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Münchner Zeitensprünge

6. 4 2022 - Von der Biotopfläche zum Brauereigelände

München-Giesing * Der Stadtrat beschließt, den Flächennutzungsplan von einer Biotopfläche in ein „Sondergebiet Brauerei“ zu ändern. Auf dem Gelände einer ehemaligen Tankstelle kann der Unternehmer Dietrich Sailer nun die Münchner-Kindl-Brauerei errichten. 

Die Fläche ist bereits versiegelt und wurde zuvor gewerblich als Tankstelle genutzt. Geplant ist eine Brauerei mit einer Jahresproduktion von bis zu 12.000 Hektolitern sowie eine Gastronomie mit 199 Sitzplätzen. 

Um 1 2025 - Der tiefste Brauereibrunnen Münchens

München-Giesing * Die Münchner-Kindl-Brauerei muss für ihr Wasser tiefer bohren als jede andere Brauerei der Stadt. Rund zwei Monate dauerte die Bohrung. Erst in 234 Metern Tiefe - über 50 Meter tiefer als erwartet - wird eine ergiebige Wasserschicht erreicht. Damit verfügt Münchner Kindl nun über den tiefsten Brauereibrunnen Münchens.

Historisch spielt dabei auch das Oktoberfest eine Rolle: Dort darf nur Münchner Bier ausgeschenkt werden - und das setzt traditionell einen eigenen Tiefbrunnen im Stadtgebiet voraus.

2015 - Namensrechte an der „Münchner-Kindl-Brauerei“ erworben

München-Giesing * Der Traunsteiner Brauunternehmer Dietrich Sailer erwirbt - kostenfrei - die Namensrechte an der „Münchner-Kindl-Brauerei“. Sie liegen bei Löwenbräu, das zum internationalen Braukonzern AB-Inbev gehört. Doch weder in der deutschen Zentrale in Bremerhaven, noch in der europäischen in Belgien oder dem Firmenhauptquartier in Südamerika will irgendjemand etwas damit anfangen. Und so kehrt eine Münchner Traditionsmarke wieder nach München zurück. 

Um 2023 - Ein Tiefbrunnen für die Münchner Kindl Brauerei

München-Giesing * Da ein Tiefbrunnen innerhalb der Stadtgrenzen Bedingung dafür ist, dass ein Bier sich ganz offiziell Münchner Bier nennen und auf dem Oktoberfest ausgeschenkt werden darf, wollen Dietrich Sailer und seine Söhne Luis und Leo auch diesen Schritt wagen. Immerhin kostet die Bohrung rund 700.000 Euro. 

Die Genehmigung ist aufwändig und dauert etwa zwei Jahre, da die Eingriffe ins Grundwasser strengen Auflagen unterliegen. Das Wasserwirtschaftsamt bewertet zusätzliche Tiefbrunnen kritisch, da das Münchner Tiefengrundwasser besonders geschützt ist. 

Die Stadt genehmigt das Projekt dennoch - unter anderem, weil für die Bierherstellung besonders reines Wasser erforderlich ist. Gleichzeitig bleibt klar: Neue Brunnen werden auch künftig nur sehr restriktiv erlaubt. 

12. 8 2022 - Grundsteinlegung in der Münchner Kindl Brauerei

München-Giesing * In der Münchner-Kindl-Brauerei an der Tegernseer Landstraße 337 findet die Grundsteinlegung statt. Den feierlichen Akt im acht Meter tiefen Rohbau überlässt die Familie Sailer zwei sehr unterschiedlichen Persönlichkeiten: Prinz Luitpold von Bayern von der Schlossbrauerei Kaltenberg und Didi Schweiger, bekannt als Münchens prominentester Obsthändler.

Die Auswahl hatte Symbolcharakter: Hier bayerischer Hochadel aus dem Haus Wittelsbach, dort ein bodenständiger Münchner Geschäftsmann mit klarer Meinung. 

Auch historisch gibt es eine Verbindung. Die Brauerei Kaltenberg hat 1954 große gebrauchte Holzfässer von der Kindlbrauerei gekauft, 60 davon existieren noch – und vielleicht fällt ja eines an die achte Münchner Brauerei ab. 

Die Inschrift des Grundsteins lautet:
„SEINE  KÖNIGLICHE  HOHEIT,
LUITPOLD  VON  BAYERN,
UND  DER  BÜRGERLICHE
OBSTSTANDLBESITZER
DIDI  SCHWEIGER
AUS  DER  LEOPOLDSTRASSE
HABEN  HEUTE  DIESEN
GRUNDSTEIN  GELEGT  ZUR
WIEDERERRICHTUNG  DER
MÜNCHNER  KINDL  BRAUEREI
XII  VIII  MMXXII“

26. 5 1919 - Oskar Maria Graf wird aus der Haft entlassen

München * Der Schriftsteller Oskar Maria Graf wird nach 12 Tagen wieder aus der Haft entlassen. 

13. 7 1943 - Alexander Schmorell und Kurt Huber in Stadelheim hingerichtet

München-Obergiesing * Alexander Schmorell und Professor Kurt Huber, Mitglieder der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“, sterben im Gefängnis München-Stadelheim unter der Guillotine von Johann Reichhart.

14. 6 1920 - Das Todesurteil aus dem dritten Geiselmordprozess wird vollstreckt

München-Obergiesing * Das Todesurteil aus dem dritten Geiselmordprozess wird im Gefängnis Stadelheim durch Erschießen vollstreckt. 

Nach dem 7. 6 1918 - Kurt Eisner wird von Neudeck nach Stadelheim verlegt

München-Au - München-Stadelheim * Ohne Mitteilung über eine Änderung in seinem Status als Untersuchungsgefangener wird Kurt Eisner - laut seinem Gefängnis-Tagebuch - zwischen dem 6. und 15. Juni 1918 vom Gerichtsgefängnis Neudeck in die staatliche Strafanstalt in Stadelheim verlegt.

Er wird in Stadelheim in der Zelle 70 untergebracht. In dieser Zelle sollte später auch der Eisner-Mörder Anton Graf von Arco auf Valley, ab 1923 der Putschist Adolf Hitler einsitzen. Der SA-Führer Ernst Röhm wird in der Nacht vom 30. Juni 1934 in der Zelle 70 erschossen. 

19. 7 1918 - Kurt Eisner beklagt sich bei Karl Kautsky

München-Stadelheim - Berlin * Kurt Eisner schreibt an den USPD-Mitbegründer Karl Kautsky und beschwert sich darin: „Jetzt sitze ich bald ein halbes Jahr. […] Die Voruntersuchung ist sachlich, aber noch nicht formell abgeschlossen“. Kurt Eisner beginnt merklich zu altern und leidet unter Anfällen von Depressionen. 

12. 10 1943 - Das Todesurteil gegen Willi Graf wird vollstreckt

München-Obergiesing * Das Todesurteil gegen Willi Graf, einem Mitglied der „Weißen Rose“, wird durch den Scharfrichter Johann Reichhart im Gefängnis München-Stadelheim vollstreckt.

29. 3 1918 - Sarah Sonja Lerch hat sich in der Isolierzelle erhängt

<p><strong><em>München-Stadelheim</em></strong> * Dr. phil. Sarah Sonja Lerch, eine Aktivistin während der Münchner Januarstreiks,&nbsp;wird an diesem Karfreitag in einer Isolierzelle im Gefängnis Stadelheim in der Schlinge ihres Schals erhängt aufgefunden.&nbsp;Eine behördliche Untersuchung ihres Todes wird offensichtlich unterlassen.&nbsp;</p>

19. 9 1919 - Die sechs zum Tode Verurteilten werden hingerichtet

München-Obergiesing * Die sechs zum Tode Verurteilten aus dem ersten Geiselmordprozess werden im Gefängnis Stadelheim durch Erschießen hingerichtet. 

15. 10 1919 - Eine weitere Erschießung im Gefängnis Stadelheim

München-Obergiesing * Der zum Tode Verurteilte aus dem zweiten Geiselmordprozess wird im Gefängnis Stadelheim durch Erschießen hingerichtet. 

Tegernseer Landstraße 337
536 m
<p>Im Zentrum der Neugründung der Münchner Kindl Bräu steht ein bewusst außergewöhnliches architektonisches Konzept. Der Neubau orientiert sich nicht an rein funktionalen Industriebauten, sondern greift gezielt die Formensprache historischer Industrie- und Sakralarchitektur auf.</p><p>Das Gebäude entsteht in der Form einer dreischiffigen Basilika. Eine klare Gliederung in mehrere „Schiffe“ sowie ein erhöhter Mittelbau mit Obergaden prägen die Struktur und sorgen für großzügigen Lichteinfall. Dadurch erhält der Bau eine markante, beinahe kirchenartige Wirkung und hebt sich deutlich von üblichen Gewerbebauten ab.</p><p>Als zentrales Material kommt Backstein zum Einsatz, der an die Münchner Industriearchitektur des 19. Jahrhunderts erinnert. Gleichzeitig verbindet der Bau traditionelle Anmutung mit moderner Konstruktion. Große Fensterflächen öffnen die Produktion nach außen und machen die Brauprozesse sichtbar.</p><p>Das integrierte Wirtshaus ist räumlich eng mit der Brauerei verbunden und bildet einen wesentlichen Bestandteil des Gesamtkonzepts. Die Architektur schafft damit nicht nur Produktionsflächen, sondern einen erlebbaren Ort für Besucher.</p>

Friedhof am Perlacher Forst

Architekt: Beblo Fritz, Leitenstorfer Hermann
Erstellung: 1929
Stadelheimer Straße 24
690 m
<p>Friedhof am Perlacher Forst, erste Anlage und Aussegnungshalle, Leichenwärterhaus und Verwaltungsgebäude, 1929-32 von Fritz Beblo und Hermann Leitenstorfer.</p>

Aussegnungshalle

Architekt: Beblo Fritz, Leitenstorfer Hermann
Erstellung: 1932

696 m

Forsthaus Fasangarten

Baustil: spätklassizistischer
Erstellung: 1850
Fasangartenstraße 133
828 m
<p>Forsthaus, spätklassizistischer Bau, Mitte 19. Jh.</p>

Heilige Maria

Architekt: Schaffner Frank
Erstellung: 2016
Fasangartenstraße 127
929 m
<p><strong>Heilige Maria – Eine orthodoxe Holzkirche im Münchner Fasangarten</strong></p><p>Am südlichen Stadtrand Münchens, in der Fasangartenstraße 127 a, erhebt sich seit 2016 ein außergewöhnliches Gotteshaus: die rumänisch-orthodoxe Kirche „Heilige Maria“ (Buna Vestire / Verkündigung Marias). Mit ihrer vollständig aus Holz errichteten Architektur stellt sie ein bemerkenswertes Beispiel für sakralen Holzbau in der Tradition der rumänischen Region Maramureș dar – mitten in einem Münchner Wohngebiet.</p><p><strong>Ein sakrales Bauwerk aus Holz</strong></p><p>Die Kirche ist Teil eines größeren Gemeindezentrums, das neben dem Gotteshaus auch ein Kloster, ein Pfarrheim und Räumlichkeiten der rumänisch-orthodoxen Metropolie in Deutschland umfasst. Entworfen wurde der Komplex vom Architekten Frank Schaffner, der die traditionelle Formensprache rumänischer Holzkirchen mit funktionalen Anforderungen an einen modernen Sakralbau kombinierte.</p><p>Besonders auffällig ist die durchgängige Verwendung von Holz: Vom Fundament bis zum Glockenturm wurde auf konventionelle Baustoffe weitgehend verzichtet. Die aufwändigen Schnitzarbeiten an Säulen, Türen und Balken wurden von Kunsthandwerkern aus Rumänien gefertigt und spiegeln die jahrhundertealte religiöse Holzbaukunst der Karpaten wider.</p><p><strong>Einweihung und Bedeutung</strong></p><p>Nach mehrjähriger Planung und Bauzeit wurde die Kirche am 11. September 2016 feierlich geweiht. Sie dient seither nicht nur der rumänisch-orthodoxen Gemeinde Münchens als spirituelle Heimat, sondern gilt auch als Brücke zwischen Kulturen – als sichtbares Zeichen gelebter religiöser Vielfalt in der Stadt.</p>

Gasthaus Försterhaus

Baustil: neubarock
Erstellung: 1901
Fasangartenstraße 124
930 m
<p>Gasthaus Försterhaus, neubarocke Gliederungselemente und Reliefs, bez. 1901.</p>

Altbau der Strafanstalt

Architekt: Adelung Friedrich
Baustil: barockisierend
Erstellung: 1894
Stadelheimer Straße 12
934 m
<p>Altbau der Strafanstalt Stadelheim, barockisierende Anlage mit Giebelrisalit und Eckpavillons, 1892-94 von Friedrich Adelung, erste Erweiterung mit Anstaltskirche 1898-1901; vgl. Schwarzenbergstraße 1.</p>

Ehem. Bahnhof

Baustil: historisierend
Erstellung: 1900
Fasangartenstraße 127
973 m
<p>Ehem. Bahnhof, zweigeschossiger Blankziegelbau mit Halbwalmdach, um 1900, historisierende Zierformen, anschließend eingeschossige Halle, auf der Bahnsteigseite Vordach.</p>

Cicinnatistraße 63

256 m 

Mustang

Cincinnatistraße 64

331 m 

Stehende Figur mit ausgestreckten Armen

Sgraffito Bundespatentamt

Wandgestaltung (Sgraffito)
1957
Cincinnatistraße 64

340 m 

Sgraffito Bundespatentamt


Memorial

Gedenkstätte
2022

451 m 

Memorial



464 m 

Infotafel - Ehrenhain II





516 m 

Opfer des KZ Dachau

Zwei Engel

Relief
0
Stadelheimer Straße 24

733 m 

Zwei Engel

Thirschenreuther Straße 19

745 m 

Vertrauliches Gespräch


780 m 

Trauernde

Fasangartenstraße

906 m 

Büste - Mihai Eminescu

Stadelheimer Straße 12

934 m 

JVA Stadelheim - Gedenkraum

Stadelheimer Straße

959 m 

Mahnmal - JVA Stadelheim

Mustang
256 m

0

Cicinnatistraße 63 

 - Mustang

Cincinnatistraße 64 

Goetz Guido - Stehende Figur mit ausgestreckten Armen

Sgraffito Bundespatentamt
340 m
Braun von Stransky Edeltraut
1957

Cincinnatistraße 64 

Braun von Stransky Edeltraut - Sgraffito Bundespatentamt


Memorial
451 m
Bär Fridolin, Karré Matthias
2022

 

Bär Fridolin, Karré Matthias - Memorial



Opfer des Nationalsozialismus
467 m
Frick Konstantin
0

 

Frick Konstantin - Opfer des Nationalsozialismus




Zwei Engel
733 m
Knappe Karl
0

Stadelheimer Straße 24 

Knappe Karl - Zwei Engel

Vertrauliches Gespräch
745 m
Franzen Werner
1997

Thirschenreuther Straße 19 

Franzen Werner - Vertrauliches Gespräch

Trauernde
780 m

0

 

 - Trauernde

Fasangartenstraße 

 - Büste - Mihai Eminescu

JVA Stadelheim - Gedenkraum
934 m
Breitsameter Wilhelm
1974

Stadelheimer Straße 12 

Breitsameter Wilhelm - JVA Stadelheim - Gedenkraum

Stadelheimer Straße 

 - Mahnmal - JVA Stadelheim