Weinstraße

Weinstraße: In der ältesten Zeit der Stadt waren hier die Weinhändler ansässig, die ab dem 14. Jhdt. sogar einen öffentlichen Weinmarkt abhielten. *12./13. Jhdt.

Baureferat 1965

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Straßenname Weinstraße
Benennung vor 1353 Erstnennung
Plz 80333
Stadtbezirk 1. Altstadt-Lehel | Kreuzviertel
Lat/Lng 48.13832 11.57529   
Straßenlänge 198 m
1879 Fernberg

Weinstraße. Die Weinstraße ist eine der ältesten Straßen der Stadt, obschon die ursprünglichen Häuser längst verschwunden und durch neuere ersetzt sind. Im 14. Jahrhunderte und später wurde hier der Weinmarkt abgehalten, woher der Name. In Altbayern baute man damals selbst Wein z. B. bei Freising, Landshut etc., was zwar nur ein herber Landwein gewesen sein wird, immerhin aber noch ein gesünderer als die vielen jetzt zum Verkaufe kommenden fabrizierten Weine.

1880 Adressbuch

Erinnert an die älteste Zeit der Stadt, in welcher zu München noch der Weinhandel blühte, im 14. Jahrhundert und noch später ein öffentlicher Weinmarkt gehalten wurde und sich in der Dienergasse der „Weinstadel“ befand (im dermaligen Cafe „zur Stadt Wien“ Hais Nr. 20), zur Niederlage für die unter dem  Reise feilgebotenen Weine. Eine Urkunde von 1146 scheint schon auf eine Weinschenkgerechtigkeit hinzudeuten. Aus einem anderen Dokumente von 1385 erhellt, welche Sorten einheimische und ausländische Weine damals in München getrunkern wurden; von letzteren erhoben die gemeinschaftlich regierenden Herzöge Stephan III., Friedrich I. und Johann ein Umgeld (eine Steuer). Auch gab es eigene städtische „Weinverkoster“. Bei dem damals wohl weniger denn heute heiklen Gameb unserer Vorfahren wurden 1433 sogar 600 Fuder bayerischen Landweines bis nach Regensburg verfrachtet. Ein geistlicher Spaßmacher nannte dieses altbayerische Marktgut aus Landshut und Dingolfings Umgebung im Gegensatze der lacrimae Christi witzig lacrimae Petri, weil in der Schrift /Lukas XXII, 62) steht: „Und Petrus ... weinte bitterlich“.

1894 Rambaldi
694. Weinstraße. Beginnt beim nördlichen Teile des Marienplatzes am sogenannten Lindwurmeck, zieht sich gegen die Theatinerstraße und endet au der k. Polizeidirektion. Diese Straße erinnert an die älteste Zeit der Stadt, in welcher zu München noch der Welthandel blühte, im 14. Jhdt. und noch später ein öffentlicher Weinmarkt gehalten wurde und sich in der Dienergasse der ,,Weinstadel« befand (im Haus Nr. 20; s. Dienergasse), zur Niederlage für die unter dem Reife seilgebotenen Weine. Eine Urkunde von 1146 scheint schon auf eine Weinschenkgerechtigkeit hinzudeuten. Aus einem anderen Dokumente von 1385 erhellt, welche Sorten einheimischer und ausländischer Weine damals in München getrunken wurden; von letzteren erhoben die gemeinschaftlich regierenden Herzöge Stephan lIl., Friedrich I. und Johann ein Umgeld (eine Steuer). Auch gab es städtische ,,Weinverkoster·« Bei dem damals wohl weniger denn heute heiklen Gaumen unserer Vorfahren wurden 1433 sogar 600 Fuder bayerischen Landweines bis nach Regensburg verfrachtet. Ein geistlicher Spaßmacher nannte dieses altbayerische Marktgut aus Landshut und Dingolfings Umgebung im Gegensätze der lacrimae Christi witzig lacrimae Petri, weil in der Schrift (Lukas XXll, 62) steht: »Und Petrus . . . weinte bitterlich.« Immerhin aber mögen die in Altbayern, wie bei Freising, Landshut ec. gewachsenen herben Landweine ein gesünderes Getränke gewesen sein, als die vielen jetzt zum Verkaufe kommenden fabrizierten Weine. Das ehedem zwischen dem Hause Nr. 11 und der k. Polizei abschließende Thor, das alte Schwabingerthor, nahm in der zweiten Hälfte des 14. Jhdts. von dem daneben angesessenen Patriziergeschlechte Wilprecht den Namen Wilprechts-, später Nudel- oder Schäffler-Turm an und wurde 1591 abgebrochen. Nr. 13, k. Polizei-Direktion, war einst das Gebäude der englischen Fräulein und wurde 1691—94 an Stelle der Wilprechtschen Hauser am Wilprechtsturm, zwischen beiden Ecken des Stift- (Schrammer-) und Gruftgäßchens, und des paradeiserischen Hauses erbaut. *) In der Weinstraße befand sich auch, wie Lipowsky in seiner Urgeschichte, Il, 447 schreibt, »das Rechthaus«, wo das herzogliche Hofgericht seinen Sitz hatte (s. Marienplatz).. An alten Bezeichnungen sind noch zu erwähnen: Das »Frauen-Eck« (Haus Nr. 7), das »Schäffler-Eck« (Haus Nr. 12), das »Kloiber-Eck« (HausNr.15) und das bekanntere ,,Lindwurmeck« (Haus Nr. 3 des Marienplatzes, s. denselben) das noch immer ein besonderes Wahrzeichen der Stadt München ist, über welches Frz. Trautmann in seinem Alt-Münchner Wahr- und Denkzeichen S. 27 uns ein schauerliches Märchen erzählt.

*) Oberbayer. Archiv XVII, 143. Hübner I; 127.
1965 Baureferat
Weinstraße: In der ältesten Zeit der Stadt waren hier die Weinhändler ansässig, die ab dem 14. Jhdt. sogar einen öffentlichen Weinmarkt abhielten. *12./13. Jhdt.

Straßenbenennungen

Straße Von Grund Bis Grund
Weinstraße 1353 Erstnennung
Straße Name Architekt Baustil Jahr
Weinstraße Polizeidirektion Weinstraße 0
Weinstraße 3 Indanthren-Haus Spreng Blasius, Winkler Georg Helmut, Mikorey Franz 1954
Weinstraße 4 Ehem. Geschäftshaus Neumann Max neuklassizistisch 1909
Weinstraße 11 Wohn- und Geschäftshaus Neumann Max 1914
Weinstraße 13 Inneres Schwabinger Tor (1) 1323
Straße Name Art Jahr Bild
Weinstraße Niederbayern 0 Niederbayern
Weinstraße Oberpfalz 0 Oberpfalz
Weinstraße 1 Löwen an der Donislfassade 0 Löwen an der Donislfassade
Weinstraße 1 Donisl Gedenktafel 1980 Donisl
Weinstraße 4 Felix Joseph Lipowsky 0 Felix Joseph Lipowsky
Titel Straße Standort Künstler Jahr Bild
Figur Weinstraße Neues Rathaus 0 Figur
Maurer Weinstraße Korn Simon 0 Korn Simon – Maurer
Zimmermann Weinstraße Korn Simon 0 Korn Simon – Zimmermann
Niederbayern Weinstraße 1. Obergeschoß 0 Niederbayern
Oberpfalz Weinstraße 1. Obergeschoß 0 Oberpfalz
Die Kunst Weinstraße Dennerlein Thomas 0 Dennerlein Thomas – Die Kunst
Die Wissenschaft Weinstraße Neues Rathaus Weissenfels Edwin 0 Weissenfels Edwin – Die Wissenschaft
Der Nährstand Weinstraße Neues Rathaus Bernauer 0 Bernauer – Der Nährstand
Das Kunstgewerbe Weinstraße Neues Rathaus Rauch Josef 0 Rauch Josef – Das Kunstgewerbe
Der Handel Weinstraße Neues Rathaus Gasteiger 0 Gasteiger – Der Handel
Sgraffito - Wirtshausszene Weinstraße 1 Lacher Max 1954 Lacher Max – Sgraffito - Wirtshausszene
Löwen an der Donislfassade Weinstraße 1 Fassade Donisl Neubauer-Woerner Marlene 0 Neubauer-Woerner Marlene – Löwen an der Donislfassade
Vater-und-Sohn-Brunnen Weinstraße 3 In der Passage Mikorey Franz 1956 –
Straße Name Beruf Von Bis
Weinstraße 16 Muxel Johann Nepomuk 1834
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