1879
Fernberg
BALDEPLATZ und BALDESTRASSE. Der Jesuitenpater Jakob B a l d e war ein Zeitgenosse des Kurfürsten Maximilian I. und machte sich durch seine Gedichte berühmt, welche er in lateinischer Sprache schrieb; in denselben besang er vorzugsweise die Schönheiten der Natur und heißt darum der deutsch Horaz. Als Professor der Redekunst am Jesuitenkollegium in München liebte er es die herrlichen Wälder bei Großhesselohe und Grünwald zu durchstreifen; auch bis nach Tyrol führten ihn seine Wanderungen. Solche Ausflüge regten ihn stets wieder zu neuen Dichtungen an. Aber auch das Elend Deutschlands in und nach dem 30jährigen Kriege beklagte er in innig bewegten Gesängen. Er starb zu Neuburg a./D. 1668 und liegt dort begraben. Von Geburt war er ein Elsäßer, kam aber schon in seinem 17. Lebensjahr nach Bayern, wo er die übrige Zeit seines Lebens verbrachte.
1880
Adressbuch
Z. E. a. Jakob Balde, geb. zu Ensisheim im Elsaß Januar 1603, einen der vorzüglichsten unter den neuern latainischen Dichtern, Humanistik und Idealist, den man auch den „christlichen“ oder den „deutschen Horaz“ nannte. Er verweilte vom Okt. 1637 bis Frühjahr 1650 ununterbrochen theils in München, theils in Warnberg bei Großhesselohe und war seit 1638 zugleich Prediger am kurfürstlichen Hofe. Warnberg wird urkundlich zuerst als Warnberch (Berg des Warin) genennt. Später schenkte Herzog Wilhelm V. diese Besitzunng als heimgefallenes Lehen den Jesuiten zu München, wellche dann den Vätern dortselbst und auch Balde zum Erholungsaufenthalte diente. Letzterer besang Großhesselohe (Hesinloch – eigentlich hesilinhoh, Hain von Haselstauden – urkundlich seit 776) in mehreren Oden, die allerdings einige landschaftliche Lokaltöne haben. Doch verwurzelte diese Kunstpoesie nicht in der deutschen Nation, und deshalb wird es schwierig sein, den Dichter beim bayerischen Volke einzuführen, wie man dies vor mehreren Jahren durch Uebersetzungen und durch seine periodische Feier seiner Geburt hier in München mit anerkennenswerten Eifer versucht hat. Balde starb zu Neuburg a. D. 9. Aug. 1668. Der Platz führt seinen Namen seit 3. Aug. 1876, resp. 1. Jan. 1877.
Verbindet den Baldeplatz, unfern der Wittelsbacherbrücke am linken Isarufer, mit der Geierstraße.
1894
Rambaldi
57. Baldestraße. Verbindet den Baldeplatz unsern der Wittelsbacherbrücke am linken Jsarufer mit der Geierstraße. (S. Baldeplatz.)
1943
Adressbuch
Jakob Balde, * 1604 Ensisheim, Elsass., † 1668 Neuburg an der Donau, latainischer Dichter und Humanist, Prediger am kurfürstlichen Hof.
Zieht von der Geyerstraße zum Baldeplatz unfern der Wittelsbacherbrücke.
1965
Baureferat
Baldestraße *1877: - Baldeplatz.