Residenzstraße

Die Residenz in der Münchner Innenstadt war das Münchner Stadtschloss und die Residenz der bayerischen Herzöge, Kurfürsten und Könige. Der weitläufige Palast ist das größte Innenstadtschloss Deutschlands und heute eines der bedeutendsten Raumkunstmuseen Europas.

Der Gebäudekomplex umfasst zehn Höfe und gliedert sich in die drei Hauptkomplexe Königsbau (zum Max-Joseph-Platz hin), Maximilianische Residenz (auch Alte Residenz, Fassade zur Residenzstraße hin und ein Großteil der inneren Trakte) und Festsaalbau (zum Hofgarten hin). Das Residenzmuseum besteht aus 130 Schauräumen.[1] Stilistisch ist die über Jahrhunderte gewachsene Residenz eine Mischung aus Renaissance, Barock, Rokoko und Klassizismus. Vor dem Eingang zum Kaiserhof und dem Durchgang zum Brunnenhof stehen je zwei große bronzene Löwen für die vier Kardinalstugenden, Klugheit, Stärke, Gerechtigkeit und Mäßigkeit, die ein würdiger Herrscher mit sich bringen sollte. Jeder Löwe hält ein Schild, auf dem die jeweilige Tugend symbolhaft abgebildet ist und das an der unteren Spitze jeweils in einem kleinen Löwenkopf endet. (Die Berührung der Schnauze dieser kleinen Löwenköpfe soll Glück bringen.

Der Ort der Residenz war schon vor Jahrtausenden von Menschen belebt. Erst 2014 fanden Archäologen direkt unterhalb des Apothekenhofes der Residenz ein fast unversehrtes, spätbronzezeitliches Grab.

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  Residenz

Bildrechte: Michael Wening creator QS:P170,Q1251855, Wening Residenz München, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons
Straßenname Residenzstraße
Benennung vor 1683 Erstnennung
Plz 80333
Stadtbezirk 1. Altstadt-Lehel | Graggenau
RubrikBauwerke
Suchen Residenz
Lat/Lng 48.14075 11.57745   
Straßenlänge 480 m
1879 Fernberg

Residenzstraße. Straße zur jetzigen Königsresidenz. Die erste Residenz der bayerischen Fürsten in München ist der sogenannte alte Hof, von Herzog Ludwig dem Strengen 1253 erbaut und von Kaiser Ludwig erweitert. Herzog Albert IV. (1485-1508) verlegte seine Residenz weiter nördlich und erbaute auf dem Platze, den die jetzige Residenz gegen den Marstallplatz hin einnimmt, eine zweite Residenz, die "neue Feste"; in der Gegend des jetzigen Marstallplatzes befand sich der dazu gehörige Hofgarten, den besonders der kunstsinnige Albert V. prachtvoll herrichten ließ. Auch ging die Hirschau (jetzt zum englischen Garten umgewandelt) damals bis zur neuen Feste heran. --- Eine dritte Residenz baute Herzog Wilhelm V. 1579 (die heutige Maxburg). Erst Kurfürst Maxiilian I. baute an Stelle der "neuen Feste", die er demoliren ließ (sie hatte schon vorher durch Brand stark gelitten), den älteren Theil der jetzigen Residenz; es ist das jenes Bauwerk, das im Jahre 1619 vollendet, dem Schwedenkönige Gustav Adolf bei seinem 13 Jahre später erfolgten Einzuge in München so gut gefiel, daß er "es gerne auf Walzen nach Stockholm hätte bringen lassen mögen." König Ludwig I, endlich fügte im Süden den Königsbau und im Norden den Saalbau hinzu, wodurch die königliche Residenz ihren jetzigen ungeheueren Umfang und zugleich ihre schönste Zierde erhielt. 

1880 Adressbuch
An dem Nordrande der äußeren Stadt taucht seit dem 14. Jahrhundert eine Oertlichkeit auf „der Burgstall“ genannt, welcher den HerzogenVeranlassung gab, als die „alte Burg“ oder „Ludwigsburg“ nicht mehr genügte sich hier eine „neue Veste“ zu bauen. Diese, 1384 entstanden, bildete die Grundlage der 1469 begonnenen und im Wesentlichen 1476 vollendeten Veste Albert IV., welche gewöhnlich „Albertinische Burg“ hieß und 1508 ihren völligen Abschluß erhielt, drei Jahre später als München zur Landeshauptstadt erklärt worden war. An die neue Veste reihten sich dann die Bauten der heutigen „älteren“ Residenz unter Herzog und Kurfürst Max I. von 1598 bis 1601 und von 1612-19. Nun erhielt auch bald die frühere „vordere Schwabingergasse“, dann „Residenz-Schwabingergasse“ ihre gegenwärtige Benennung. – Die jetzige Feldherrnhalle erhebt sich rückwärts des ehemaligen „neuen“ Schwabingerthores, das 1318 oder 19 schon vollendet, ursprünglich „Unseres Herrn Thor“ hieß und 1493 der damaligen Unruhen wegen durch Herzog Albert IV., der es für gefähredet hielt, mit Bollwerken versehen wurde. Bei dieser Gelegenheit ließ der Fürst die Kapelle „Unseres Herrn“, welche links vor dem Thore stand, demolieren und dafür die Salvatorkirche erbauen (s. Salvatorstraße). Das Thor schloß die convergirende Verlängerung der beiden älteren nördlichen Stadtthore (hinteres und vorderes Schwabingerthor – s. Schäffler- und Dienerstraße) zugleich ab, d. h. es stand dort, wo die vordere und hinters Schwabingergasse (s. Theatinerstraße) zusammentrafen, mitten zwischen dem Festsaalbau der residenz und dem Geaf-Arcohause. Es mußte 1816-17 der Stadterweiterung weichen; zwei Jahrzehnte später verschwanden dann auch das rückwärtige Wachgebäude und das anstoßende Wirthshaus „zum Bauerngirgel“.
1894 Rambaldi
532. Residenzstraße.Beginnt an der Dienerstraße nächst dem »englischen Hofe«, wird von der Perusastraße geschnitten und endet gegenüber der Felherrnhalle mit der K. Residenz. An dem Nordrand der äußeren Stadt taucht seit dem 14. Jahrhundert eine Ortlichkeit auf, »der Burgstall« genannt, welcher dem Herzogen Veranlassung gab, als die ,,alte Burg« oder »Ludwigsburg« nicht mehr genügte, sich hier eine ,,neue Veste« zu bauen. Diese, 1384 entstanden, bildete die Grundlage der 1469 begonnenen und in wesentlichen 1476 vollendeten Veste Albrechts IV., welche gewöhnlich »Albertinische Burg« hieß und 1508 ihren völligen Abschluß erhielt, drei Jahre später, als München zur Landeshauptstadt erklärt worden war. An die neue Veste reihten sich dann die Bauten der heutigen ,,älteren Residenz« unter Herzog und Kurfürst Max I. von 1598 bis 1601 und von 1612—1619 nach Peter Candid’s Plänen. Nun erhielt auch bald die frühere »vordere Schwabingergasse«, dann ,,Residenz- Schwabingergasse« ihre gegenwärtige Benennung. Die im Jahre 1619 vollendete Residenz ist jenes Bauwerk, das dem Schwedenkönig Gustav Adolf bei seinem 13 Jahre später erfolgten Einzuge in München so gut gefiel, daß er es gern auf Walzen nach Stockholm hätte bringen lassen mögen. König Ludwig l. endlich fügte im Süden dem Königsbau und im Norden den Saalbau hinzu, wodurch die k. Residenz ihren jetzigen ungeheuren Umfang und zugleich ihre schönste Zierde erhielt. Außer der Residenz sind zu bemerken das k· Postgebäude, dessen bereits am Max Josef-Platz erwähnt wurde, ferner das Haus Nr. 4, welches früher zum »Falkelleck« hieß, desgleichen das Haus Nr. 5, welches einst dem berühmten bayerischen Geschichtsforscher und Hofratspräsidenten Wiguläus Hund gehörte und unter dem Namen »Stiefel-Eck« bekannt war, die Gebäude Nr. 11 und 12, an deren Stelle sich das von der Münchener Patrizierfamiliee der Pütrich und 1284 gestiftete Nonnenkloster zu St. Christoph mit seiner Kirche befand (s. Pütrichstraße), das Bankgebäude, Haus Nr. 27, früher gräflich Rechberg’sches, dann Preysingsches Palais (s. Preysingstraße), die Feldherrnhalle 1840-1844 von Fr. v. Gärtner, nach dem Vorbild der Loggia die Lanzi in Florenz erbaut. Die Standbilder Tillys und Wredes snd nach Schwanthalers Model von Ferd. o. Miller in Erz gegossen das in der Mitte befindliche bayerische Armeedenkmal, welches auf Kosten des Prinzregenten Luitpold errichtet und am 12. März 1892 enthüllt wurde, ist von Ferd. v. Miller entworfen und gegossen. Die Feldherrnhalle erhebt sich rückwärts des ehemaligen ,,neuen Schwabingerthores«, das 1318 oder 1319 schon vollendet, ursprünglich ,,Unsers Herrn Thor« hieß und 1493 der damaligen Unruhen wegen durch Herzog Albrecht IV. der es für gefährdet hielt, mit Bolllverken versehen wurde. Bei dieser Gelegenheit ließ der Fürst die Kapelle ,,Unsers Herrn«, welche links vor dem Thore stand *), demolieren und dafür die Salvatorkirche erbauen (s. Salvatorstraße). Das Thor schloß die konvergierende Verlängerung der beiden älteren nördlichen Stadthore (hinteres und vorderes Schwabingerthor — s. Schäffler- und Dienerstraße) zugleich ab, d. h. es stand dort, wo die vordere und hintere Schwabingergasse (s. Theatinerstraße) zusammentrafen, mithin zwischen dem Festsaalball der Residenz und dem Graf-Arko-Hause· Es mußte 1816-1817 der Stadterweiterung weichen; zwei Jahrzehnte später verschwanden dann auch das rückwärtige Wachgebäude und das anstoßende Wirtshaus »zum Bauerngirgel«, das sich gegenwärtig in erneuter Auflage als Haus Nr. 20, aber an einer anderen Stelle befindet. Nicht zu vergessen ist, daß sich am Hause Nr. 8 ein Wahrzeichen befindet. Man findet über einem Dachfenster dieses Hauses eine Elster. Die Bedeutung hievon ist, daß hier eine Dienstmagd lebte, welche in Verdacht kam, sie habe Geschmeide entwendet. Sie wurde dann verurteilt und mußte den Tod erleiden, weil alles gegen sie sprach. Später zeigte sich, daß eine Elster das Gold entführt und im Gebälke des Daches eines Nachbarhauses verborgen habe. Da ward freilich großes Bedauern wach, aber die Maid blieb tot, und zum Andenken ließ man den Vogel im Konterfei auf die Dachspitze über dem Stüblein derselben setzen.

*) Über die Entstehung dieser Kapelle, an deren Stelle die sogenannte »Hostiensäule,« ein Münchner Wahrzeichen, gesetzt wurde, das später auf dem Frauenfriedhof und auf den alten südlichen Friedhof versetzt wurde, von wo es in das Nationalmuseum kam. erzählt uns Frz. Trautmann ausführlich in seinen ,,Alt-Münchner Wahrzeichen« S. 68.
1965 Baureferat
Residenzstraße: Die Münchner Residenz, Fürstensitz der Wittelsbacher, hervorgegangen aus der im 14. Jhdt. errichteten Neufeste; sie besteht aus 3 Hauptgebäuden: Alte Residenz (1600-1619 unter Herzog Maximilian I.), Königsbau (1826-1835 unter König Ludwig I.) und Festsaalbau (1832-1842 ebenfalls unter Ludwig I.); das Antiquarium (1569-1571) ist der älteste, noch erhaltene Bau. ‘um 1619

Straßenbenennungen

Straße Von Grund Bis Grund
Bei den Barfüssern 1370 Erstnennung Kein Grund angegeben
Residenzstraße 1683 Erstnennung
Straße Name Architekt Baustil Jahr
Residenzstraße Feldherrnhalle Miller d. J. Ferdinand von, Rümann Wilhelm von, Gärtner Friedrich von, Schwanthaler Ludwig Klassizismus 1844
Residenzstraße Püttrichkloster 0
Residenzstraße 1 Residenz 0
Residenzstraße 2 Hauptpost Klenze Leo von Klassizismus 1838
Residenzstraße 3 Wohn- und Geschäftshaus Falkeneck Drollinger Eugen Neurokoko 1904
Residenzstraße 10 Zechbauerhaus Heilmann und Littmann 1911
Residenzstraße 13 Eilles-Haus 0
Residenzstraße 16 Geschäftshaus Kil Franz Neurenaissance 1870
Residenzstraße 17 Ehem. Bürgerhaus Steinmetz Max, Strulberger Franz Neurokoko 1869
Residenzstraße 19 Bauerngirgl Seidl Gabriel von 0
Residenzstraße 24 Geschäfts- und Wohnhaus Heilmann und Littmann neuklassizistisch 1907
Residenzstraße 25 Geschäfts- und Wohnhaus Drollinger Eugen neubarock 1900
Residenzstraße 26 Eckhaus Reifenstuel N. Neurenaissance 1872
Residenzstraße 27 Ehem. Preysing-Palais Effner Joseph Regence-Stil 1728
Straße Name Art Jahr Bild
Residenzstraße Münchens erstes evangelisches Gotteshaus 2017 Münchens erstes evangelisches Gotteshaus
Residenzstraße Feldherrnhalle - Wappen Wappen 1843 Feldherrnhalle - Wappen
Residenzstraße Juden kehrt zurück Gedenktafel 1990 Juden kehrt zurück
Residenzstraße 5 Wiguläus Hund 0 Wiguläus Hund
Titel Straße Standort Künstler Jahr Bild
Portal-Löwe 2 - Justitia Residenzstraße Residenz Krumpper Hans 1595 Krumpper Hans – Portal-Löwe 2 - Justitia
Feldherrnhalle - Wappen Residenzstraße Schwanthaler Ludwig von 1843 Schwanthaler Ludwig von – Feldherrnhalle - Wappen
Feldherrnhalle - Wappen Residenzstraße Schwanthaler Ludwig von 1843 Schwanthaler Ludwig von – Feldherrnhalle - Wappen
Portal-Löwe 3 - Fortitudo Residenzstraße Residenz Pallagio Carlo 1595 Pallagio Carlo – Portal-Löwe 3 - Fortitudo
Portal-Löwe 4 - Mäßigung Residenzstraße Residenz Pallagio Carlo 1595 Pallagio Carlo – Portal-Löwe 4 - Mäßigung
Portal-Löwe 1 - Prudentia Residenzstraße Residenz Krumpper Hans 1595 Krumpper Hans – Portal-Löwe 1 - Prudentia
Liegefigur - Prudentia Residenzstraße Krumpper Hans 1616 Krumpper Hans – Liegefigur - Prudentia
Liegefigur - Justitia Residenzstraße Krumpper Hans 1616 Krumpper Hans – Liegefigur - Justitia
Liegefigur - Fortitudo Residenzstraße Krumpper Hans 1616 Krumpper Hans – Liegefigur - Fortitudo
Liegefigur - Temperantia Residenzstraße Krumpper Hans 1616 Krumpper Hans – Liegefigur - Temperantia
Wappenschild - Löwe Residenzstraße Residenz 0 Wappenschild - Löwe
Wappenschild - Löwe Residenzstraße Residenz 0 Wappenschild - Löwe
Wappenschild - Löwe Residenzstraße Residenz 0 Wappenschild - Löwe
Wappenschild - Residenzportal Residenzstraße Residenz 1595 Wappenschild - Residenzportal
Wappenschild - Löwe Residenzstraße Residenz 0 Wappenschild - Löwe
Residenz - Portal Residenzstraße 0 Residenz - Portal
Patrona Bavariae Residenzstraße Westfassade Krumpper Hans 1615 Krumpper Hans – Patrona Bavariae
Patrona Bavariae (Falken Eck) Residenzstraße 3 Falckeneck 0 Patrona Bavariae (Falken Eck)
Merkur (Falken Eck) Residenzstraße 3 Falken Eck 1904 Merkur (Falken Eck)
Pallas Athene (Falken Eck) Residenzstraße 3 Falken Eck 1904 Pallas Athene (Falken Eck)
Residenzstraße 23 Residenzstraße 23 Passage Hoene Max 1958 –
Straße Name Beruf Von Bis
Residenzstraße 3 Mayer Johann Michael Sattlermeister, Wagenfabrikant
Residenzstraße 3 Mayer Ignaz Magnus Wagenfabrikant, Sattlermeister
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