Wendl-Dietrich-Straße

Wendel Dietrich (* um 1535 in Augsburg; † um 1622) war ein Augsburger Holzschnitzer des 16. Jahrhunderts.

In Augsburg um 1535 geboren, besaß er 1561 ein Haus in der Stadt. 1562 wurde ihm der Prozess gemacht, da er sich zuvor den verbotenen Täufern angeschlossen hatte. Er wurde erst aus dem städtischen Gewahrsam entlassen, nachdem er dieser Lehre abgeschworen und sich zur lutherischen Lehre bekannt hatte. Nach 1567 bekleidete er über Jahre hinweg Ehrenämter innerhalb der Zunft der Kistler (Holzschnitzer). Sein Ansehen wuchs, je mehr er große Aufträge aus der Hand der Fugger und hier besonders Hans Fuggers erhielt. Dieser empfahl ihn auch an den Münchner Herzogshof weiter.

Als Hauptwerk Dietrichs gelten die Zedernholzhängedecke und die Portale des Zedernsaals von Hans Fuggers Schloss in Kirchheim/Schwaben. Ab 1580 erhielt Dietrich vermehrt Aufträge zur Ausstattung und Gestaltung von Schloss Kirchheim. 1582 bekam er den Auftrag zur Anfertigung der Decke im Festsaal des Schlosses, des heutigen Zedernsaals. 1585 wurde die Decke an ihrem Bestimmungsort aufgehängt.

Dieser Text basiert auf dem Artikel Wendel_Dietrich aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Lizenz CC-BY-SA 3.0 .

| | | |

Wendel Dietrich
Dietrich Wendel
Bildrechte: LepoRello, Kirchheim in Schwaben Fuggerschloss Zedernsaal Kassettendecke 2013-08-03 (1), CC BY-SA 3.0
Straßenname Wendl-Dietrich-Straße
Benennung 1890 Erstnennung
Plz 80634
Stadtbezirk 9. Neuhausen-Nymphenburg | Neuhausen
RubrikPersonen
Kategorie Kunstschreiner  Baumeister  
Lat/Lng 48.151624 11.526083   
Straßenlänge 910 m
Person Wendel Dietrich
Geboren 1535
Gestorben 1622
Kategorie Kunstschreiner Baumeister
Nation Deutschland
Konfessionlutherisch
GND124812694
Leben
Dietrich Wendel

Wendel Dietrich (* um 1535 in Augsburg; † um 1622) war ein Augsburger Holzschnitzer des 16. Jahrhunderts.

In Augsburg um 1535 geboren, besaß er 1561 ein Haus in der Stadt. 1562 wurde ihm der Prozess gemacht, da er sich zuvor den verbotenen Täufern angeschlossen hatte. Er wurde erst aus dem städtischen Gewahrsam entlassen, nachdem er dieser Lehre abgeschworen und sich zur lutherischen Lehre bekannt hatte. Nach 1567 bekleidete er über Jahre hinweg Ehrenämter innerhalb der Zunft der Kistler (Holzschnitzer). Sein Ansehen wuchs, je mehr er große Aufträge aus der Hand der Fugger und hier besonders Hans Fuggers erhielt. Dieser empfahl ihn auch an den Münchner Herzogshof weiter.

Als Hauptwerk Dietrichs gelten die Zedernholzhängedecke und die Portale des Zedernsaals von Hans Fuggers Schloss in Kirchheim/Schwaben. Ab 1580 erhielt Dietrich vermehrt Aufträge zur Ausstattung und Gestaltung von Schloss Kirchheim. 1582 bekam er den Auftrag zur Anfertigung der Decke im Festsaal des Schlosses, des heutigen Zedernsaals. 1585 wurde die Decke an ihrem Bestimmungsort aufgehängt.

Bavarikon Wikipedia Deutsche Biografie Deutsche Nationalbibliothek

Benennung 1890 Erstnennung
Änderung Straßenverlauf
Datum Alter Verlauf Neuer Verlauf Bemerkung
19.9.1929 Winthirstr. – Renatastr. Winthirstrasse – Lachnerstrasse westliche Verlängerung
1894 Rambaldi
697. Wendelstraße. Verbindet die Winthir- mit der Renatastraße in Neuhausen. Zur Ehrung des Baumeisters Wendl Dietrich (Pilotybild 68). Richtiger sollte diese Straße den Namen »Dietrichstraße« tragen, da dieses der Familienname dieses Baumeisters und »Wendel« sein Hausname ist. Man hat lange Zeit den Meister Wolfgang Miller als den Erbauer, beziehungsweise Architekten der Michaelskirche angesehen, weil dessen in der Sakristei derselben aufbewahrtes Bildnis die Aufschrift trägt: »Anno 1585 hat Wolfgang Miller, ein Steinmetz, seines Alters 48 Jahre, die Kirche und das Kollegium erbauet«; aber schon Nagler weist das irrtümliche dieser Angabe nach. In den Baurechnungen wird er stets als Werkmeister, in einigen Briefen bisweilen als Maurer, bisweilen als Steinmetz bezeichnet· Dagegen taucht in der 21. Woche des Jahres 1583 zum erstenmale ein Name auf, dessen Träger schon von Nagler als der eigentliche Architekt des Baues bezeichnet wurde, ,,Wendl Dietrich. *))« Dietrich war ein Augsburger, seine Geburt fällt etwa ins Jahr 1535. Ende der fünfziger Jahre verheirathete er sich mit einer Ursula Sturmin und um 1561 erwarb er sich ein eigenes Hans in Augsburg. In seinem Handwerk genoß Dietrich eines bedeutenden Rufes. Schon 1566 war er im Auftrag und für Rechnung des Kunstschreiners Barth. Weishaupt mit Arbeiten für König Philipp ll. von Spanien beschäftigt. Ende der 70er Jahre fertigte er eine größere Arbeit für Marx Fugger, zu welcher mutmaßlich u. a. auch der Saalplafond gehört, der jetzt das große Vorzimmer des Hauptsaales im Gasthaus zu den drei Mohren in Augsburg schmückt. Vom April 1582 an ist Dietrich für Kaiser Rudolf Il. mit einem größeren Auftrag beschäftigt, für welchen ihm der Rat der Stadt eine unbegrenzte Gesellenzahl zu halten gestattete. Durch diese und ähnliche größere Arbeiten mußte Wendel Dietrichs Ruf als Künstler auch an den Hof des kunstsinnigen Herzogs Wilhelm von Bayern gelangen; es ist aber auch möglich, daß bei den vielen geschäftlichen Beziehungen der Fugger zum bayerischen Hof Dietrich direkt dem Herzog empfohlen wurde. — Die Straße hieß früher »Hirschgartenstraße« und trägt ihren heutigen Namen seit 6. Oktober resp. 8. Nov. 1890.

*) cfr. Bayerische Bibliothek 16. Band; Zeitschrift des hist. Vereins für Schwaben und Neuburg Jahrg. 1888; Dr. Buff, Wendel Dietrich, urkundl. Nachrichten über sein Leben und seine Thätigkeit; Frz. Trautmann, Alt-Münchner Wahrzeichen S. 89. ff.
1965 Baureferat
Wendl-Dietrich-Straße: Wendelin (Wendl) Dietrich (Dieterlin) (1535-um 1622), Baumeister und Kunstschreiner, war an der Errichtung mehrerer großer Bauten in München beteiligt. *1891. — auch Dietrichstraße.

Straßenbenennungen

Straße Von Grund Bis Grund
Hirschgartenstraße Kein Grund angegeben 1.1.1880 Eingemeindung (Umb.)
Wendlstraße 1.1.1890 Eingemeindung (Umb.) 6.12.1928 Umbenennung
Wendel-Dietrich-Straße 11.12.1928 Erstnennung Kein Grund angegeben
Wendl-Dietrich-Straße 1890 Erstnennung
Straße Name Architekt Baustil Jahr
Wendl-Dietrich-Straße 2 Mietshaus barockisierend 0
Wendl-Dietrich-Straße 4 Mietshaus barockisierend 1912
Wendl-Dietrich-Straße 5 Mietshaus barockisierend 1910
Wendl-Dietrich-Straße 5 Mietshaus barockisierend 1910
Wendl-Dietrich-Straße 6 Mietshaus Jugendstil 0
Wendl-Dietrich-Straße 7 Mietshaus Esterl Martin, Deschl Max 1913
Wendl-Dietrich-Straße 8 Mietshaus Jugendstil 0
Wendl-Dietrich-Straße 9 Mietshaus barockisierend 1910
Wendl-Dietrich-Straße 10 Mietshaus Jugendstil 0
Wendl-Dietrich-Straße 12 Mietshaus Jugendstil 0
Wendl-Dietrich-Straße 16 Mietshaus barockisierend 1910
Wendl-Dietrich-Straße 18 Mietshaus barockisierend 1910
Wendl-Dietrich-Straße 20 Jugendherberge Fleissner Max neuklassizistisch 1926
Wendl-Dietrich-Straße 22 Mietshaus barockisierend 0
Wendl-Dietrich-Straße 23 Teil einer Wohnanlage Kurz Otho Orlando, Herbert Eduard 1930
Wendl-Dietrich-Straße 70 Brunnen mit Figur Liebermann Ferdinand 1931
Titel Straße Standort Künstler Jahr Bild
Fresco Wendl-Dietrich-Straße Sepp Frank 0 –
Ernte Wendl-Dietrich-Straße 0 –
Knabe auf Waller Wendl-Dietrich-Straße 70 Ecke Bolivarstraße Liebermann Ferdinand 1931 Liebermann Ferdinand – Knabe auf Waller
Wikipedia Google Maps Google Maps