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Münchner Zeitensprünge

18. 6 1928 - Der Schülein-Brunnen wird in Betrieb genommen

München-Berg am Laim * Am Schüleinplatz wird der Schülein-Brunnen offiziell in Betrieb genommen. Mit dem Brunnen erhält der nach Joseph Schülein benannte Platz einen repräsentativen Mittelpunkt und ein weiteres sichtbares Zeichen der Erinnerung an den Münchner Brauereiunternehmer. 

23. 9 1933 - Antrag auf Umbenennung der Schüleinstraße in Berg am Laim

München-Berg am Laim • Der NSDAP-Stadtrat W. Holzwarth stellt den Antrag auf Umbenennung der Schüleinstraße und des Schüleinplatzes in Berg am Laim. In seiner Begründung gibt er an, dass der „Kommerzienrat Joseph Schülein keine besonderen Verdienste, weder in sozialer Hinsicht, noch um die Stadtgemeinde München im Besonderen, nachgewiesen werden können“ und aus diesem Grund „keine Veranlassung besteht, dass in einem nationalsozialistischen Staate eine Strasse und ein Platz nach einem Juden benannt werden. 

Schülein war Hauptaktionär und Aufsichtsrat-Vorsitzender der Löwenbrauerei und bei seinem nicht unbeträchtlichen Einkommen und grossem Vermögen, dürfte es wohl nicht als besonderes Verdienst anzurechnen sein, wenn er von diesen Geldern wieder einen kleinen Bruchteil der Allgemeinheit für bestimmte Zwecke zur Verfügung stellte. [...]

Ausserdem hat meines Wissens gerade Schülein dafür gesorgt, dass der grösste Teil der Landbrauereien Bayerns [mehrere 1.000 Betriebe] durch die Löwenbrauerei aufgekauft wurden. Sämtliche aufgekauften Betriebe wurden sofort geschlossen, wodurch die in Bayern blühende Land-Bier-Industrie vollständig vernichtet wurde. Die daraus sowohl für die einschlägige Industrie und das Handwerk, als auch für den Arbeitslosenmarkt entstandenen und zugefügten Schäden sind gar nicht zu übersehen.“ 

23. September 1933: Antrag auf Umbenennung von Schüleinstraße und Schüleinplatz

München-Berg am Laim * Der NSDAP-Stadtrat W. Holzwarth stellt den Antrag auf Umbenennung der Schüleinstraße und des Schüleinplatzes in Berg am Laim. In seiner Begründung gibt er an, dass der „Kommerzienrat Joseph Schülein keine besonderen Verdienste, weder in sozialer Hinsicht, noch um die Stadtgemeinde München im Besonderen, nachgewiesen werden können“ und aus diesem Grund „keine Veranlassung besteht, dass in einem nationalsozialistischen Staate eine Strasse und ein Platz nach einem Juden benannt werden. Schülein war Hauptaktionär und Aufsichtsrat-Vorsitzender der Löwenbrauerei und bei seinem nicht unbeträchtlichen Einkommen und grossem Vermögen, dürfte es wohl nicht als besonderes Verdienst anzurechnen sein, wenn er von diesen Geldern wieder einen kleinen Bruchteil der Allgemeinheit für bestimmte Zwecke zur Verfügung stellte. [...] Ausserdem hat meines Wissens gerade Schülein dafür gesorgt, dass der grösste Teil der Landbrauereien Bayerns [mehrere 1.000 Betriebe] durch die Löwenbrauerei aufgekauft wurden. Sämtliche aufgekauften Betriebe wurden sofort geschlossen, wodurch die in Bayern blühende Land-Bier-Industrie vollständig vernichtet wurde. Die daraus sowohl für die einschlägige Industrie und das Handwerk, als auch für den Arbeitslosenmarkt entstandenen und zugefügten Schäden sind gar nicht zu übersehen.“ 

Der Antrag steht im Zusammenhang mit der nationalsozialistischen Politik, jüdische Persönlichkeiten aus dem öffentlichen Leben und dem Stadtbild zu verdrängen. Er markiert einen weiteren Schritt der systematischen Ausgrenzung und Diskriminierung der Familie Schülein nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten.

7. 12 1933 - Antisemitisch motivierte Straßenumbenennungen

 

München-Berg am Laim * Die Schüleinstraße und der Schüleinplatz werden in Halserspitzstraße und Halserspitzplatz umbenannt. Die Umbenennung erfolgt auf Grundlage eines zuvor gestellten Antrags aus dem nationalsozialistischen Stadtrat und ist Teil der antisemitisch motivierten Entfernung jüdischer Namen aus dem öffentlichen Raum. Damit wird die zuvor erfolgte Ehrung des Unternehmers Joseph Schülein rückgängig gemacht.

8. 7 1920 - Straße und Platz werden nach Joseph Schülein benannt

München-Berg am Laim * In Berg am Laim erhalten eine Straße und ein Platz den Namen Joseph Schüleins. Mit dieser Ehrung würdigt die Stadt die Verdienste des Brauereigründers und Unternehmers um die wirtschaftliche Entwicklung Münchens.

7. 8 1945 - Schüleinstraße und Schüleinplatz erhalten ihre Namen zurück

München-Berg am Laim * Die während der nationalsozialistischen Herrschaft umbenannten Straßen und Plätze erhalten ihre ursprünglichen Namen zurück. Aus der Halserspitzstraße wird wieder die Schüleinstraße, aus dem Halserspitzplatz erneut der Schüleinplatz. Mit der Rückbenennung wird die Erinnerung an den Unternehmer Joseph Schülein wieder sichtbar im Stadtbild verankert und eine antisemitisch motivierte Entscheidung der NS-Zeit rückgängig gemacht. 

12. 12 1950 - Die Familie Schülein verzichtet auf die Rückgabe ihrer Grundstücke

München-Berg am Laim * Vor der Wiedergutmachungsbehörde für Oberbayern erklärt die Familie Schülein offiziell den Verzicht auf die Rückgabe ihrer Grundstücke in Berg am Laim. Damit beendet sie die entsprechenden Rückerstattungsverfahren und verzichtet auf die Wiedererlangung des früheren Grundbesitzes.

12. 7 1984 - Ein Unwetter hinterlässt eine Schneise der Verwüstung

München * Ein Unwetter zieht über den Münchner Osten und hinterlässt eine Schneise der Verwüstung. Gegen 20:05 Uhr fallen Hagelkörner, zum Teil so groß wie Tennisbälle, auf die Erde. Sie durchschlagen Dachplatten und Fassadenverkleidungen. Aus Pflanzen und Gemüse wird in wenigen Minuten Matsch.  

  • 400 Menschen werden so stark verletzt, dass sie im Krankenhaus behandelt werden müssen,  
  • Drei Menschen sterben vor Aufregung.  
  • Rund 70.000 Wohngebäude werden zum Teil erheblich beschädigt,  
  • ebenso 1.000 Gewerbebetriebe, darunter viele Gärtnereibetriebe, deren Gewächshäuser zu Bruch gehen.  
  • 20.000 Hektar landwirtschaftlicher Flächen werden durch den Hagel umgepflügt,  
  • 150 Flugzeuge werden von den Hagelkörnern demoliert,  
  • über 200.000 Autos werden zerbeult.  

Nach 20 Minuten ist alles vorbei. Doch das hat gereicht. Das Unwetter richtet den bisher größten Schaden in Deutschland an. Die Versicherungen müssen insgesamt 1,5 Milliarden DMark an Entschädigungen zahlen. 

Hochbunker

Architekt: Meitinger Karl
Erstellung: 1941
Sonnwendjochstraße 54
164 m
Hochbunker, viergeschossiger Turm über achteckigem Grundriss mit Zeltdach und monumentaler Freitreppe, 1941 nach Plänen des städtischen Hochbauamtes (Stadtbaurat Karl Meitinger) als Luftschutzbau Nr. 7 errichtet; freistehend.

Kreillerstraße
465 m

Schüleinbrunnen

Architekt: Schülein Josef, Seidler Julius
Erstellung: 1928
Schüleinplatz
603 m
Schüleinbrunnen (Gedenkbrunnen für Joseph Schülein), Becken mit Säule und Figur, 1928 von Julius Seidler.

U-Bahnhof Quiddestraße

Erstellung: 1988

731 m


780 m

Schnitterin-Brunnen

Erstellung: 1939
Damaschkestraße 46
871 m
bei Damaschkestraße 46; Schnitterin-Brunnen, mit Steinfigur, 1939 von Georg Gardi nach Entwurf von Simon Leibl.

Sankt Augustinus

Erstellung: 1955
Sankt-Augustinus-Straße 2
902 m

Kloster der Barmherzigen Schwestern

Architekt: Berlinger Georg
Erstellung: 1750
St.-Michael-Straße 16
999 m
Kloster der Barmherzigen Schwestern, die Kirche St. Michael symmetrisch flankierende Bauten, 1750, Südflügel 1919 von Georg Berlinger.

Schüleinplatz

619 m 

Schüleinbrunnen

Rahel-Straus-Weg 28

663 m 

Rotorbabys

Hachinger-Bach-Straße 11

744 m 

Hauptsachen

Heinrich-Wieland-Straße 24

768 m 

Eisernes Paar

Feichtstraße

810 m 

Geburt der Athene


828 m 

Schneckenhaus


St.-Michael-Straße 77

854 m 

Catch the light

Damaschkestraße 46

870 m 

Schnitterinbrunnen

Sankt-Augustinus-Straße 2

890 m 

Raum für Augustinus

Feichtstraße 10

955 m 

Schmetterling

Forellenstraße 5

997 m 

Apfel-Birne

Schüleinbrunnen
619 m
Seidler Julius
1928

Schüleinplatz 

Seidler Julius - Schüleinbrunnen

Rotorbabys
663 m
Veit Veronika
2000

Rahel-Straus-Weg 28 

Veit Veronika - Rotorbabys

Hauptsachen
744 m
Sauerer Peter
2000

Hachinger-Bach-Straße 11 

Sauerer Peter - Hauptsachen

Eisernes Paar
768 m
Rucker Hans
1976

Heinrich-Wieland-Straße 24 

Rucker Hans - Eisernes Paar

Geburt der Athene
810 m
Bakker Jits
1992

Feichtstraße 

Bakker Jits - Geburt der Athene

Schneckenhaus
828 m
Baureferat - Gartenbau
1980

 

Baureferat - Gartenbau - Schneckenhaus

Krokodil im Michaelibad
852 m
Neubauer-Woerner Marlene
1955

 

Neubauer-Woerner Marlene - Krokodil im Michaelibad

Catch the light
854 m
Kunz Dieter
2008

St.-Michael-Straße 77 

Kunz Dieter - Catch the light

Schnitterinbrunnen
870 m
Leibl Simon, Gardi Georg
1939

Damaschkestraße 46 

Leibl Simon, Gardi Georg - Schnitterinbrunnen

Raum für Augustinus
890 m
Wagner Susanne
2023

Sankt-Augustinus-Straße 2 

Wagner Susanne - Raum für Augustinus

Schmetterling
955 m
Rosskopf Günther
0

Feichtstraße 10 

Rosskopf Günther  - Schmetterling

Apfel-Birne
997 m
Zybach Andreas
2008

Forellenstraße 5 

Zybach Andreas - Apfel-Birne