuch) gehörte er zu den bedeutendsten Deutschen auf diesem Gebiet.
ernd Eichinger war nicht nur als Produzent, sondern in den letzten Jahren vermehrt auch als Drehbuchautor tätig. 2003 schrieb er das Drehbuch zum Film Der Untergang, den er 2004 mit Oliver Hirschbiegel als Regisseur produzierte. Der Untergang wurde 2005 für den Oscar in der Kategorie Bester fremdsprachiger Film nominiert. 2006 folgte Das Parfum – Die Geschichte eines Mörders, zu dem Eichinger gemeinsam mit Andrew Birkin und dem Regisseur des Films Tom Tykwer das Drehbuch verfasste. 2007 schrieb Eichinger das Drehbuch zu Der Baader Meinhof Komplex, das er noch im selben Jahr mit Uli Edel als Regisseur verfilmte. Der Film kam 2008 in die deutschen Kinos und wurde 2009 für den Oscar, den Golden Globe Award sowie den British Academy Film Award in der Kategorie „Bester fremdsprachiger Film“ nominiert. Noch im selben Jahr drehten Eichinger und Edel ihren vierten gemeinsamen Film: Zeiten ändern dich, mit und über den deutschen Rap-Star Bushido.