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Münchner Personenverzeichnis

Prof. Hans Maier

Geboren 18. 6. 1931 [Freiburg im Breisgau]
Gestorben 8. 6. 2026 [München]
Beruf: Politikwissenschaftler, Publizist, Politiker, Staatsminister für Unterricht und Kultus
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Hans Maier (1931–2026) zählt zu den prägendsten Gestalten der deutschen Wissenschaftslandschaft, Publizistik und Landespolitik der Nachkriegszeit. Aufgewachsen in Freiburg im Breisgau, widmete er sich dem Studium der Geschichte, Germanistik, Romanistik und Philosophie. Nach seiner Promotion im Jahr 1957 folgte bereits fünf Jahre später der Ruf als ordentlicher Professor für Politische Wissenschaft an die Ludwig-Maximilians-Universität München. Dort erlangte er durch seine wegweisende Forschung zum Totalitarismus und den sogenannten „Politischen Religionen“ internationale Anerkennung. Von 1988 bis zu seiner Emeritierung 1999 hatte er den renommierten Romano-Guardini-Lehrstuhl inne.

Sein akademisches Fundament übertrug Maier erfolgreich in die aktive Politik. Als bayerischer Staatsminister für Unterricht und Kultus lenkte er von 1970 bis 1986 sechzehn Jahre lang das Bildungswesen des Freistaats. Erst im Laufe dieser Amtszeit, 1977, trat er offiziell der Christlich-Sozialen Union (CSU) bei und vertrat diese von 1978 bis 1987 im Bayerischen Landtag. Seine Ministerkarriere endete durch einen konsequenten Rücktritt, nachdem Ministerpräsident Franz Josef Strauß das Kultusressort aufspaltete – ein Schritt, den Maier aus fachlichen Gründen ablehnte.

Als engagierter, tief im Glauben verwurzelter Katholik übernahm Maier auch kirchenpolitische Verantwortung. Zwischen 1976 und 1988 stand er dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) als Präsident vor. Trotz seiner konservativen Grundhaltung zeigte er stets intellektuelle Unabhängigkeit und scheute den Konflikt mit der Hierarchie nicht. So kritisierte er den papsttreuen Ausstieg der deutschen Bischöfe aus der staatlichen Schwangerenkonfliktberatung scharf und engagierte sich fortan maßgeblich im Verein Donum Vitae, um eine christlich geprägte Beratung aufrechtzuerhalten.

Der sechsfache Familienvater war zudem ein leidenschaftlicher Organist und Musikliebhaber. Für sein facettenreiches Lebenswerk an der Schnittstelle von Glaube, Wissenschaft und Politik erhielt er höchste Auszeichnungen, darunter das Große Verdienstkreuz mit Stern und Schulterband. Hans Maier verstarb im Juni 2026 im Alter von 94 Jahren in München.

Grabstätte

Grabstätte – Hans Maier Friedhof am Perlacher Forst
Sektion: 073 – Reihe: H – Nummer: 076
* 18.6.1931 (Freiburg im Breisgau)
† 8.6.2026 (München)

Literatur zu Hans Maier