Löwe mit Schild (Fortitudo/Stärke)
(Mit ihr als Leitstern, mit ihr als Magnetnadel)
Schiff mit Kompaß und Stern auf rauher See
Attribute: Stern
Bildhauer: Carlo Pallago (1595)
Die Entstehungsgeschichte und das Bildprogramm der Westfassade
Die Westfassade der Münchner Residenz entstand unter Herzog Maximilian I. zwischen 1611 und 1616.
Ihr altarhafter Aufbau rückt die bronzene Madonna als Patrona Boiariae – Schutzherrin Bayerns – ins Zentrum. Die Nische, die Inschrift und die Ampel für das ewige Licht erinnern an die Gestaltung eines religiösen Altars. Die Madonna wurde 1614 von Hans Krümper entworfen, 1615 von Bartholomäus Wenglein in Bronze gegossen und vom Goldschmied Georg Mair ziseliert.
Seitlich ergänzen die vier Tugenden Klugheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit und Mäßigung das Bildprogramm. Die bronzenen Löwen, ursprünglich für das Grabmal Herzog Wilhelms V. bestimmt, entstanden 1595; als mögliche Urheber gelten Carlo Pallago und Hubert Gerhard. Löwen und Wappenkartuschen verweisen auf die Herrschaft der Wittelsbacher und dynastische Verbindungen. Die Fassade verbindet katholische Marienverehrung, gegenreformatorische Glaubensbekundung und fürstliche Repräsentation.