Zum Inhalt springen
Menü

Alte Bücher

Zum Inhaltsverzeichnis des Buches

1 Seite 4 / 32 32

Beschreibung des Brandes im königlich-baierischen großen Hof- und Nationaltheater

1

fortwährenden Erwärmungs-Anstalten ganz ausgetrocknet worden sind. — Brannten diese, so mußte bey dem unvermeidlichen Luftzuge im Hause, bey dem Gebläse aus den offenen Logen- und Parterre-Thüren, und bey der glühenden Luftströmung, die das Feuer selbst bewirkt, das Dach des Bühnen-Gebäudes, und nach diesem das Dach des Logen-Gebäudes unrettbar in Brand geraten.

— Durch den dumpfen Lärmen, den das Ausbrechen der Flamme auf dem Theater veranlaßt hatte, vermuthete das Publikum bald die Gefahr, worin es sich befand; weil aber des Prinzen Karl Königl. Hoheit zunächst an der Bühne noch immer mit ruhiger und besonnener Fassung aushielten, so stürzten die Zuseher keineswegs in der Betäubung des ersten Schreckens hinaus, als wodurch auf den Stiegen und an den Thüren ein lebensgefährliches Gedränge entstanden seyn würde. Man wollte vielmehr noch die Wirkung der Wasser-Reserve abwarten, welche nach dem Plane des Ritters Herrn von Reichenbach durch den Hofbrunnenmeister Mayer auf dem obersten Kehlgebälke mit soviel Einsicht vorgerichtet worden war, um im Falle der Gefahr die ganze Bühne auf das schnellste unter Wasser setzen zu können. Als man aber vergebens auf diese Hülfe gewartet hatte, ent- fernte sich das Publikum nach und nach durch die weislich angebrachten vielen Thüren, ohne störendes Gedränge, mit derjenigen Fassung, wo- mit sich die hiesigen Einwohner schon bey mehreren großen Gefahren, sowohl bey schweren Natur-Ereignissen, als bey Kriegsdrangsalen ausgezeichnet haben. — Von dem Gefühle beseelt, in dem Augenblicke das Rechte zu thun, vereinigten sich von Seite der Königl. Hoftheater-Inten-