Beschreibung des Brandes im königlich-baierischen großen Hof- und Nationaltheater
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in der Mitte der Seinen darin zu erblicken. Desto größerer im ersten Augenblicke und schmerz- hafterer in der Folge fällt uns also der Verlust dieses kostbaren Monumentes. So wie unsere Herzen wurden alle Zungen davon in Bewegung gesetzt, und die Vermuthungen über die Entstehung dieses unglücklichen Ereignisses, so wie die Meynungen über die Mittel, welche man vor und nach hätte anwenden sollen, kreuzen sich in das Un- endliche. Bey einem großen Unglücke kann nichts tröstlicher, und zugleich unterrichtender seyn, als die allgemeine Theilnahme; und wie auch die Stimmen und Meynungen denkender Menschen darüber ausfallen mögen, man muß Achtung da- für haben, weil sie ganz gewiß nichts Anderes zum Zwecke haben wollen, als die Wahrheit zu erforschen, und das Bessere zu erzielen. Jetzt aber, da wir alle zu einer ruhigeren Besinnung zurückgekehrt sind, ist es die Pflicht derjenigen, welche mit den Einzelheiten der alles entscheiden- den Lokalitäten genauer bekannt sind, wahr und aufrichtig mit ihren Mitbürgern zu reden, indem während der großen Gefahr nicht alle an allen Orten Theil nehmen, und also Ursachen und Folgen nicht immer mit Zuverlässigkeit vor Augen haben konnten. — Ich halte es also für meine Pflicht, zur Aufklärung des Publikums, und zur Ehre der Wahrheit mit Wenigem zu sagen, was mir theils als beständigen Augenzeugen des Brandes bekannt, theils durch den Augenschein, und durch verläßige Männer davon kund geworden ist, ohne dadurch den offiziellen Vorschritten, welche zur Herstellung des Thatbestandes eingeleitet worden sind, nur im mindesten vorgreifen zu wollen.