Frauenplatz

Historische Informationen, Lage und Entwicklung der Straße Frauenplatz in München.

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Straßenname Frauenplatz
Benennung vor 1815 Erstnennung
Plz 80331
Stadtbezirk 1. Altstadt-Lehel | Kreuzviertel
RubrikGeografie
Kategorie Ortsbezeichnung  
Lat/Lng 48.1387 - 11.57321    b
Straßenlänge 417 m
Benennung vor 1815 Erstnennung
1879 Fernberg
FRAUENPLATZ. So heißt der Platz um die F r a u e n- oder Domkirche.
1880 Adressbuch

In nordwestlicher Richtung von der heutigen St. Peterskirche, am Rande des oppidum Monacense stand einst die „Kapelle U. L. Frau“, die um 1200 erbaut worden sein soll, wofür jedoch der urkundlixche Nachweis fehlt. Dieses älteste Frauenkirchlein, eine einfache Muttergotteskapelle, wurde, als1271 der Bau einer neuen Kirche für die durch Bischof Konrad II. von Freising am 24. Nov. letzteren Jahres errichtete Pfarrei zu U. L. Frau begann, nicht abgebrochen, sondern diente fortan bis gegen 1480 als dem hl. Michael geweihte Todtenkapelle. Ueber ihre Lage zur heutigen Frauenkirche, sowie über den Platz der 1271 erbauten Kirche wurde schon viel gestritten; nahe, sehr nahe sind sich aber diese Gotteshäuser jedenfalls einst gewesen. Schon früher als Begräbnisplatz benützt, ward der Raum um die jetzige, 1463-88 erbaute und am 14. April 1494 eingeweihte Frauenkirche bald mit einer niederen Mauer umzogen und diente so als Gottesacker bis 1789; jetzt sind von ihm nur noch einzelne Grabsteine übrig. Das seit 1821 zur metropolitankirche erhobene Gotteshaus ward 1858-68 mit großem Geschick und Verständniß vollständig restauriert. – Der älteste Name des Frauenplatzes ward „Frauenfreidhof“, welcher noch jetzt häufig gehört wird; seltener gebrauchte man früher die Bezeichnung „Domplatz“; der Volksmund nennt noch die Umgebung der Kathedrale das „Frauenbergel“. – An der Südseite der Frauenkirche zog sich früher von dem 1427 vollendeten Pfarrhause, dem 1866 abgebrochen sogen. „Dechanthofe“, dem Hauptportal gegenüber, bis zur heutigen Sporrergasse die „Kirchhofgasse“ hin.

Bildet die Umgebung der Frauenkirche.

1894 Rambaldi
182. Frauenplatz. Bildet die Umgebung der Frauenkirche in nordwestlicher Richtung von der heutigen St. Peterskirche, am Rande des oppidum Monacense stand einst die »Kapelle U. L. Frau«, die schon vor dem Jahre 1200 erbaut worden sein soll, wofür jedoch der urkundliche Nachweis fehlt. Dieses älteste Frauenkirchlein, eine einfache Muttergotteskapelle, wurde, als 1271 der Bau einer neuen Kirche für die durch Bischof Konrad 11. von Freising am 24. November letzteren Jahres errichtete Pfarrei zu U. L. Frau begann, nicht abgebrochen, sondern diente fortan bis 1468 als dem hl. Michael geweihte Totenkapelle *). Ueber ihre Lage zur heutigen Frauenkirche, sowie über den Platz der 1271 erbauten Kirche wurde schon viel gestritten-, nahe, sehr nahe sind sich aber diese Gotteshäuser jedenfalls einst gewesen **). Schon früher als Begräbnisplatz benützt, ward der Raum um die jetzige. 1468-88 erbaute und am 14. April 1494 eingeweihte Frauenkirche bald mit einer niederen Mauer umzogen und diente so als Gottesacker bis 1789; jetzt sind von ihm nur noch einzelne Grabsteine übrig. Gewöhnlich heißt es: Herzog Sigmund von Bayern sei der Erbauer ***) der jetzigen Domkirche, weil ein alter Denkstein am südlichen Portale unter der Sonnenuhr dieß besage. Dem ist aber nicht so, wenns auch viele gelehrte Herren einander nachgeschrieben haben. Es verhielt sich also: Herzog Sigmund war ein gar edler und frommer Mann, aber viel zu freigebig. Er verstand die Sparkunst gar nicht, und als sein zwar jüngerer aber mehr praktischer Bruder Albrecht ihm dort und da seine üblen Kassenzustände tadelnd zeigte, da war er verletzt und wollte weiter nichts wissen — verzichtete auf die Regierung und behielt sich bloß die geistliche Lehenschaft bevor, das heißt das Patronats- und Präsentations-Recht bei geistlichen Pfründen. Deswegen legte er auch den Grundstein zur neuen Frauenkirche, und hätte sich dies Vorrecht gar nicht nehmen lassen, da er innige Andacht zur »magdlichen Jungfrau Maria« hatte. Die Kirche erbauen konnte er aber nie, da ihm ja das Geld für den eigenen Haushalt oft gebrach. Die Pfarrkirche zu U. L. Frau und die Stadt haben diesen herrlichen Bau Anfangs aus eigenen Mitteln unternommen, als aber alle Kräfte erschöpft waren, wurden die Liebesgaben der Gläubigen beansprucht, die auch reichlich flossen. Der Bau- meister hieß »Jörg Ganghofer« (s. Ganghoferstraße), der Zimmermeister hieß »Heimeran« (s. Heimeranstraße). Das seit 1821 zur Metropolitankirche erhobene Gotteshaus ist im gotischen Style erbaut, hat eine Länge von 98 m, Breite 37 m, Höhe bis zum Gewölbe 33 m, bis zum Dachfirst 56 m und ward 1858-68 mit großem Geschick und Verständnis vollständig restauriert. Die Türme sind von gleicher Höhe mit der Länge der Kirche. Der älteste Name des Frauenplatzes war ,,Frauenfreithof«, welcher noch jetzt häufig gehört wird; seltener gebrauchte man früher die Bezeichnung »Domplatz«; der Volksmund nennt noch die Umgebung der Kathedrale das »Frauenbergel«. Auf der Südseite der Frauenkirche zog sich früher. von dem 1427 vollendeten Pfarrhause, dem 1866 abgebrochenem sogen. ,,Dechanthofe«, dem Hauptportal gegenüber, bis zur heutigen Sporergasse die ,,Kirchhofgasse« hin. Auf der Nordseite derselben zieht sich von dem Augustinergäßchen her der alte Stadtgraben, welcher erst am Schlusse des vorigen Jahrhunderts übertwölbt wurde, nachdem bereits im Jahre 1798 das daneben gestandene Kantorhaus abgebrochen worden war.

*) Franz Tratttmann, die Abenteuer Herzogs Christoph von Bayern l, S. 107 und 125. **)) Vergl. Mayer Anton, »Die Doinkirche zu Unser Lieben Frau in München und Dr. Nagler, Beiträge zur älteren Topographie der Stadt München, Oberbayr. Arch. XII_ 234. ***) Vergl. A. Specht, Geschichte der Münchener Frauen-Kirche, München 1894.
1943 Adressbuch
Der Platz um den 1468_1488 erbaute und am 14.4.1494 eingeweihte Frauenkirche; diente bis 1789 als Friedhof und hieß früher Frauenfreithof.

Bildet die Umgebung der Frauenkirche.

1965 Baureferat
Frauenplatz: Nach der Frauenkirche (=volkstümliche Bezeichnung für die Metropoliten- und Stadtpfarrkirche zu Unserer Lieben Frau, erbaut 1468- 88). *nach 1789

Straßenbenennungen

Straße Von Grund Bis Grund
Frauenplatz 1815 Erstnennung
Straße Name Architekt Baustil Jahr
Frauenplatz Frauenplatz 0
Frauenplatz Frauenkirche (12.Jhd. - 1468) romanisch 1250
Frauenplatz 1 Stadtpfarrkirche Unserer Lieben Frau Halsbach Jörg von Gotik 1488
Straße Name Art Jahr Bild
Frauenplatz Grabstein von Johann Tulbeck 1476 Grabstein von Johann Tulbeck
Frauenplatz Herzog Albrecht V. Standfigur 0 Herzog Albrecht V.
Frauenplatz Martin Ridler 0 Martin Ridler
Frauenplatz Gedenktafel - ehemalige Grabstelle von Paumann 0 Gedenktafel - ehemalige Grabstelle von Paumann
Frauenplatz Fahne - Kenotaph Ludwig der Bayer 0 Fahne - Kenotaph Ludwig der Bayer
Frauenplatz Bronzerelief - Ratzinger Bronzerelief 0 Bronzerelief - Ratzinger
Frauenplatz Kenotaph - Kaiser Ludwig der Bayer Kenotaph 1596 Kenotaph - Kaiser Ludwig der Bayer
Frauenplatz Gedenktafel - Michael von Faulhaber 0 Gedenktafel - Michael von Faulhaber
Frauenplatz Grabmal für Erzbischof Antonius von Thoma Relief 1908 Grabmal für Erzbischof Antonius von Thoma
Frauenplatz Heart - Durchlöchertes Herz 2025 Heart - Durchlöchertes Herz
Frauenplatz Herzog Wilhelm IV. von Bayern Bronzestandbild 1619 Herzog Wilhelm IV. von Bayern
Frauenplatz Denkmal Sinti und Roma Bodendenkmal 2023 Denkmal Sinti und Roma
Frauenplatz Jörg von Halspach 0 Jörg von Halspach
Frauenplatz Meister Heinrich von Straubing 0 Meister Heinrich von Straubing
Frauenplatz Teufelstritt 0 Teufelstritt
Frauenplatz Ludwig Berberich 0 Ludwig Berberich
Frauenplatz Ephitaph - Lothar-Anselm von Gebsattel 0 Ephitaph - Lothar-Anselm von Gebsattel
Frauenplatz 10 Reiche Almosen_Stiftung 1945 Reiche Almosen_Stiftung
Frauenplatz 13 Wolfgang Amadeus Mozart 0 Wolfgang Amadeus Mozart
Titel Straße Standort Künstler Jahr Bild
Grabstein von Johann Tulbeck Frauenplatz 1476 –
Herzog Albrecht V. Frauenplatz Frauenkirche 0 Herzog Albrecht V.
Herzog Albrecht V. Frauenplatz Grabmahl Wilhelm V. 1596 Herzog Albrecht V.
St.-Benno-Brunnen Frauenplatz Löwengrube Henselmann Josef 1972 Henselmann Josef – St.-Benno-Brunnen
Bronzerelief - Ratzinger Frauenplatz Henselmann Josef Alexander 0 Henselmann Josef Alexander – Bronzerelief - Ratzinger
St. Benno Frauenplatz 1602 St. Benno
Schutzmantelmadonna Frauenplatz 0 Schutzmantelmadonna
Kenotaph - Kaiser Ludwig der Bayer Frauenplatz Frauenkirche Krumpper Hans 1596 Krumpper Hans – Kenotaph - Kaiser Ludwig der Bayer
Gedenktafel - Martin Frey Frauenplatz 1603 Gedenktafel - Martin Frey
Ölbergszene - Frauenkirche Frauenplatz Frauenkirche 0 Ölbergszene - Frauenkirche
Grabmal für Erzbischof Antonius von Thoma Frauenplatz Waderé Heinrich 1908 –
Genius der guten Herrschaft im Frieden Frauenplatz Krumpper Hans 1619 –
Genius der guten Herrschaft im Kriege Frauenplatz 0 –
Heart - Durchlöchertes Herz Frauenplatz Frauenkirche Pendry. Michael 2025 Pendry. Michael – Heart - Durchlöchertes Herz
Herzog Wilhelm IV. von Bayern Frauenplatz Frauenkirche Krumpper Hans 1619 Krumpper Hans – Herzog Wilhelm IV. von Bayern
Wasserpilze-Brunnen Frauenplatz vor dem Dom Winkler Bernhard 1972 Winkler Bernhard – Wasserpilze-Brunnen
Bronzemodell Altstadt Frauenplatz Broerken Egbert 2005 Broerken Egbert – Bronzemodell Altstadt
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